Sturmschaden am Auto

Sturmschaden am Auto: Wer zahlt?

Unwetter und Sturm sind in Deutschland mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Wir erklären dir, was du bei einem Sturmschaden am Auto tun musst und welche Kosten Teilkasko und Vollkasko in dem Fall übernehmen. Wir beantworten dir hier alle Fragen rund um Sturmschäden.

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Bei einem Sturmschaden solltest du schnell handeln und deine Kaskoversicherung informieren. Wir erklären dir anhand von Beispielen, wann welche Versicherung zahlt und was bei einem Sturmschaden wichtig ist:

  • Wer zahlt bei einem Sturmschaden am Auto?
  • Muss ich bei einem Sturmschaden mit einer Rückstufung rechnen?
  • Wie melde ich der Versicherung einen Sturmschaden?
  • Unterwegs bei Wind & Sturm: Tipps zur Fahrweise

Wer zahlt bei Sturmschaden am Auto? 

Grundsätzlich gilt: Mit einer Kaskoversicherung kannst du einen Sturmschaden am Auto deiner Versicherung melden. Wenn du aber nur die verpflichtende Kfz-Haftpflichtversicherung für dein Fahrzeug abgeschlossen hast, musst du normalerweise alle anfallenden Kosten selbst bezahlen.

Die Teilkasko übernimmt aber nicht alle Schäden, die bei einem Unwetter an deinem Auto entstanden sind. Wir erklären dir im Folgenden, wann welche Versicherung zahlt und worauf du achten musst.

Was zahlt die Teilkaskoversicherung?

Sogenannte unmittelbare Sturm- und Hagelschäden an deinem Auto übernimmt normalerweise die Teilkaskoversicherung. Dazu gehören herumfliegende Dachziegel oder Fassadenteile. Fällt zum Beispiel ein schwerer Ast oder ein umgekipptes Verkehrszeichen während eines Unwetters auf dein geparktes Auto, ist auch das ein Fall für die Teilkasko.

Aber: Kein Versicherungsschutz besteht, wenn die Gegenstände mit dem Fahrzeug verbunden sind. Beschädigt zum Beispiel eine fixierte Vorzeltstange bei einem Sturm den Wohnwagen, zahlt deine Versicherung nicht.

Wurde eine Hochwasser-Warnung mit starken Unwettern ausgesprochen und du stellst dein Fahrzeug trotzdem in dem gefährdeten Gebiet ab, gilt das als fahrlässig. In dem Fall zahlen nur Versicherungen, die grobe Fahrlässigkeit im Vertrag miteingeschlossen haben.

Die Teilkaskoversicherung zahlt dir bei einem Sturmschaden die entstandenen Reparaturkosten oder auch den Zeitwert deines Fahrzeugs. Das ist der Betrag, den du für dein Auto vor dem Unfall bei einem Verkauf bekommen hättest.

Eine Entschädigung für mögliche Ausfälle oder einen Mietwagen-Zuschuss bekommst du nur, wenn du die Leistungen zu deinem Tarif dazu gebucht hast. Die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung musst du bei einem Kaskoschaden immer aus eigener Tasche bezahlen. Den Rest übernimmt dann deine Versicherung.

Das solltest du wissen: Ein Sturmschaden wird erst ab Windstärke 8 von der Teilkasko übernommen. In einem solchen Fall herrscht normalerweise eine Windgeschwindigkeit von 62 bis 74 km/h. Das bedeutet, große Bäume bewegen sich sehr stark, Zweige können abbrechen, Fensterläden werden geöffnet und Dachziegel können sich lösen.

Umgefallene Bäume auf der Strasse
Liegt ein Baum schon auf der Straße und du fährst dagegen, zahlt normalerweise nur die Vollkasko den Schaden an deinem Auto. © gettyimages/Gueholl

Was zahlt die Vollkaskoversicherung?

Handelt es sich bei einem Sturmschaden an deinem Auto aber um einen sogenannten mittelbaren Sturmschaden, übernimmt in der Regel nur eine Vollkaskoversicherung die anfallenden Kosten. Darunter fallen zum Beispiel Unfälle, an denen du selbst schuld bist.

Beispiel: Das Fahrzeug vor dir ist gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Du kannst nicht mehr rechtzeitig bremsen und stößt deshalb mit deinem Vordermann zusammen. Den Schaden am Auto des anderen übernimmt normalerweise deine Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Reparaturkosten für dein eigenes Fahrzeug kannst du aber nur deiner Vollkaskoversicherung melden. Hast du keine Vollkasko abgeschlossen, musst du die Kosten in dem Fall selbst bezahlen.

Das solltest du wissen: Ist dein Auto von einem morschen, herabfallenden Ast beschädigt worden, zahlt die Vollkasko auch bei einer geringeren Windstärke als 8.

