Familie mit Auto

Autoimport nach Deutschland

Ein EU-Auto zu importieren, kann sich durchaus lohnen.

Bei einem Fahrzeug aus Übersee ist ein Autoimport aber nur unter bestimmten Umständen sinnvoll. Wir erklären dir, wann es sich lohnt, mit welchen Kosten du rechnen kannst und was du beim Import beachten musst.

Erfahre, wann es sich lohnt ein Auto zu importieren, mit welchen Kosten du rechnen musst und was es beim Autoimport zu beachten gibt.

  • Lohnt sich ein Autoimport?
    • Vorteil: Sparen bei EU-Importen
    • Nachteile: Bürokratie & Ausstattung
  • Was kostet ein Autoimport?
  • Verzollung eines Import-Fahrzeugs
    • Verzollung innerhalb der EU
    • Besonderheit: Verzollung bei EFTA-Staaten
  • Das solltest du vor dem Autoimport beachten
  • So funktioniert die Anmeldung in Deutschland
    • Voraussetzung für die Anmeldung
    • Wichtige Dokumente aus dem Herkunftsland
    • Dokumente für die Zulassungsstelle

Lohnt sich ein Autoimport?

Ein Auto aus einem EU-Land zu importieren, ist durchaus sinnvoll. Durch die wegfallenden Zollgebühren und niedrigeren Nettopreise kannst du Geld sparen.

Anders sieht es mit Fahrzeug-Importen aus den USA oder anderen Übersee-Ländern aus. Sie sind sehr teuer und lohnen sich nur, wenn es sich um ein besonderes Fahrzeug mit Seltenheitswert handelt, wie zum Beispiel der „66er Mustang“. Autoklassiker aus Übersee sind in Deutschland sehr teuer und gewinnen über die Zeit sogar an Wert.

Vorteil: Sparen bei EU-Importen

In anderen EU-Ländern ist die Besteuerung eines Neuwagens deutlich höher als in Deutschland (19 Prozent). Viele Verkäufer bieten deshalb einen bis zu 30 Prozent günstigeren Nettopreis an, um den Fahrzeugpreis attraktiv zu halten.

Der Vorteil: Wenn du das Auto nach Deutschland importierst, musst du das Auto nicht im jeweiligen Land versteuern, sondern nur in Deutschland.

Nachteile: Bürokratie & Ausstattung

Neben den Vorteilen hat ein Autoimport auch einige Nachteile:

  • Bei günstigen EU-Fahrzeugen aus dem Ausland ist die Ausstattung oft auf ein Minimum reduziert.
  • Kaufvertrag, Haftung und Garantie liegen im Rechtssystem des jeweiligen Landes und nicht in Deutschland. Kommt es zu Problemen, ist die Klärung deutlich schwieriger.
  • Der bürokratische Aufwand ist sehr hoch. Überlege genau, ob es dir die Zeit wert ist.

Wichtig: Berechne vor dem Kauf die Überführungskosten, um sicherzugehen, dass du am Ende nicht gleich viel oder mehr bezahlst als bei einem Kauf in Deutschland. Mit welchen Kosten du grundsätzlich rechnen musst, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Was kostet ein Autoimport?

Wenn du ein Auto importierst, hängen die Kosten stark vom jeweiligen Land, der Spedition und natürlich dem Fahrzeugpreis ab.

Importierst du ein Fahrzeug mit gültiger Zulassung aus einem EU-Land, kannst du das Auto selbst abholen. In dem Fall sind die Kosten mit circa 100 Euro sehr gering.

Bei einer Überführung (der Transport vom Verkäufer zu deinem Wohnsitz) aus Übersee muss das Fahrzeug zusätzlich zum Hafen im jeweiligen Land und vom deutschen/europäischen Hafen zu dir nach Hause gebracht werden. Die Kosten dafür betragen circa 400 bis 2.500 Euro.

Welche Kosten bei einer Überführung innerhalb der EU und Übersee auf dich zukommen und wie eine Überführung genau abläuft, erklären wir dir in unserem Ratgeber „Auto überführen: So geht´s!

