Erste-Hilfe-Kurs

Erste-Hilfe-Kurs: Dauer, Kosten & mehr

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist für den Führerschein wichtig und kann Leben retten.

Wir erklären dir alles Wichtige zur Dauer, den Kosten und ob du den Kurs nach einer gewissen Zeit auffrischen musst. Außerdem zeigen wir dir, wie ein Erste-Hilfe-Kurs abläuft und was du bei einem Erste-Hilfe-Kurs lernst.

  • Wofür braucht man einen Erste-Hilfe-Kurs?
  • Was lernt man beim Erste-Hilfe-Kurs?
  • Bestandteile der Rettungskette
  • Sicherung der Unfallstelle
  • Absetzen des Notrufs
  • Stabile Seitenlage
  • Herz-Lungen-Wiederbelebung
  • Abnehmen des Motorradhelms
  • Was muss man zu einem Erste-Hilfe-Kurs mitbringen?
  • Wie lange dauert ein Erste-Hilfe-Kurs?
  • Was kostet ein Erste-Hilfe-Kurs?
  • Was passiert, wenn man den Erste-Hilfe-Kurs nicht besteht?
  • Muss man den Erste-Hilfe-Kurs auffrischen?

Wofür braucht man einen Erste-Hilfe-Kurs? 

Einen Erste-Hilfe-Kurs brauchst du für den Führerschein und als betrieblicher Ersthelfer. Generell gilt aber: Jeder sollte sich mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen auskennen, damit im Notfall schnell reagiert werden kann.

Der Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein

Seit 01. Januar 2016 musst du für alle Führerscheinklassen denselben Erste-Hilfe-Kurs machen. Vorher gab es Unterschiede. Für die Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L und T musstest du nur eine Art Erste-Hilfe-Grundkurs besuchen. Für die Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE oder D1E musstest du einen großen Erste-Hilfe-Kurs machen.

Das bedeutet: Es gibt keine „kleinen“ und „großen“ Kurse mehr. Die aktuellen Erste-Hilfe-Kurse für alle Führerscheinklassen dauern 7,5 Stunden. In § 19 der Fahrerlaubnis-Verordnung steht, dass neun Unterrichtseinheiten von jeweils 45 Minuten besucht werden müssen. Du kannst den Erste-Hilfe-Kurs also an einem Tag machen.

Keine Sorge: Du musst deinen Erste-Hilfe-Kurs nicht wegen der Neuerung wiederholen. Alle bestandenen Kurse sind weiter gültig.

Was du noch beachten musst, wenn du den Führerschein machen willst, erklären wir dir ausführlich in unserem Ratgeber.

Der Erste-Hilfe-Kurs für betriebliche Ersthelfer

In jedem Betrieb muss es mindestens einen ausgebildeten Betriebsersthelfer geben. Das gilt auch für Unternehmen mit nur zwei Mitarbeitern. Normalerweise übernimmt die Berufsgenossenschaft die Kosten dafür. Das solltest du aber vorher klären. Je nachdem, wie viele Mitarbeiter ausgebildet werden, kann der Erste-Hilfe-Kurs direkt im Unternehmen stattfinden. Informiere dich darüber bei den verschiedenen Anbietern.

Für betriebliche Ersthelfer gibt es spezielle Kurse, die unter der Woche stattfinden. Du kannst dich aber auch für die „normalen“ Erste-Hilfe-Kurse am Wochenende anmelden.

Das musst du wissen: Der Erste-Hilfe-Kurs für Betriebsersthelfer ist nach zwei Jahren nicht mehr gültig. Du musst die Erste-Hilfe-Maßnahmen auffrischen und eine Fortbildung machen.

Was lernt man beim Erste-Hilfe-Kurs? 

Bei einem Erste-Hilfe-Kurs wird theoretisches und praktisches Wissen vermittelt. Verschiedene Inhalte rund um das Thema Erste Hilfe sollen dir helfen, im Notfall schnell und richtig zu reagieren. Das Deutsche Rote Kreuz klärt ausführlich über lebensrettende Sofortmaßnahmen und das richtige Verhalten innerhalb der Rettungskette auf. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengefasst, damit du schon vor dem Erste-Hilfe-Kurs einen Überblick hast.