Werden Sturmschäden während der Fahrt übernommen?

Entsteht an deinem Auto während der Fahrt ein Sturmschaden, kommt es immer auf das Wie an, ob deine Versicherung die Kosten übernimmt. Dafür ist natürlich auch entscheidend, ob du überhaupt eine solche freiwillige Police abgeschlossen hast.

Beispiel: Ist dir ein herumfliegender Ast während der Fahrt aufs Autodach geknallt, kannst du den Schaden deiner Teilkasko melden. Deine Versicherung übernimmt normalerweise die Reparaturkosten.

Beispiel: Liegt ein entwurzelter Baum schon auf der Straße und du kannst vor Schreck nicht mehr rechtzeitig bremsen, zahlt nur die Vollkasko den entstandenen Schaden an deinem Auto.

Baum fällt auf ein Auto: Wer zahlt?

Umgekippter Baum auf einem Auto
Fällt dir während eines Unwetters ein Baum aufs Auto, muss der Grundstücksbesitzer nicht immer zahlen. © gettyimages/nevarpp

Ist während eines Sturms ein Baum auf dein Auto gefallen, der auf einem Privatgrundstück stand, kommt es auf Folgendes an:

  • War der Baum gesund und ist bei einem starken Sturm umgefallen?
  • War der Baum offensichtlich krank und ein Ast ist deshalb abgebrochen?

Grundsätzlich gilt: Steht ein Baum auf einem Privatgrundstück, ist immer der Besitzer dafür verantwortlich. Fällt ein gesunder Baum aber bei einem starken Sturm um, spricht man normalerweise von höherer Gewalt. Das bedeutet, dass auch der Besitzer des Grundstücks in dem Fall nichts für den Schaden kann und auch nicht zahlen muss. Hier hilft dir deine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung.

War der Baum aber vorher schon krank und hatte zum Beispiel morsche Äste, ist der Besitzer für den Schaden verantwortlich. Er hat in dem Fall fahrlässig gehandelt und hätte den Baum rechtzeitig kontrollieren lassen müssen. Seine Privathaftpflichtversicherung oder die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung übernimmt normalerweise deinen Schaden. Hat er eine solche Police aber nicht abgeschlossen, muss der Grundstücksbesitzer deine Reparaturkosten aus eigener Tasche bezahlen.

Das solltest du wissen: Für Hausbesitzer gilt die sogenannte gesetzliche Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, du musst dafür sorgen, dass dein Besitz in einem sicheren Zustand ist. Aus dem Grund solltest du auch Bäume auf deinem Grundstück mindestens zweimal pro Jahr überprüfen. Wenn du dir selbst dabei nicht sicher bist, bestellst du am besten einen geschulten Baumpfleger.

Muss ich bei einem Sturmschaden mit einer Rückstufung rechnen? 

Meldest du deiner Kfz-Versicherung einen Sturmschaden, wirst du normalerweise nicht in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft und kannst deinen Schadenfreiheitsrabatt behalten.

Bei der Teilkaskoversicherung gibt es grundsätzlich keine Schadenfreiheitsklassen. Das liegt daran, dass du für die versicherten Risiken wie Brand, Glasbruch, Wildschäden, Diebstahl oder Sturmschäden nicht verantwortlich bist. Aus dem Grund musst du nach einem solchen Schaden auch keine höheren Beiträge bezahlen.

Aber: Verursachst du während eines Sturms einen Unfall, weil du wie im Beispiel oben gegen einen auf der Straße liegenden Baum gefahren bist, übernimmt zwar deine Vollkaskoversicherung den Schaden. Du wirst aber innerhalb der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft und musst künftig mehr für deine Kfz-Versicherung bezahlen.

Das solltest du wissen: Bei Kratzern oder kleineren Lackschäden kann es sich lohnen, wenn du die Reparaturkosten selbst übernimmst. So vermeidest du eine Rückstufung in der Vollkasko und kannst deine schadenfreien Jahre behalten.

Wie melde ich der Versicherung einen Sturmschaden?

Autos bei Regen auf Strasse
Bei einem Unwetter übernimmt die Teilkaskoversicherung einen Sturmschaden nur ab Windstärke 8. © gettyimages/robertiez

Hast du einen Sturmschaden am Auto, solltest du das so schnell wie möglich deiner Versicherung mitteilen. Viele Versicherungen übernehmen die Reparaturkosten nur, wenn du dich innerhalb einer Woche meldest. Die Polizei musst du in dem Fall aber nicht informieren.