Bei einem Kauf außerhalb der EU fallen neben der Einfuhrumsatzsteuer außerdem Zollgebühren an. Sie berechnen sich aus dem Kaufpreis plus den Frachtkosten.

Beispielrechnung:

US-Kaufpreis: 20.000€

Frachtkosten bis dt. Hafen: 900€

Summe: 20.900€

10% Zoll: 2.090€

Summe: 22.900€

19% Einfuhrumsatzsteuer: 4.368,10€

Gesamtsumme: 27.358,10€

So kannst du sparen: In Ländern mit niedrigeren Lohnniveau oder hohen Steuern ist der Nettopreis von Fahrzeugen oft niedriger.

Verzollung eines Import-Fahrzeugs

Kaufst du dein Fahrzeug in einem Nicht-EU-Land, musst du es beim Import nach Deutschland verzollen.

Wichtig: Ist der Kaufpreis deutlich niedriger als der übliche Marktpreis, kann die deutsche Zollbehörde den Kaufpreis als Grundlage für die Zollberechnung erhöhen. Das bedeutet aber nur, dass du mehr Zoll bezahlen musst. Der Kaufpreis, den du an den Verkäufer bezahlst, ändert sich nicht.

Der Zoll beträgt in der gesamten EU:

  • 10% für Personenkraftwagen
  • 8% für Motorräder mit einem Hubraum bis 250 ccm
  • 6% für Motorräder mit einem Hubraum über 250 ccm

Zusätzlich zu den Zollgebühren fallen 19% Einfuhrumsatzsteuer an.

Kommt das Auto erfolgreich durch den Zoll, wird dir eine Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt. Die benötigst du für die Zulassung deines Fahrzeugs.

Verzollung innerhalb der EU

Kaufst du das Fahrzeug in einem EU-Land, fallen keine Zollgebühren an.

Besonderheit: Verzollung bei EFTA-Staaten

Mit den EFTA-Staaten (Europäische Freihandelsassoziation) sind die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein gemeint. Die EU hat mit den EFTA-Staaten ein sogenanntes Präferenzabkommen. Das bedeutet, dass unter anderem auf Fahrzeuge kein Zoll anfällt.

Das gilt aber nur für Fahrzeuge, die in einem EU- oder EFTA-Land produziert wurden. Für die Zollbefreiung benötigst du deshalb unbedingt einen Ursprungsnachweis vom Verkäufer.

 

Nummernschild für Import-Auto
Für die Anmeldung muss das Fahrzeug den deutschen Vorschriften entsprechen. © gettyimages/Stadtratte

Das solltest du vor dem Autoimport beachten

Damit dein Autoimport reibungslos verläuft und du keine bösen Überraschungen erlebst, solltest du folgende Punkte beachten:

  • Erkundige dich, ob das Auto für den deutschen Straßenverkehr zugelassen ist. Gerade bei ausländischen Fahrzeugen müssen bestimmte Teile um- oder nachgerüstet werden (zum Beispiel Scheinwerfer).
  • Beachte, dass das Auto den deutschen Abgas-Vorschriften entspricht.
  • Kaufe kein Auto ohne Originalpapiere, ansonsten kann das Fahrzeug in Deutschland nicht zugelassen werden.
  • Schaue dir das Auto persönlich vor dem Kauf an. In unserem Ratgeber Autokauf: Checkliste & wichtige Tipps erklären wir dir, auf was du dabei achten musst.
  • Bei Verschiffung: Suche eine deutsche Spedition mit einer Agentur am ausländischen Hafen. Das sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
  • Schließe eine Transportversicherung mit „All-Risk“-Deckung ab. Damit werden alle Risiken von der Fahrzeugübergabe an die Spedition bis zur Auslieferung in Deutschland übernommen.

So funktioniert die Anmeldung in Deutschland

Damit du dein Auto in Deutschland zulassen kannst, muss das Fahrzeug bestimmten Vorschriften entsprechen und du benötigst eine Reihe an Dokumenten.