Die Bestandteile einer Rettungskette

Die einzelnen Bestandteile einer Rettungskette sind wichtig, um im Notfall schnell helfen zu können. Mit der Rettungskette sind die verschiedenen Stationen der Ersten Hilfe von der Alarmierung des Notarztes bis zum Krankenhaus gemeint. Wir zeigen dir, wie eine gelungene Rettungskette Schritt für Schritt aussehen kann.

Es gilt aber: Bei der Reihenfolge kommt es immer auf die Notfallsituation an. Bei einem Verkehrsunfall solltest du zuerst die Unfallstelle absichern und das Opfer aus der Gefahrenzone retten. Bei einem Unfall im Haushalt kannst du gleich den Notarzt alarmieren und mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen beginnen.

1. Absichern der Unfallstelle

Derjenige, der als erstes am Unfallort ist, ist das erste Glied der Rettungskette. Der Ersthelfer muss die Unfallstelle sichern, um andere Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen. Er sollte sofort die Warnblinkanlage einschalten und das Warndreieck aufstellen. In welchem Abstand zur Unfallstelle du das Warndreieck aufbauen solltest, erklären wir dir im nächsten Teil.

2. Rettung aus dem Gefahrenbereich

Personen, die sich auf der Straße oder in der Nähe eines brennenden Autos befinden, müssen an einen sicheren Ort gebracht werden. Hinter der Leitplanke zum Beispiel sind Unfallopfer vor dem Verkehr geschützt. Dabei gilt aber immer: Deine eigene Sicherheit geht vor!

3. Absetzen des Notrufs

Alarmiere den Notarzt (europaweit: Telefonnummer 112) und mache alle nötigen Angaben (W-Fragen). Welche Informationen wichtig sind, erklären wir dir bei dem Punkt „Das Absetzten des Notrufs“. Manche Rettungsleitstellen helfen dem Anrufer per Telefon, die Notfallsituation zu bewältigen und geben Anleitungen für die Erste-Hilfe-Maßnahmen.

4. Erste-Hilfe-Maßnahmen

Leiste Erste Hilfe (stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung) und stille bedrohliche Blutungen. Dazu solltest du möglichst keimfreies, weiches Material aus deinem Verbandskasten auf die Wunde pressen und einen Druckverband anlegen. Wenn du merkst, dass Unfallopfer unter Schock stehen (blasse Hautfarbe, schweißnasse Haut, Zittern, Bewusstlosigkeit) solltest du sofort handeln und lebensrettende Maßnahmen ergreifen.

5. Rettungsdienst

Der Ersthelfer sollte immer warten, bis der Rettungsdienst am Unfallort ist. Der Notarzt stabilisiert den Patienten und sorgt dafür, dass er in ein geeignetes Krankenhaus gebracht werden kann.

6. Krankenhaus

Das letzte Glied in der Rettungskette ist das Krankenhaus. Dort wird das Unfallopfer ärztlich versorgt und behandelt.

Rettungskette
Alle Glieder einer Rettungskette sind wichtig, um dem Unfallopfer schnell helfen zu können. © Johanniter/Schemmann

Die Sicherung der Unfallstelle

Wenn du als erstes bei einem Verkehrsunfall ankommst, musst du die Unfallstelle sichern. Dabei darfst du dich nicht selbst in Gefahr bringen! Schalte sofort die Warnblinkanlage deines Fahrzeugs ein und lasse bei Dunkelheit das Licht deines Autos brennen. So solltest du bei einem Verkehrsunfall vorgehen:

  • Ziehe eine Warnweste an.
  • Laufe dem Verkehr am besten am äußersten Rand der Fahrbahn oder hinter der Leitplanke entgegen und stelle das Warndreieck am Fahrbahnrand auf.
  • Fordere andere Autos auf, langsam zu fahren. Dafür kannst du einen Arm ausstrecken und ihn auf und ab bewegen.
  • Bitte andere Verkehrsteilnehmer um Hilfe und teilt euch die Aufgaben untereinander auf.

