Frau in Auto

Kurzzeitkennzeichen

Mit einem Kurzzeitkennzeichen kannst du in bestimmten Situationen bereits abgemeldete Autos fahren.

Hier erklären wir dir, was das Kurzzeitkennzeichen ist, was es kostet, welche Voraussetzungen du dafür erfüllen musst und wie du es bekommen kannst.

Das Wichtigste Zusammengefasst

  • Funktion: Das Kurzzeitkennzeichen ist für Probe- und Überführungsfahrten zugelassen.
  • Gültigkeit: Es darf nur für ein Fahrzeug verwendet werden und gilt für maximal fünf Tage.
  • Kosten: Die Gebühr liegt bei 13,10 Euro plus Schilder (circa 20 bis 30 Euro) und Versicherung (circa 30 Euro).
  • Versicherung: Eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Die Kosten dafür sind abhängig von Fahrzeug und Fahrer.

Hier erfährst du alles Wichtige zum Kurzzeitkennzeichen:

  • Was ist das Kurzzeitkennzeichen?
    • Wo und wofür gilt das Kurzzeitkennzeichen?
    • Wie lange ist das Kurzzeitkennzeichen gültig?
    • Aufbau des Kurzzeitkennzeichens
    • Unterschied zum Ausfuhrkennzeichen
  • Was kostet das Kurzzeitkennzeichen?
  • Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
    • Gültige Kfz-Versicherung
    • Hauptuntersuchung
  • Wie beantrage ich das Kurzzeitkennzeichen?
    • Wie gehe ich vor?
    • Welche Dokumente brauche ich?

Was ist das Kurzzeitkennzeichen?

Das Kurzzeitkennzeichen ist ein nationales Sonderkennzeichen, mit dem du dein abgemeldetes Auto für bis zu maximal fünf Tage zulassen kannst. Deswegen wird es auch 5-Tages-Kennzeichen genannt. Eine weitere Bezeichnung ist gelbes Kennzeichen, weil das Nummernschild rechts einen gelben Rand hat. Darauf steht, wann die Gültigkeit abläuft.

Das Kurzzeitkennzeichen darf immer nur für ein Fahrzeug verwendet werden. Seit 1998 gibt es dieses Kennzeichen in Deutschland. Geregelt ist die Verwendung des Kurzzeitkennzeichens in § 16 der Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV).

Du darfst mit dem Kurzzeitkennzeichen nur Probefahrten oder Überführungsfahrten machen. Gemeint sind damit also Testfahrten und Fahrten, um das Fahrzeug an einen anderen Ort innerhalb Deutschlands zu bringen. Nutzt du das Kurzzeitkennzeichen zu einem anderen Zweck (per Gesetz verboten) musst du mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen (Stand 2020).

Das Kurzzeitkennzeichen zählt damit zu den sogenannten Überführungskennzeichen. Der Unterschied zum roten Kennzeichen ist, dass es auch von Privatpersonen genutzt werden darf. Ein rotes Kennzeichen können dagegen nur Händler beantragen.

Wo und wofür gilt das Kurzzeitkennzeichen?

Das Kurzzeitkennzeichen gilt nur in Deutschland. In manchen Ländern innerhalb Europas wird es aber auch geduldet: In einigen EU-Staaten gibt es eine sogenannte Anerkennungspflicht. Das bedeutet, hier wird das deutsche Kurzzeitkennzeichen geduldet. Dazu zählen Österreich, Italien und Dänemark. Wichtig ist es dann, auch die Grüne Karte mitzuführen. Außerhalb Europas und in einigen europäischen Ländern benötigst du für eine Überführung ein Ausfuhrkennzeichen.

Das Kurzzeitkennzeichen kann für folgende Fahrten verwendet werden:

  • Test- und Probefahrten (zum Beispiel beim Autokauf)
  • Prüfungsfahrten (zum Beispiel für Fahrten zum TÜV oder Gutachter)
  • Überführungsfahrten innerhalb Europas

Beispiel: Ein Kurzzeitkennzeichen macht dann Sinn, wenn du ein Auto in Deutschland oder einem anderen EU-Land kaufst oder wenn du ein stillgelegtes Auto zum TÜV bringen willst. Denn auch für solche kurzen Fahrten benötigst du ein gültiges Kennzeichen.

Übrigens: Wenn du ein Auto überführen willst, kannst du dir das Kurzzeitkennzeichen auch an dem Ort ausstellen lassen, an dem du das Auto abholst. Wie du ein Kurzzeitkennzeichen bei der Zulassungsstelle beantragst und welche Unterlagen du dafür benötigst, erfährst du weiter unten im Ratgeber.

