Hauptuntersuchung

Hauptuntersuchung TÜV & Co.: Alle Infos

Die Hauptuntersuchung für dein Auto steht alle zwei Jahre an.

Wann genau es soweit ist, wie die Hauptunteruntersuchung abläuft und wie du dein Auto durch den TÜV bringst: Wir beantworten dir alle wichtigen Fragen und stellen außerdem eine Infografik zur Übersicht bereit.

Muss das Auto zur Hauptuntersuchung, sprechen viele vom „Auto durch den TÜV bringen.“ Die Hauptuntersuchung kann aber auch von anderen Prüfstellen durchgeführt werden. Der Technische Überwachungsverein (TÜV) war aber lange die einzige Prüforganisation. Deswegen wird auch heute noch umgangssprachlich vom TÜV geredet.

Egal ob beim TÜV, der DEKRA oder anderswo, die wichtigsten Fragen zur Hauptuntersuchung bleiben die gleichen. Wir klären diese Fragen für dich und fassen die Antworten in einer Infografik zusammen.

Die wichtigsten Informationen zur Hauptuntersuchung

  • Wann muss ich zur Hauptuntersuchung?
  • Warum muss ich zur Hauptuntersuchung?
  • Was wird bei der Hauptuntersuchung geprüft?
  • Was passiert, wenn ich den TÜV überzogen habe?

So bereitest du dich auf die Hauptuntersuchung vor

  • Was kostet die Hauptuntersuchung?
  • Wo lasse ich die Hauptuntersuchung durchführen?
  • Wie bringe ich mein Auto durch den TÜV?
  • Was muss ich zur Hauptuntersuchung mitbringen?

Nach der Hauptuntersuchung

  • Was passiert, wenn ich nicht durch den TÜV komme?
  • Kann ich eine Verlängerungsfrist zum Beheben der Mängel beantragen?

Die wichtigsten Informationen zur Hauptuntersuchung 

Die Hauptuntersuchung soll die Sicherheit deines Fahrzeugs im Straßenverkehr prüfen.

Wann muss ich zur Hauptuntersuchung?

Dein Auto muss alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, ein Neuwagen das erste Mal nach drei Jahren. Der nächste Termin steht in deinem Fahrzeugschein. Du kannst das Datum aber auch an der Plakette am Nummernschild ablesen: Die Jahreszahl steht in der Mitte und ist an der Plakettenfarbe schon von weitem erkennbar. Die zwölf Zahlen im Außenkreis stehen für die Monate, die obere Ziffer ist dabei der Monat, in dem du zur Hauptuntersuchung musst.

Du solltest immer einen Termin machen, damit du nicht lange warten musst. Du kannst dich bei manchen Anbietern wie zum Beispiel der DEKRA, TÜV Nord oder TÜV Süd rechtzeitig per E-Mail an die fällige Untersuchung erinnern lassen.

TÜV-Plakette anbringen
Die rosa Plakette zeigt, dass dein Fahrzeug 2017 zur Hauptuntersuchung muss, für 2018 ist die Plakette grün. © iStock/Wicki58t

Warum muss ich zur Hauptuntersuchung?

Die Hauptuntersuchung ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Sie soll vermeiden, dass Fahrzeuge mit Sicherheitsmängeln am Straßenverkehr teilnehmen. Auch der Umweltschutz ist ein Grund, seit 2010 wird die Abgasuntersuchung im Rahmen der Hauptuntersuchung erledigt. Seitdem gibt es keine extra Abgasplakette mehr.

Was wird bei der Hauptuntersuchung geprüft?

Geprüft werden Zustand und Funktion aller Bauteile. Dazu gehören die Kategorien Bremsen, Lenkung, Sichtverhältnisse, Licht, Elektrik, Achsen, Fahrgestell und Karosserie, Auspuffanlage, Kraftstoff- und Gasanlage und sonstige Ausstattungen. Eine Checkliste aller Prüfpunkte findest du beim TÜV Süd.

Die Untersuchung beginnt mit einer Probefahrt des Prüfers bei acht Stundenkilometern. Danach wird dein Fahrzeug auf der Hebebühne überprüft, ohne Montagearbeiten. Hast du Änderungen an deinem Fahrzeug vorgenommen, werden sie auf Verkehrssicherheit getestet. Insgesamt dauert die Untersuchung meist nur 15 Minuten. Alle gefundenen Mängel werden dabei genau festgehalten und auf Wunsch vom Prüfer erklärt.

Was passiert, wenn ich den TÜV überzogen habe?

Fällt in einer Polizeikontrolle auf, dass du den Termin um mehr als zwei Monate überzogen hast, musst du 15 Euro Bußgeld bezahlen. Ab vier Monaten sind es 25 Euro, ab acht Monaten 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.   

Die Hauptuntersuchungsstelle erhebt kein Bußgeld, wenn du erst nach dem fälligen Termin erscheinst. Ab zwei Monaten Überzug musst du aber eine erweiterte Hauptuntersuchung machen lassen. Die ist teurer, als die normale Untersuchung.