Gehe folgendermaßen Schritt für Schritt vor:

  1. Dokumentiere den Schaden: Nimm detaillierte Fotos von deinem Fahrzeug auf und den beschädigten Stellen. Außerdem ist es sinnvoll, auch die Umgebung zu fotografieren, damit die Versicherung die Folgen des Unwetters besser einschätzen kann.
  2. Kontaktiere die Versicherung: Bei einigen Versicherungen kannst du den Schaden direkt online melden. Du kannst deinen Versicherer normalerweise auch per E-Mail oder telefonisch erreichen. Melde dich aber in jedem Fall innerhalb einer Woche bei deiner Versicherung. Manche Anbieter erwarten bei einem Sturmschaden auch ein Einschreiben mit Rückschein. Informiere dich dazu direkt bei deiner Kaskoversicherung und sprich das weitere Vorgehen ab.
  3. Gib der Versicherung Uhrzeit und Ort durch: Die Uhrzeit und den Ort, an dem der Sturmschaden passiert ist, solltest du deinem Versicherer so genau wie möglich mitteilen. So kann die Versicherung die Lage anhand der Unwetter-Warnung besser nachvollziehen. Solltest du Informationen des Deutschen Wetterdienstes dazu finden, gib auch die relevanten Angaben direkt weiter.
  4. Nenne dem Versicherer Zeugen: Hast du Zeugen für das Unwetter und den entstandenen Schaden (zum Beispiel deinen Beifahrer oder Passanten), solltest du die Personen bei der Versicherung mit Namen und Anschrift angeben.
  5. Lass das Auto keinesfalls selbst reparieren: Bringe dein Fahrzeug nicht selbst in die nächste Werkstatt. Deine Versicherung wird einen Gutachter zur Einschätzung des Sturmschadens an deinem Auto vorbeischicken. Er wird alles Weitere mit dir und deinem Versicherer abklären und in die Wege leiten.

Unterwegs bei Wind & Sturm: Tipps zur Fahrweise 

In manchen Fällen lässt es sich nicht vermeiden, das Unwetter zu umfahren oder du schaffst es einfach nicht mehr rechtzeitig nach Hause. In dem Fall ist es besonders wichtig, sicher und vorausschauend zu fahren.

Warnschild bei Unwetter
Bei Sturmverhältnissen und Unwetter solltest du immer auf die Straßenschilder Acht geben. © gettyimages/trendobjects

Tipps, wie du dich bei einem Sturm im Straßenverkehr richtig verhältst und so das Risiko senken kannst, gibt der ADAC. Wir haben die Richtlinien hier für dich zusammengefasst:

  • Geschwindigkeit senken: Bei niedrigem Tempo kannst du schneller reagieren und besser gegenlenken, sollte dein Fahrzeug von einer Windböe erfasst werden.
  • Strecken mit vielen Bäumen meiden: Hat der Wetterdienst eine Sturmwarnung ausgesprochen, solltest du dich darauf einstellen. Umfahre in einem solchen Fall Straßen, die von Bäumen umgeben sind.
  • Auf Brücken und Waldschneisen Acht geben: Dort ist die Gefahr groß, dass du und dein Fahrzeug von starken Windböen erfasst werden. Halte hier immer angebrachte Windsäcke und Hinweisschilder im Blick, um die Lage besser einschätzen zu können.
  • Überholen von Lastwagen und Bussen vermeiden: Beim Überholen fährst du anfangs im Windschatten des anderen Fahrzeugs. Du musst aber damit rechnen, dass du danach direkt vom Seitenwind erfasst wirst. Das kann dein Fahrzeug schnell von der Spur abbringen.
  • Dachlasten abmontieren: Befestigte Fahrräder oder Ski-Boxen auf deinem Autodach verstärken normalerweise die Wirkung des Sturms. Das Unwetter hat so eine größere Aufprallfläche und wirkt deshalb stärker auf dein Fahrzeug ein.
  • Bei Wohnmobilen, Gespannen, Bussen und Lkw aufpassen: Die Fahrzeuge können bei Seitenwind leichter umkippen. Hier solltest du immer mehr Abstand halten und vorausschauend fahren.

Grundsätzlich gilt: Musst du mit starken Orkanböen rechnen, solltest du dein Auto besser zu Hause in einer gesicherten Garage abstellen und damit nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Schnell handeln bei Sturmschäden 

Hat ein heftiges Unwetter einen Sturmschaden an deinem Auto verursacht, solltest du so schnell wie möglich deine Kaskoversicherung informieren. Um den Schaden zu melden, hast du normalerweise eine Woche Zeit. Schicke auch immer detaillierte Fotos und Angaben zu Ort, Zeit, Unwetter-Warnung und Zeugen mit.

Solltest du einmal plötzlich in ein aufziehendes Unwetter gelangen, passe am besten sofort deine Geschwindigkeit an und fahre vorausschauend. Vermeide außerdem riskante Überholmanöver und halte besonders bei Wohnmobilen, Bussen und Lkw genügend Abstand.

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