Autokauf: Checkliste

Autokauf: Checkliste & wichtige Tipps

Die Autokauf-Checkliste für deinen Gebrauchtwagen.

Ob vom Händler oder privat, wir erklären, worauf du beim Fahrzeugcheck, der Preisverhandlung und dem Kaufvertrag achten solltest. Mit unserer ausführlichen Checkliste und einem Muster-Kaufvertrag kannst du alle wichtigen Punkte prüfen und abhaken.

Meinen Beitrag berechnen

Ein Autokauf ist ein großer Schritt. Wir helfen dir mit unseren Tipps, auch ganz sicher die richtige Entscheidung zu treffen. Nimm unsere ausgedruckte Autokauf-Checkliste einfach zur Besichtigung mit. So gehst du beim Autokauf vor:

  1. Probefahrt vereinbaren
  2. Fahrzeugcheck
  3. Preisverhandlung
  4. Kaufvertrag schließen
  5. Auto zulassen
 

Grundlegendes

Ein Autokauf bedeutet eine große Summe Geld und sollte gut überlegt sein. Kläre vorab, welches Auto zu dir passt (im Ratgeber erfährst du mehr):

  • Welches Auto kaufst du? Überlege, worauf du Wert legst, wie viel Geld du ausgeben willst und ob es ein Neuwagen oder ein Gebrauchtwagen sein soll.
  • Wo kaufst du das Auto? Ob privat, beim Händler oder auch im Ausland, informiere dich über die Vor- und Nachteile und worauf du besonders achten musst.
  • Wie kaufst du das Auto? Entscheide dich zwischen Barzahlung, Finanzierung oder Leasing.
  • Wann kaufst du das Auto? Informiere dich, wann dein Auto am günstigsten ist: Gebrauchtwägen eher im Sommer, Neuwägen eher im Winter.
Hast du dein perfektes Fahrzeugmodell gefunden, kannst du anfangen Preise zu vergleichen und im richtigen Moment zuschlagen. Tipp: Suchst du einen Gebrauchtwagen über das Internet oder Zeitungsanzeigen, kostet oft jeder Buchstabe Geld. Es werden gerne unverständliche Abkürzungen verwendet. Wir haben dir die wichtigsten Abkürzungen von Fahrzeuginseraten in einem PDF zusammengefasst.   Geht es zum Besichtigungstermin, nimm eine (am besten fachkundige) Begleitperson mit. Sie kann den Zustand des Wagens aus fachlicher und neutraler Sicht beurteilen.

1. Probefahrt vereinbaren

Die Probefahrt sollte, wenn möglich, bei gutem Wetter, Tageslicht und außerhalb der Stoßzeiten stattfinden. Dann erkennst du eventuelle Mängel am besten. Bring deinen Personalausweis und Führerschein mit.

Kläre die Probefahrt-Versicherung

Fährst du das (zugelassene) Auto selbst Probe, deckt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verkäufers zwar Schäden an Dritten ab; Schäden am Fahrzeug, die du verursacht hast, werden aber nicht übernommen. Hat der Verkäufer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, ist sie dafür zuständig. Du musst aber für den Ernstfall klären, wie du bei einer Selbstbeteiligung und Verlust des Schadenfreiheitsrabattes vorgehst.

Treffe sicherheitshalber eine Vereinbarung mit dem Händler, um dich vor Schadensansprüchen zu schützen. Hier kannst du ein kostenloses Muster herunterladen: Vereinbarung über die Probefahrt.

Wähle die richtige Route

Mache dich in Ruhe mit dem Fahrzeug vertraut und lege eine sinnvolle Testroute fest. Befahre zu Beginn möglichst ruhige Straßen, um dich auf Geräusche und Fahrgefühl des Autos zu konzentrieren. Du solltest auch ein Stück in Schrittgeschwindigkeit und mit offenem Fenster fahren, um untypische Geräusche gegebenenfalls zu hören. Natürlich sollte auch eine Schnellstraße oder Autobahn befahren werden.