Wenn du das Warndreieck aufbaust, kannst du dich am Abstand zwischen den Leitpfosten (ca. 50 Meter) orientierst. Grundsätzlich solltest du dich an diese Richtwerte halten:

  • Im Ort: Warndreieck in ca. 50 Meter Entfernung zur Unfallstelle aufstellen
  • Landstraße: Warndreieck in ca. 100 Meter Entfernung zur Unfallstelle aufstellen
  • Autobahn: Warndreieck in mindestens 150 Meter Entfernung zur Unfallstelle aufstellen
Warndreieck
Als Ersthelfer musst du den Unfallort sichern, um andere auf die Gefahr aufmerksam zu machen. © Johanniter/Schemmann

Das Absetzen des Notrufs

In einem Erste-Hilfe-Kurs lernst du, wie du den Notarzt richtig informieren. Die Telefonnummer 112 funktioniert europaweit und ist kostenlos. Bevor du in den Urlaub fährst, solltest du dir die landesüblichen Notrufnummern aufschreiben. So weist du gleich, wo du im Notfall anrufen musst!

Beachte beim Absetzen des Notrufs immer die W-Fragen:

  • Wo ist der Unfall passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Menschen sind verletzt?
  • Welche Verletzungen haben die Unfallopfer?
  • Warte auf Rückfragen der Ärzte!
Notruf
Die Notrufnummer 112 funktioniert europaweit und ist kostenlos. © Johanniter/Schemmann

Wenn du an einem Unfallort als Ersthelfer ankommst und kein Handy dabei hast, kannst du dich kostenlos über sogenannte Notruf-Telefone direkt mit der Polizei oder einer Rettungsleitstelle verbinden lassen. Solche Notruf-Telefone sind an zentralen öffentlichen Plätzen, in Parkanlagen und auf befahrenen Straßen aufgestellt. Auf der Autobahn gibt es im Abstand von 2 bis 4 Kilometern eine Notrufsäule. Die Bedienungsanleitung findest du normalerweise außen auf der Klappe. Wenn du nicht weißt, wo die nächste Notrufsäule ist, achte auf die Leitpfosten. Darauf gibt es eine Pfeilmarkierung, die anzeigt, in welcher Richtung die nächste Notrufsäule steht.

Notruf auf Autobahn
Die Pfeilmarkierung auf den Leitpfosten an der Autobahn zeigt regelmäßig an, in welcher Richtung die nächste Notrufsäule steht. © Allianz Direct

Die stabile Seitenlage

Ist der Verletzte bewusstlos, solltest du ihn sofort in die stabile Seitenlage bringen. Die Atemwege können so freigehalten werden. Erbrochenes oder Blut kann ablaufen und das Opfer wird daran nicht ersticken. Die Johanniter geben wichtige Tipps zur stabilen Seitenlage, die wir dir Schritt für Schritt mit der Grafik erklären.

Stabile Seitenlage
Die stabile Seitenlage schrittweise erklärt. © Johanniter

1. Lege den inneren Arm des Opfers nach oben

Knie dich neben den Verletzten hin. Lege den inneren Arm des Opfers (der Arm auf deiner Seite) nach oben. Der Arm wird am Ellbogen abgewinkelt, die Handfläche sollte nach oben zeigen. Das erste Bild der Grafik zeigt, wie es geht.

Das bedeutet: Wenn du auf der rechten Seite des Opfers bist, legst du den rechten Arm nach oben. Bist du auf der linken Seite, legest du den linken Arm nach oben.

2. Führe den äußeren Arm über den Brustkorb

Den äußeren anderen Arm führst du über den Brustkorb und legst die Handoberfläche des Verletzten an seine Wange. Das zeigt das zweite Bild der Grafik.

Das bedeutet: Du bist auf der rechten Seite des Opfers und hast den rechten Arm, wie im ersten Schritt erklärt, nach oben gelegt. Als nächstes musst du den anderen (linken) Arm über den Oberkörper des Verletzten legen. Dann positionierst du die Handoberfläche des linken Arms an der Backe des Opfers.

3. Winkele das äußere Bein an

Greife den äußeren Oberschenkel des Unfallopfers und winkle das Bein an. Orientiere dich am dritten Bild der Grafik.

4. Ziehe das Opfer zu sich heran

Ziehe den Verletzten am Knie des angewinkelten Beins zu dir heran, so wie im vierten Bild der Grafik. Das Opfer sollte in deiner Richtung auf die Seite rollen. Achte darauf, dass der Oberschenkel im rechten Winkel zur Hüfte liegt.

5. Überstrecke den Kopf des Opfers

Überstrecke den Kopf des Verletzten nach oben-hinten und öffne seinen Mund. Die Atemwege bleiben so frei und du verhinderst damit, dass das Opfer an Erbrochenem oder Blut erstickt. Lege die Hand an der Wange des Verletzten so hin, dass der Kopf übersteckt bleibt (fünftes Bild der Grafik).