Kurzzeitkennzeichen
So sieht das Kurzzeitkennzeichen aus. © Allianz Direct

Aufbau des Kurzzeitkennzeichens

Von links nach rechts siehst du auf dem Kurzzeitkennzeichen:

  1. Unterscheidungszeichen: Die ersten Buchstaben des Kennzeichens stehen für den Bezirk der Zulassungsstelle, zum Beispiel „B“ für „Berlin“.
  2. Stempelplakette: Die Stempelplakette des Kurzzeitkennzeichens hat einen blauen Untergrund. Die Plakette bekommst du, sobald dein Auto zugelassen ist.
  3. Erkennungsnummer: Das Kurzzeitkennzeichen hat als Erkennungsnummer nur Zahlen. Die Kombination enthält keine Buchstaben und beginnt beim 5-Tages-Kennzeichen immer mit den Ziffern 03 oder 04.
  4. Gelbes Feld mit Ablaufdatum der Gültigkeit: Auf dem gelben Balken am rechten Rand steht das Enddatum (Tag, Monat, Jahr), ab dem die Zulassung nicht mehr gültig ist. Die Zahlen werden von oben nach unten gelesen. Das Kennzeichen in unserem Beispiel gilt also bis zum 01. Oktober 2016.

Beachte: Das Kurzzeitkennzeichen hat keinen blauen Euro-Balken am linken Rand. Das liegt daran, dass das Nummernschild grundsätzlich nicht für Fahrten in der EU, sondern nur für Fahrten innerhalb Deutschlands gedacht ist.

Wie lange ist das Kurzzeitkennzeichen gültig?

Das Kurzzeitkennzeichen gilt maximal fünf Tage. Du darfst das sogenannte 5-Tages-Kennzeichen nur vor Ablauf des Enddatums verwenden, also bis 23:59:59 Uhr des aufgedruckten Datums.

Die Nutzung des Kennzeichens nach Ablauf der Frist ist nicht erlaubt und wird in der Regel mit einem Bußgeld von 50 Euro ohne Punkt bestraft (Stand 2019). Dasselbe gilt, wenn das gelbe Kurzzeitkennzeichen an mehreren Fahrzeugen gleichzeitig oder für nicht erlaubte Fahrten verwendet wird. Auch das Verleihen der Nummernschilder ist verboten.

Unterschied zum Ausfuhrkennzeichen

Der größte Unterschied zwischen dem Kurzzeitkennzeichen und dem Ausfuhrkennzeichen ist das Gebiet, in dem das jeweilige Nummernschild verwendet werden darf:

  • Kurzzeitkennzeichen: für die Überführung innerhalb Deutschlands
  • Ausfuhrkennzeichen: für die Überführung ins Ausland

Das solltest du wissen: Einige EU-Staaten dulden das deutsche Kurzzeitkennzeichen. Dazu zählen Österreich, Italien und Dänemark. Um im Ausland auf Nummer sicher zu gehen, benötigst du aber das rote Überführungskennzeichen (Ausfuhrkennzeichen). Damit bist du in allen Ländern innerhalb Europas auf der sicheren Seite. Exportierst du ein Auto in ein Nicht-EU-Land, musst du immer ein Ausfuhrkennzeichen benutzen.

Was kostet das Kurzzeitkennzeichen?

Die Kosten für das Kurzzeitkennzeichen setzen sich aus verschiedenen Punkten zusammen:

  1. Verwaltungsgebühr bei der Zulassungsstelle: 13,10 Euro
  2. eVB-Nummer als Versicherungsnachweis: circa 30 Euro (abhängig von Versicherung und Versicherungsumfang)
  3. Erstellen der Nummernschilder: circa 20 bis 30 Euro

Insgesamt musst du für das Kurzzeitkennzeichen also mit Kosten von circa 60 bis 100 Euro rechnen (Stand 2019). Dabei kommt es vor allem auf die Beiträge und die Art der Versicherung (Kfz-Haftpflichtversicherung, Vollkaskoversicherung oder Teilkaskoversicherung) an. Je höher sie ausfallen, desto mehr musst du insgesamt bezahlen.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Damit du bei der Zulassungsstelle ein Kurzzeitkennzeichen bekommst, musst du beziehungsweise dein Fahrzeug bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Gültige Kfz-Versicherung

Voraussetzung für ein Kurzzeitkennzeichen ist eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung mit einer elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) für mindestens fünf Tage. Damit die Zulassungsstelle dir das Kurzzeitkennzeichen ausstellt, musst du die eVB-Nummer vorlegen. Den Code bekommst du direkt nach Abschluss der Kfz-Versicherung von deinem Versicherer zugeschickt.