Probefahrt
Eine Probefahrt vermittelt Ihnen das Fahrgefühl Ihres neuen Autos. © gettyimages/supergenijalac

Teste die Fahrtüchtigkeit

Auf der Probefahrt kannst du sehen, wie gut das Fahrzeug in Schuss ist und ob keine technischen Mängel vorliegen. Achte zum Beispiel auf die folgenden Punkte:

  • Macht das Fahrzeug merkwürdige Geräusche?
  • Wie verhält sich das Fahrzeug beim Lenken, beim Bremsen und auf unebenen Straßen?
  • Wie gut bleibt das Auto (auch ohne Lenken) in der Spur?

Eine ausführliche Prüfliste findest du in unserer Checkliste zum Autokauf (PDF).

2. Fahrzeugcheck

Prüfe genauestens, ob das Fahrzeug in einem guten Zustand ist. Lege unter anderem Wert auf die folgenden Punkte:

  • Überprüfe die Einträge der Abgas- und Hauptuntersuchung und ob Mängel oder Unfallschäden vorlagen.
  • Checke die Fahrzeugpapiere (stimmen Fahrgestellnummer, Kennzeichen etc. überein) und die eintragungspflichtige Betriebserlaubnis.
  • Überprüfe, ob Scheckheft und Bedienungsanleitung vorhanden sind und alle Inspektionen regelmäßig durchgeführt wurden.
  • Untersuche die Karosserie nach Unfallspuren, Rost und Lackschäden.
  • Prüfe die Reifen und Felgen auf Risse und Beulen.
  • Checke im Motor, ob Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlflüssigkeit korrekt gefüllt sind.
  • Überprüfe im Innenraum, ob Wasserspuren zu erkennen sind.
  • Teste alle elektrischen Bauteile wie Fensterheber, Schiebedach, Außenspiegel, Beleuchtung, Scheibenwischer usw.
  • Vergleiche, ob der Kilometerstand mit dem Gesamteindruck des Autos übereinstimmt.
Einen ausführlichen Kontrollbogen mit allen Details zum Abhaken findest du in unserer Checkliste zum Autokauf (PDF). Bist du nach Probefahrt und Check noch unsicher, kannst du ein Kfz-Gutachten beispielsweise beim TÜV, der Dekra oder dem ADAC erstellen lassen. Das kostet etwa 100 bis 150 Euro, kann sich beim Kauf aber schnell auszahlen. Verweigert dir der Verkäufer das, solltest du misstrauisch werden.

3. Preisverhandlung

Bist du mit dem Zustand des Fahrzeugs zufrieden, kannst du einen guten Preis heraushandeln. Beachte die folgenden Tipps:

  • Lege dein Budget fest: Wie viel bist du bereit auszugeben und worauf kannst du dich nicht mehr einlassen? Informiere dich, welcher Preis für das Auto angemessen ist und ermittel, was andere dafür verlangen.
  • Informiere dich über die Mängel: Recherchiere, welche Schwächen das Modell schwerpunktmäßig haben kann. Bringe diese und andere Defekte bei der Verhandlung ins Gespräch.
  • Bleib sachlich und professionell: Zeige ein ehrliches Interesse an dem Fahrzeug, sei aber nicht allzu begeistert. Verhandel objektiv, lass dich nicht unter Druck setzen und versuche einen guten Kompromiss zu finden. Setze dein erstes Angebot etwa 25 bis 30 Prozent unter dem Verkaufspreis an.
  • Nutze dein Feingefühl: Sitzt der Verkäufer schon länger auf dem Fahrzeug, kannst du  vermutlich noch mehr verhandeln. Erhältst du aber ein Angebot, mit dem du zufrieden bist, solltest du nicht zu gierig werden und dich darauf einlassen.
  • Verlasse gegebenenfalls das Verkaufsgespräch: Schließe nicht aus Ungeduld irgendeinen Vertrag ab, sondern gehe gegebenenfalls. Verkäufer verlieren nicht gerne. In den meisten Fällen wird er ein neues Angebot vorschlagen.
  • Frage nach anderen Leistungen: Kannst du dich auf keinen Preis einigen, versuche Zusatzleistungen wie eine Gratis-Inspektion, einen Tankgutschein oder einen Satz Winterreifen herauszuhandeln.