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung

Nachdem du den Notarzt alarmiert hast, solltest du prüfen, ob der Verletzte normal atmet und reagiert, wenn du ihn ansprichst. Eine normale Atmung erkennst du daran, dass sich der Brustkorb des Verletzten hebt und senkt. Außerdem solltest du hören, ob Atemgeräusche da sind. Dazu könnest du dein Ohr über Mund und Nase des Opfers legen. Prüfe, ob du austretende Luft fühlen kannst.

Atmet der Verletzte nicht normal, musst du sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Ist ein sogenanntes Defibrillationsgerät (AED) in der Nähe, solltest du es benutzen. Defibrillatoren sind medizinische Geräte, die mit gezielten Stromstößen das Herz zum Weiterschlagen aktivieren. Es gibt sie nicht direkt an Autobahnen, aber an vielen öffentlichen Plätzen (zum Beispiel an Bahnhöfen, Flughäfen und Tankstellen). Um einen Defibrillator richtig zu benutzen, musst du kein Fachmann sein. Folge einfach den Sprachanweisungen des Geräts.

Keine Atmung
Kommt es bei dem Opfer zu einem Kreislaufstillstand, müssen Sie schnell handeln. © Johanniter/Schemmann

Ist kein Defibrillationsgerat in der Nähe, solltest du sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung starten. Beim Deutschen Roten Kreuz gibt es ausführliche Informationen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung. Bei den Johannitern findest die Herzdruckmassage bei den Erste-Hilfe-Tipps. Wir haben Schritt für Schritt zusammengefasst, wie du vorgehen musst.

Herz-Lunge-Wiederbelebung
Die Herz-Lungen-Wiederbelebung schrittweise erklärt. © Johanniter

1. Knie neben dem Opfer

Knie dich neben den Brustkorb des Verletzten hin.

2. Lege deine Hände auf den Brustkorb des Opfers

Lege deine Handballen ungefähr auf die Mitte des Brustkorbs. Lege den Handballen deiner anderen Hand darauf.

3. Drücke 30 Mal auf die Mitte des Brustkorbs

Strecke deine Arme durch und drücke 30 Mal von oben auf den Brustkorb des Opfers. Du solltest dabei den Brustkorb des Verletzten mindestens fünf bis maximal sechs Zentimeter tief eindrücken. Verlagere bei der Herzdruckmassage das Gewicht deines eigenen Oberkörpers nach vorne. So hast du mehr Kraft.

4. Beatme das Opfer zweimal

Führe den Kopf des Verletzten nach hinten und hebe das Kinn an. Lege eine Hand auf die Stirn des Opfers und die andere an das Kinn. Drücke mit der Hand an der Stirn vorsichtig die Nase zu. Lege deine Lippen auf den geöffneten Mund des Verletzten. Blase eine Sekunde gleichmäßig Luft in den Mund des Opfers. Dabei sollte sich der Brustkorb heben. Drehe den Kopf zur Seite und atme neu ein. Senkt sich der Brustkorb des Verletzten wieder, beatme ihn ein zweites Mal.

Es gibt auch sogenannte Beatmungstücher oder Beatmungsfolien, die du vorher auf das Gesicht des Opfers legen kannst. Durch ein Ventil musst du Luft in den Mund oder die Nase des Verletzten blasen. Du vermeidest so den direkten Kontakt und verringerst die Gefahr vor Infektionen. Damit die Folie hält, wird sie mit einem Gummi jeweils links und rechts hinter den Ohren des Opfers festgemacht. Beatmungsfolien lassen sich ganz klein machen und können sogar als Schlüsselanhänger mitgenommen werden. Die Beatmungshilfen kannst du normalerweise in jedem Erste-Hilfe-Shop oder in der Apotheke kaufen.

Das solltest du wissen: Neben der Mund-zu-Mund-Beatmung ist auch eine Mund-zu-Nase-Beatmung möglich. Dabei müssen Sie darauf achten, dass der Mund geschlossen bleibt.

