Was tun bei einem Autounfall?

Was tun bei einem Autounfall?

Vom Absichern der Unfallstelle bis zur Schadensmeldung: Wir erklären, wie du dich richtig verhältst

Du erfährst auch, was du bei einem Unfall im (EU-)Ausland beachten musst und wie du dich richtig verhältst, wenn du nicht am Unfall beteiligt bist.

Das musst du bei einem Unfall tun

  1. Unfallstelle absichern
  2. Erste Hilfe leisten
  3. Polizei und Rettungsdienst benachrichtigen
  4. Angaben zu den Beteiligten
  5. Ihre Schadenmeldung

Das musst du im (EU-)Ausland beachten

  • Wichtige Rufnummern im Ausland
  • Europäischer Unfallbericht

So verhältst du dich, wenn du nicht beteiligt bist

  • Rettungsgasse
  • Unfall im Tunnel

Das musst du bei einem Unfall tun 

Du hattest einen Unfall mit deinem Auto? Keine Panik: Mit dieser Checkliste meisterst du die Situation am Unfallort.

1. Unfallstelle absichern

Autofahrer sind gesetzlich verpflichtet die Unfallstelle abzusichern. Wie du nach einem Unfall oder einer Panne die Unfallstelle absicherst, hängt davon ab, wo es passiert ist. Bei einem Unfall auf der Autobahn musst du andere Schritte beachten als auf der Landstraße und in der Stadt.

Beachte immer die Reihenfolge der drei „Ws“:

  • Schalte zuerst die Warnblinkanlage ein,
  • ziehe deine Warnweste über und
  • stelle dann das Warndreieck auf.

An einer unübersichtlichen Unfallstelle musst du das Warndreieck vor einem Sichthindernis aufstellen. Sichthindernisse sind zum Beispiel enge Kurven oder Kuppen. Lasse bei Dunkelheit das Autolicht am Fahrzeug an. Erst wenn die Unfallstelle abgesichert ist, darfst du verletzten Personen helfen. Sonst bringst du dich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

Auf der Autobahn

Seie bei einer Panne oder einem Unfall auf der Autobahn besonders vorsichtig und begebe dich nicht in Lebensgefahr!

  • Bringe das Auto auf dem Standstreifen zum Stehen.
  • Schalte die Warnblinkanlage ein und ziehen Sie die Warnweste über. Die solltest du immer griffbereit haben und nicht erst aus dem Kofferraum holen müssen.
  • Steige vorsichtig aus und achte auf den fließenden Verkehr. Wähle die Fahrzeugseite, die näher an der Leitplanke ist.
  • Nachdem du das Fahrzeug verlassen hast, solltest du dich nur noch hinter der Leitplanke aufhalten.
  • Stelle das Warndreieck mindestens 200 Meter von der Unfallstelle entfernt auf dem Standstreifen auf. An den Seitenpfosten kannst du die Strecke abmessen. Vier Pfosten entsprechen auf der Autobahn 200 Metern.

Kommt dein Auto durch einen Unfall auf der linken Spur zum Stehen, weil es nicht mehr fahrtüchtig ist, ist die Situation noch gefährlicher. Du kannst nicht auf dem Standstreifen aussteigen, sondern musst das Auto auf der Fahrbahn verlassen, um die Unfallstelle zu sichern. Halte dich nur noch auf dem Grünstreifen zwischen den Fahrbahnen auf und sichere die Unfallstelle von dort mit dem Warndreieck.

Auf der Landstraße oder im Stadtverkehr

  • Schalte die Warnblinkanlage ein und ziehe die Warnweste über.
  • Steige vorsichtig aus und achte auf den fließenden Verkehr. Steige auf der Seite aus, die näher am Straßenrand ist.
  • Auf Landstraßen oder in der Stadt musst du das Warndreieck mindestens 100 Meter vor der Unfallstelle aufstellen.