Verursachst du einen Unfall ohne gültigen TÜV, zahlt die Versicherung trotzdem. Wenn du grob fahrlässig gehandelt hast, musst du damit rechnen, dass der Versicherungsschutz gekürzt wird. Ein Beispiel: Du wusstest, dass deine Bremsen nicht richtig funktionieren und ein Gang zum TÜV hätte den Unfall vermeiden können. Mehr erfährst du in unserem Artikel „Zahlt die Versicherung bei abgelaufenem TÜV?“.

Unfall von zwei Autos
Hätte ein Unfall durch den TÜV vermieden werden können, kann dein Versicherungsschutz gekürzt werden. © iStock/tzahiV

So bereitest du dich auf die Hauptuntersuchung vor 

Mit einigen Maßnahmen kannst du dich nicht nur während der Hauptuntersuchung, sondern auch danach Geld und Zeit sparen.

Was kostet die Hauptuntersuchung?

Je nach Anbieter und Region kostet die Abgasuntersuchung ungefähr 85–100 Euro. Es kann sich also lohnen, die Preise zu vergleichen. Hier findest du die Preisliste des TÜV Süd und TÜV Nord.

Wo lasse ich die Hauptuntersuchung durchführen?

Du kannst die Hauptuntersuchung bei den staatlich anerkannten Prüforganisationen TÜV, DEKRA, KÜS oder GTÜ machen lassen. Neben diesen unabhängigen Prüfstellen kannst du aber auch oft einen Termin in einer Werkstatt vereinbaren. Die Untersuchung wird dann durch einen autorisierten Prüfer erledigt. Das hat den Vorteil, dass du Mängel direkt dort beheben lassen kannst und dir den weiten Weg zur Prüfstelle sparst. Werkstätten, die Hauptuntersuchungen anbieten, kannst du oft über die Filterfunktion auf Werkstatt-Portalen finden.

Wie bringe ich mein Auto durch den TÜV?

Ein Selbstcheck vorab hilft dir, sich auf den TÜV vorzubereiten. Festgestellte Mängel wie eine nicht funktionierende Wagenbeleuchtung kannst du dann direkt beheben lassen. Geringe Flüssigkeitsstände, zu niedriger Reifendruck oder Profiltiefe kann man auch leicht selbst ausbessern. Achte außerdem darauf, dass Warndreieck und Verbandskasten bereitliegen. Eine umfangreiche Checkliste für die Hauptuntersuchung vorab stellt der TÜV Süd zum Download bereit.

Reifendruck prüfen
Den Reifendruck kannst du selbst schon vorher prüfen und wenn nötig ausgleichen. © iStock/powerbeephoto

Was muss ich zur Hauptuntersuchung mitbringen?

Diese Unterlagen musst du mitbringen:

  • Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I
  • Bei Tuning oder Veränderungen Prüfzeugnisse oder Anbaubestätigungen
  • Bei der Nachuntersuchung den Untersuchungsbericht

Nach der Hauptuntersuchung 

Kommt dein Auto problemlos durch den TÜV, kannst du dich freuen und hast für zwei Jahre Ruhe. Werden Probleme festgestellt, musst du sie natürlich beheben.

Was passiert, wenn ich nicht durch den TÜV komme?

Die festgestellten Mängel werden in den Untersuchungsbericht geschrieben und müssen innerhalb eines Monats behoben werden. Dann muss dein Auto noch einmal bei der Prüfungsorganisation vorgeführt werden. Dafür musst du eine kleine Nachprüfungsgebühr bezahlen.

Je nach Reparaturkosten solltest du vorher überlegen, ob sich das Beheben der Mängel preislich lohnt, oder ob ein neues Auto mit gültigem TÜV doch sinnvoller ist.

Kann ich eine Verlängerungsfrist zum Beheben der Mängel beantragen?

Nein. Überschreitest du die einmonatige Frist auch nur um einen Tag, muss eine komplett neue Hauptuntersuchung gemacht werden. Das kostet dich wieder Geld und Zeit.

Infografik: Alle HU-Informationen im Überblick 

Wir haben die 10 wichtigsten Fragen für dich zusammengefasst. Die Antworten auf tiefergehende Fragen findest du meist direkt auf den Webseiten der Prüfungsorganisationen.

Infografik: Die wichtigsten Fragen zur Hauptuntersuchung beim TÜV
Die wichtigsten Fragen zur Hauptuntersuchung beim TÜV. © iStock/ulimi

Jetzt solltest du gut auf deine Hauptuntersuchung beim TÜV, der DEKRA oder einem anderen Anbieter vorbereitet sein. Der regelmäßige TÜV-Check deines Autos ist Pflicht und kann unerwartet ins Geld gehen. Denk daran, dass du allein mit einer günstigen Kfz-Versicherung jährlich einiges an Kosten sparen kannst.

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