4. Kaufvertrag schließen

Zwar gilt der Handschlag unter Kaufleuten als bindend, du solltest trotzdem unbedingt einen schriftlichen Vertrag abschließen.

Muster-Kaufvertrag

Hier findest du einen Muster-Kaufvertrag für gebrauchte Fahrzeuge. Mit ihm bist du auf der sicheren Seite. Darauf solltest du bei deinem Kaufvertrag achten:

  • Stammdaten zu Verkäufer und Käufer: Gleiche sie unbedingt ab. Willst du ganz sicher gehen, hefte eine Kopie des Personalausweises an.
  • Fahrzeugdaten: Im Vertrag sollten Fahrzeugtyp, Hersteller, Fahrzeugidentifizierungs-Nummer, Fahrzeugbriefnummer, Kilometerstand, bisheriges Kennzeichen, nächster TÜV- und AU-Termin und Tag der Erstzulassung aufgeführt werden. Auch Sonderausstattung und Zubehör gehören in den Vertrag.
  • Zusatzinformationen: Es sollten alle Mängel und Unfallschäden (mit Zeitpunkt, Schadenart und Reparaturaufwendungen) genau beschrieben werden. Auch eine gewerbliche Nutzung oder ausgetauschte Teile (Erneuerungen) sollten vermerkt werden. Am besten unterstützt eine fachchkundige Begleitperson bei der Auflistung.
  • Kaufpreis und Ummeldepflicht: Der Kaufpreis gehört natürlich in den Vertrag, genauso die einwöchige Ummeldepflicht des Käufers. Der Käufer bestätigt auch, alle Schlüssel, Papiere und den TÜV-Bericht erhalten zu haben.
  • Kfz-Versicherung: Wurde das Auto nicht abgemeldet, geht sie vom Verkäufer auf den Käufer über. Als Käufer hast du ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht, um die Kfz-Versicherung zu wechseln. Ein verpflichtender Wechsel wird gegebenenfalls im Vertrag festgehalten.
  • Gewährleistung: Händler müssen zwei Jahre für nicht von Ihnen verschuldete Mängel haften. Du kannst das im Vertrag auf ein Jahr kürzen. Private Anbieter können die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung ausschließen („Gekauft wie gesehen“). Werden Fahrzeugmängel verschwiegen, die dir zum Verkaufszeitpunkt nachweislich hätten bekannt sein müssen, kannst du den Vertrag anfechten.
  • Unterschrift: Der Vertrag wird mit der Unterschrift von Käufer und Verkäufer bestätigt.

Wenn du nicht mit dem Fahrzeugeigentümer selbst handelst, achte unbedingt auf eine schriftliche Vollmacht und nimm sie zu deinen Unterlagen. Lass dir auch Ausweispapiere des Bevollmächtigten zeigen und schreibe seine Daten auf.

offene Motorhaube zum Check
Das Auto sollte im Vertrag ganz genau beschrieben sein. © gettyimages/takoburito

Unterlagen zum Fahrzeugkauf

Um deinen Fahrzeugkauf sicher abzuschließen, solltest du zum korrekten Vertragsabschluss diese Dokumente und Gegenstände haben:

  • Musterkaufvertrag mit Veräußerungsanzeige für die Zulassungsstelle und Versicherung
  • Deinen Personalausweis und den des Verkäufers zum Daten-Abgleichen, zur Sicherheit noch eine Kopie des Verkäufer-Ausweises
  • Verkaufsvollmacht, falls Verkäufer und Fahrzeughalter nicht identisch sind
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und Teil II (Fahrzeugbrief)
  • Bescheinigung der letzten Hauptuntersuchung (HU) und der Abgasuntersuchung (AU)
  • Schlüssel oder Codekarten für das Fahrzeug
  • Bedienungsanleitung
  • Scheckheft (= Serviceheft), falls vorhanden
  • Wartungs- und Reparaturrechnungen, falls vorhanden
  • Bilder und Gutachten bei Unfallschäden, falls vorhanden
  • Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Zubehör und Anbauteile, falls vorhanden
  • Baugenehmigungen und Teilgutachten für Zubehör und Anbauteile, falls vorhanden

Du hast alle Dokumente vorliegen? Herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Fahrzeug!