2. Erste Hilfe leisten

Schaue, ob Personen verletzt sind. Eine ausführliche Anleitung zum Erste-Hilfe-Kurs findest du in unserem Ratgeber, das sind die wichtigsten Punkte:

  • Prüfe das Bewusstsein. Ist die Person bei Bewusstsein, musst du ihr angemessen helfen und wenn nötig den Notruf tätigen.
  • Ist die Person nicht bei Bewusstsein, musst du die Atmung überprüfen. Ist die Atmung normal, bringe die verletzte Person in die stabile Seitenlage. Danach rufe den Rettungsdienst.
  • Wenn die Person nicht oder nicht normal atmet, musst du den Rettungsdienst anrufen und Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten. Führe eine Herzdruckmassage durch, indem du 30 Mal fest auf die Brust der Person drückst. Danach beatme die Person durch Mund-zu-Mund-Beatmung. Wechsel Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung solange ab, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.
Auffahrunfall
Bei einem großen Sachschaden solltest du die Polizei rufen. © gettyimages/RobertCrum

3. Polizei und Rettungsdienst benachrichtigen

In Notsituationen musst du sofort den Rettungsdienst benachrichtigen, um verletzte Personen medizinisch versorgen zu lassen. Ein Unfall ist dann eine Notsituation, wenn es Verletzte gibt. Ein hoher Sachschaden muss von der Polizei aufgenommen werden.

  • Unter der Notrufnummer 112 erreichst du den Rettungsdienst.
  • Unter der Notrufnummer 110 erreichst du die nächste Polizeidienststelle.
  • Auf der Autobahn gibt es Notrufsäulen, an denen du Hilfe rufen kannst.

Gibt es einen Verdacht auf Straftaten, musst du die Polizei benachrichtigen. Das gilt vor allem bei Unfallflucht und dem Missbrauch von Alkohol oder Drogen. Auch wenn die Schuldfrage unklar ist, musst du die Polizei rufen.

Bei einem leichten Blechschaden oder wenn du beim Einparken ein anderes Auto gestreift hast, musst du die Polizei nicht verständigen. Es reicht, die Daten mit dem Unfallgegner auszutauschen. Mehr erfährst du weiter unten.

4. Angaben zu den Beteiligten

Schreibe dir die wichtigsten Daten aller am Unfall beteiligten Personen auf. Das sind

  • die amtlichen Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge,
  • die Namen und Anschriften der Halter und Fahrzeugführer, der Verletzten und Unfallzeugen,
  • die Schäden an den Fahrzeugen oder Sachen (z.B. mitgeführtes Gepäck oder Kleidung) und
  • die Versicherungsscheinnummern und Namen der zuständigen Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners.

Mache Fotos vom Unfallort und den beteiligten Fahrzeugen. Du solltest Übersichtsaufnahmen vom Unfallort und Detailfotos von den einzelnen Schäden machen. Dokumentiere, falls vorhanden, auch Bremsspuren und Flüssigkeiten, die dein Auto verloren hat.

Du solltest auch eine Unfallskizze anfertigen. Das muss die Unfallskizze enthalten:

  • Der Straßenverlauf: Die verschiedenen Spuren von mehrspurigen Straßen müssen deutlich zu erkennen sein. Auf einem Parkplatz musst du alle parkenden Fahrzeuge in der Nähe der Unfallstelle einzeichnen.
  • Die vorhandenen Straßenschilder: Zeichne bei Unfällen auf Kreuzungen alle relevanten Straßenschilder ein.
  • Die Position und Fahrtrichtung der Fahrzeuge: Jedes Auto muss einem Fahrer zugeordnet werden können. Es helfen farbige Markierungen oder Nummern.
  • Augenzeugen: Gibt es Augenzeugen, sollten ihre Positionen angegeben werden.
  • Fußgänger, Bäume und Hindernisse: Ist es relevant, sollten die Positionen der Fußgänger, Bäume oder Hindernisse rund um die Unfallstelle abgebildet werden.

Ereignet sich der Unfall im Ausland, nutze bitte den Europäischen Unfallbericht.  Du solltest ihn immer im Handschuhfach haben.

5. Deine Schadenmeldung

Bist du der Unfallverursacher, musst du den Schaden sofort deiner Kfz-Haftpflichtversicherung melden. Die meisten Versicherer stellen ein Formular online zur Verfügung.

Unfallschaden melden
Melde den Schaden deiner Kfz-Haftpflichtversicherung. © gettyimages/Chris Ryan

Bist du unverschuldet in einen Unfall verwickelt, musst du den Schaden dem Kfz-Haftpflichtversicherer des Unfallgegners melden. Kennst du den Versicherer nicht, kannst du dich beim Zentralruf der Autoversicherer unter der Rufnummer 0800 2502600 erkundigen. Dort musst du das amtliche Kennzeichen des Unfallgegners angeben.