Voraussetzung für die Anmeldung

Vor der Anmeldung muss dein Fahrzeug folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Einzelabnahme nach § 21 der StVZO
    Bei der Einzelabnahme wird kontrolliert, ob das Auto die Vorschriften für den deutschen Straßenverkehr erfüllt. Die Einzelabnahme kannst du bei DEKRA oder TÜV machen lassen.
    Kaufst du einen Neuwagen in einem EFTA-Land, musst du die Einzelabnahme nicht durchführen lassen, weil es für neue Fahrzeuge eine EG-Übereinstimmungserklärung gibt. Das Dokument kannst du einfach zur Anmeldung mitbringen.
  • Hauptuntersuchung
    Hat dein Fahrzeug keinen TÜV, musst du nach der Einzelabnahme die Hauptuntersuchung machen lassen. Das ist ebenfalls bei DEKRA oder TÜV möglich.
  • Abgasgutachten
    In Deutschland darf ein Auto bestimmte Abgaswerte nicht überschreiten. Um sicherzustellen, dass dein Fahrzeug den Abgasvorschriften entspricht, sollte ein Abgasgutachten vorliegen. Das ist normalerweise immer der Fall. Wenn nicht, kannst du in Deutschland für circa 700 Euro ein Abgasgutachten machen lassen.

Wichtige Dokumente aus dem Herkunftsland

Folgende Dokumente sind wichtig für den Import und die spätere Zulassung:

  • Kaufvertrag (Bill of Sale) mit folgenden Angaben
    • Käufer
    • Verkäufer
    • Fahrzeughersteller
    • Fahrzeugtyp
    • Fahrzeug-Identifikationsnummer
    • Baujahr des Fahrzeugs
    • Preis
    • Datum und Unterschrift
  • Originale Fahrzeugpapiere aus dem Herkunftsland

Besonderheit: Fahrzeugpapiere USA/Kanada

  • Für Gebrauchtwagen: „Certificate of Title" beziehungsweise „Title" (USA) / „Certificate of Ownership" (Kanada), ähnlich der Zulassungsbescheinigung Teil II in Deutschland
  • Für Neuwagen: „Manufacturer's Statement of Origin"

Kaufe niemals ein Fahrzeug ohne „Title" oder „Manufacturer's Statement of Origin", auch wenn die Autos oft als sehr günstig angeboten werden. Ohne eines der beiden Dokumente kann das Auto erst gar nicht nach Deutschland verschifft werden.

Der „Title" muss folgende Angaben enthalten:

  • Fahrzeug-Identifizierungsnummer
  • Amtliches Kennzeichen
  • „Registered Owner" = aktueller Eigentümer
  • Lienholder (wenn das Fahrzeug geliehen ist)
  • Überschreibungsvermerk auf der Rückseite

Dokumente für die Zulassungsstelle

Für die Fahrzeuganmeldung benötigst du folgende Unterlagen:

  • Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung
  • Originale Zulassungspapiere des jeweiligen Landes (z.B. „Certificate of Title" bei US-Fahrzeug)
  • Kennzeichen des Herkunftslands, wenn vorhanden
  • Originalkaufrechnung
  • EG-Übereinstimmungsbescheinigung (bei EFTA-Ländern) und/oder
  • Gutachten der technischen Prüfstelle
  • Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)
  • deinen Pass oder Personalausweis

Das neue Auto richtig versichern

Mache dir am besten vor dem Autoimport Gedanken über die passende Versicherung. Dabei kannst du dir überlegen, ob du das Auto bei deiner bestehenden Versicherung weiterversichern oder die Kfz-Versicherung kündigen und wechseln möchtest.

Ist das importierte Auto dein Zweitwagen, kannst du bei der Versicherung sparen. Wir erklären dir, was es bei der Zweitwagenregelung zu beachten gilt.

Dein Allianz Direct Team wünscht dir einen reibungslosen Verlauf beim Autoimport!

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