Bezahlung

Zahlst du bar, fahre nie alleine und niemals mit dem gesamten Geld zum Käufer. Ein vermeintlicher „Notkauf“ gegen Barzahlung hat sich schon öfter als Trick herausgestellt, der Käufer wurde bestohlen. Nimm lieber eine Anzahlung mit, mache den Kaufvertrag und zahle das Restgeld oder gar die ganze Summe erst bei der Abholung.

Schließt du einen Ratenvertrag ab, sollte das Kaufdatum korrekt eingetragen werden, sonst verlierst du das gesetzlich festgelegte einwöchige Rücktrittsrecht.

5. Auto zulassen

Melden dein neues Auto bei der Zulassungsstelle deines Wohnortes an. Bist du persönlich verhindert, kannst du eine andere Person mit Zulassungsvollmacht beauftragen. Falls dein neues Auto überführt werden muss, kannst du hierfür auch ein Kurzzeitkennzeichen verwenden. Die Zulassung eines Kurzzeitkennzeichens kann an jeder Zulassungsstelle erfolgen.

Für die Zulassung brauchst du:

  • Deinen Personalausweis oder Reisepass (und gegebenenfalls die Vollmacht)
  • Bei Firmen den Handelsregisterauszug und/oder die Gewerbeanmeldung
  • eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung/Deckungskarte)
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
  • HU- und AU-Prüfbescheinigung (oder Eintrag im Fahrzeugschein)
  • Kennzeichen, wenn das Fahrzeug bisher außerhalb des Zulassungsbezirks zugelassen war oder gegebenenfalls eine Reservierungsbestätigung

Das solltest du wissen: Die Zulassung plus Wunschkennzeichen (inklusive Vorabreservierung) kostet etwa 40 Euro. Mehr Informationen zum Thema Zulassung haben wir für dich in unserem Ratgeber Auto anmelden zusammengefasst. In unserem Artikel zur Abmeldung geben wir außerdem Tipps, falls du vor der Anmeldung deines neuen Fahrzeugs dein altes Autos noch abmelden musst.

Die Kfz-Versicherung als Kaufargument 

Schon beim Autokauf solltest du ein Auge auf die Beiträge der Kfz-Versicherung werfen. Sie variieren stark von Modell zu Modell und werden vor allem vom Fahrzeugtyp beeinflusst. Berechne schon vorher deine Kfz-Versicherung in unserem Rechner. Du brauchst dafür:

  • Hersteller- und Typschlüsselnummer (HSN/TSN) des Autos
  • Gefahrene Kilometer
  • Datum der Erstzulassung

Vergleichst du mehrere Gebrauchtwägen miteinander, berechne den Versicherungstarif für zwei Jahre. Zähle die Summe zum Kaufpreis hinzu, dann erhältst du einen besseren, realen Kostenüberblick für das Auto. Auch die weiteren Unterhaltskosten solltest du bedenken.

Schreite mit unseren Tipps zur Tat und kaufe dir deinen neuen Traum-Gebrauchtwagen. Mit der Autokauf-Checkliste und dem Muster-Kaufvertrag sollte nichts mehr schiefgehen.

Wir wünschen viel Erfolg beim Autokauf und allzeit gute Fahrt! Deine Allianz Direct

Kfz-Versicherung

Wechseln lohnt sich: Hole dir jetzt die günstige Allianz Direct Kfz-Versicherung.

Zur Kfz-Versicherung
Mann mit Notebook