Das musst du im (EU-)Ausland beachten 

Unfälle im Ausland sind ärgerlich, weil oft die Sprachbarriere die Aufklärung erschwert. Du solltest die richtigen Rufnummern immer griffbereit haben.

Wichtige Rufnummern im Ausland

Passiert dir ein Unfall im Ausland, sind die Rufnummern der örtlichen Polizei und Rettungsdienste sehr hilfreich. Auch die jeweilige deutsche Auslandsvertretung kann dir helfen. Im europäischen Ausland kannst du fast überall unter der 112 die Polizei und den Rettungsdienst erreichen.

Wir haben dir eine Liste mit den wichtigsten Rufnummern erstellt. Sie enthält auch die Nummern, die du anrufen musst, wenn du deine Euroscheck- oder Kreditkarte verloren hast oder deine Handykarte sperren willst.

Europäischer Unfallbericht

Der Europäische Unfallbericht dient dazu, die wichtigsten Daten aller Beteiligten trotz Sprachbarriere aufzunehmen. Er ist europaweit gleich aufgebaut und in die verschiedenen Sprachen übersetzt. So weiß jeder, was wo steht. Fährst du das nächste Mal in den Urlaub, solltest du ihn auf jeden Fall im Handschuhfach haben.

So verhältst du dich bei einem Unfall, wenn du nicht beteiligt bist 

Auch, wenn du nicht direkt an einem Unfall beteiligt bist, musst du aufmerksam handeln, besonders auf der Autobahn oder im Tunnel.

Rettungsgasse auf der Autobahn

Bei einem Stau auf der Autobahn bist du und alle anderen Autofahrer verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden. Durch die Rettungsgasse gelangen Einsatzfahrzeuge der Rettungskräfte schnell zum Unfallort.

Sie wird zwischen dem linken und den übrigen Fahrspuren gebildet. Wenn du auf der linken Spur fährst, musst du nach links ausweichen. Fährst du auf einer der übrigen Spuren, weiche nach rechts aus. Als Eselsbrücke stelle dir deine rechte Hand vor, die auf dem Schalthebel liegt: Der Daumen zeigt als einziger Finger nach links, alle anderen zeigen nach rechts. In unserem Ratgeber findest du weitere Informationen zur Rettungsgasse.

Rettungsgasse auf der Autobahn
Alle Fahrzeuge auf der linken Spur fahren nach links, alle Autos auf den übrigen Spuren fahren nach rechts. © gettyimages/Schlegelfotos

Unfall im Tunnel

Bei einem Unfall im Tunnel kann schnell Panik aufkommen, wenn dadurch ein Stau entsteht. Bewahre deshalb Ruhe und schalte, wie auch außerhalb des Tunnels, deine Warnblinkanlage ein.

Bei einem Unfall mit Verletzen oder Brandgefahr musst du sofort den Rettungsdienst über eine der Notrufstationen benachrichtigen. Oft haben Handys im Tunnel keinen Empfang. Mindestens alle 150 Meter befindet sich im Tunnel eine Notrufstation. Sie sind durch Schilder gekennzeichnet.

Im Tunnel ist es schwierig, sich zu orientieren und genaue Angaben zum Unfallort zu machen. Die Rettungskräfte erkennen schon daran, welche Notrufstation du nutzt, wo sich der Unfallort befindet.

Sonderkündigungsrecht nach einem Unfall 

Hast du den Unfall verursacht, kann es sein, dass deine Kfz-Versicherung deinen Beitrag erhöht. Findest du das nicht angemessen, nutze dein Sonderkündigungsrecht und wechsle die Kfz-Versicherung.

Das heißt: Du kannst auch während des Jahres kündigen. Du musst nur die Frist von vier Wochen ab der Beitragserhöhung einhalten.

Was tun bei einem Autounfall? Neben Unfallstelle sichern, Erster Hilfe und Rettungswagen rufen, kannst du zu dem richtigen Verhalten bei einem Autounfall also auch den Versicherungsvergleich zählen.

Wir wünschen dir allzeit gute Fahrt! Deine Allianz Direct

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