Achtung: Nicht alle Versicherungen bieten grundsätzlich einen Versicherungsschutz für das Kurzzeitkennzeichen an. Informiere dich am besten vorab bei der Kfz-Versicherung deiner Wahl. Allianz Direct bietet aktuell kein Kurzzeitkennzeichen an (Stand 2020).

Hauptuntersuchung

Seit dem 1. April 2015 musst du für ein Kurzzeitkennzeichen auch eine gültige Hauptuntersuchung (TÜV) nachweisen. Nur dann darfst du die gewünschte Fahrt ohne Einschränkungen mit dem Kurzzeitkennzeichen machen.

Ist keine gültige HU vorhanden, kannst du das Kennzeichen zwar beantragen, aber der Geltungsbereich wird dann eingeschränkt. In dem Fall darfst du mit dem Kurzzeitkennzeichen also nur bis zur nächstgelegenen Werkstatt oder Prüfstelle im Zulassungsbezirk fahren, um zum Beispiel einen TÜV für das Auto zu beantragen oder es reparieren zu lassen. Die fehlende Hauptuntersuchung und die Beschränkung wird im Fahrzeugschein vermerkt.

Werden bei der Hauptuntersuchung Mängel an deinem Fahrzeug festgestellt, kannst du das Auto mit Kurzzeitkennzeichen neben den Fahrten zur Prüfstelle (TÜV/Gutachten) auch nutzen, um die Mängel beheben zu lassen (zum Beispiel Fahrt zu einer Werkstatt). Du darfst dann aber nur zur nächstgelegenen Autowerkstatt im selben Zulassungsbezirk oder einem angrenzenden Zulassungsbezirk fahren.

Wird das Fahrzeug bei der Hauptuntersuchung als verkehrsunfähig eingestuft, darfst du damit nicht mehr fahren. So soll verhindert werden, dass nicht verkehrssichere Fahrzeuge am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen.

Wie kann ich das Kurzzeitkennzeichen beantragen?

Ein Kurzzeitkennzeichen darf dir jede Zulassungsstelle in Deutschland ausstellen. Du kannst das Nummernschild also bei der Zulassungsstelle deines Wohnorts beantragen oder an dem Ort, an dem sich das Fahrzeug gerade befindet. Wohnst du zum Beispiel in München, willst aber ein Auto aus Köln überführen, kannst du das gelbe Kennzeichen auch in Köln beantragen. Alternativ kannst du das 5-Tages-Kennzeichen auch online anfordern.

Wie gehe ich vor?

Um das 5-Tages-Kennzeichen zu beantragen, benötigst du zunächst eine gültige eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung).

Wenn du die eVB-Nummer bekommen hast, kannst du mit allen notwendigen Unterlagen zur Zulassungsstelle gehen. Vereinbare dort am besten schon vorab einen Termin, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Auf der Webseite des Kraftfahrt-Bundesamtes findest du eine Übersicht zu allen Zulassungsstellen in Deutschland.

Bei einigen Zulassungsstellen oder privaten Anbietern kannst du das Kurzzeitkennzeichen auch online beantragen, zum Beispiel auf der Webseite des deutschen Straßenverkehrsamtes. Das Kennzeichen wird dir dann normalerweise per Post zugeschickt. Die Online-Bestellung ist aber oft teurer als die Beantragung bei der Zulassungsstelle.

Welche Dokumente brauche ich?

Um das Kurzzeitkennzeichen zu beantragen, musst du folgende Dokumente vorlegen können:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • eVB-Nummer (gültige Versicherungsbestätigung) für bis zu fünf Tage
  • Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief
  • Nachweis der Hauptuntersuchung (HU/TÜV)
  • bei Firmen: Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug
  • Vollmacht des Fahrzeughalters, wenn du das Kurzzeitkennzeichen für eine andere Person beantragst

Wichtig: Achte auch darauf, dass das Fahrzeug mindestens einen Werktag vor der Zulassung des Kurzzeitkennzeichens abgemeldet sein muss.

Hat das Fahrzeug keine gültige HU, muss ein verkehrssicherer Zustand gewährleistet sein. Wurde Auto als verkehrsuntauglich (nicht verkehrssicher) eingestuft, darfst du damit gar nicht mehr fahren.

Überführungs- und Probefahrten in Deutschland

Das Kurzzeitkennzeichen benötigst du, wenn du ein abgemeldetes Fahrzeug innerhalb von Deutschland überführen oder eine Probefahrt damit machen willst. Eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung ist dafür Pflicht.

Das Kurzzeitkennzeichen ist auch als 5-Tages-Kennzeichen oder gelbes Kennzeichen bekannt. Das Nummernschild hat eine Gültigkeit von fünf Tagen und darf nur für ein Fahrzeug verwendet werden.

Dein Allianz Direct Team wünscht dir eine gute Fahrt!

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