5. Wechsle zwischen Herzdruckmassage und Beatmung ab

Du musst immer zwischen Herzdruckmassage und Beatmung abwechseln. Als erstes solltest du 30 Mal den Brustkorb eindrücken. Danach musst du das Opfer zweimal beatmen. Wenn der Verletzte wieder anfängt zu atmen, bringst du ihn in die stabile Seitenlage. Wenn sich an seinem Zustand nichts ändert, wechsele zwischen Herzdruckmassage und Beatmung (30 x drücken, 2 x beatmen) ab, bis der Notarzt kommt.

Das musst du beachten: Bei Säuglingen und Kindern gibt es bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung noch mehr zu berücksichtigen. Hier spielen Alter, Atmung und Herzfrequenz (Herzschläge pro Minute) des Opfers eine wichtige Rolle. Bei Säuglingen drückst du beispielsweise bei der Herzdruckmassage nur mit zwei Fingerkuppen auf den Brustkorb. Am besten nimmst du dafür Zeige- und Mittelfinger. Bei Kindern benutzt du normalerweise nur einen Handballen.

Wissenswert: Bei der Herzdruckmassage solltest du am besten 100 Mal pro Minute auf den Brustkorb des Verletzten drücken. Das NewYork-Presbyterian Hospital hat eine Liste mit bekannten Hits zusammengestellt, damit du im Notfall den richtigen Rhythmus finden. An diesen acht Songs kannst du dich orientieren:

  • Stayin‘ Alive (Bee Gees)
  • I Will Survive (Gloria Gaynor)
  • Sweet Home Alabama (Lynyrd Skynyrd)
  • Dancing Queen (ABBA)
  • Girls Just Want to Have Fun (Cyndi Lauper)
  • Just Dance (Lady Gaga)
  • Rock Your Body (Justin Timberlake)
  • Quit Playing Games With My Heart (Backstreet Boys)

Das richtige Abnehmen eines Motorradhelms

Wenn du als Ersthelfer bei einem Motorradunfall ankommen, musst du schnell handeln. Die Frage, ob der Helm abgenommen werden soll, kann ganz einfach beantwortet werden: Nur ohne Helm kann das Opfer in die stabile Seitenlage gebracht werden. Auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist nur ohne Helm möglich. Es gilt also: Der Helm muss runter!

Wie du den Helm abnehmen solltest, zeigen wir dir schrittweise. Es ist sinnvoll, wenn du dir einen zweiten Helfer suchst.

Rettungskette
Nehme einen Motorradhelm am besten immer zu zweit ab. © Johanniter/Schemmann

1. Stabilisiere den Hals des Opfers

Als erstes muss der Hals des Opfers stabilisiert werden. Ein Helfer sollte von oben mit beiden Händen Helm und Unterkiefer des Verletzten festhalten. Der zweite Helfer kniet sich seitlich neben den Verunglückten und klappt das Visier des Helms hoch.

2. Öffne den Kinnriemen des Helms

Der zweite Helfer öffnet den Kinnriemen des Helms. Der erste Helfer muss weiter den Helm und den Unterkiefer des Verletzten stabilisieren.

3. Mache den Mundbereich des Opfers frei

Trägt das Opfer eine Brille, sollte sie der zweite Helfer abnehmen. Auch Kinnschale oder Kopfhaube müssen entfernt werden. Der Mundbereich muss frei sein.

4. Stütze Kopf- und Nackenbereich des Opfers

Der zweite Helfer stabilisiert die Halswirbelsäule. Mit beiden Händen stützt er den Kopf- und Nackenbereich des Verletzten von unten.

5. Nehme den Helm ab

Der erste Helfer zieht den Helm über die Nase des Opfers nach oben ab. Danach legt der zweite Helfer den Kopf des Verletzten vorsichtig auf den Boden.

6. Öffne den Mund des Opfers

Ist der Helm abgenommen, hält der erste Helfer den Kopf des Verletzten seitlich fest. Der zweite Helfer öffnet den Mund des Opfers. Sichtbare Fremdkörper müssen entfernt werden.

7. Kontrolliere die Atmung des Opfers

Der zweite Helfer sollte den Kopf des Opfers nach hinten legen und die Atmung kontrollieren. Atmet der Verletzte, bringt ihn der zweite Helfer in die stabile Seitenlage. Der erste Helfer stützt dabei die Halswirbelsäule und dreht den Kopf vorsichtig mit. Atmet das Opfer nicht, müssen die Helfer lebensrettende Sofortmaßnahmen (Herz-Lungen-Wiederbelebung) einsetzen.

Das solltest du beachten: Ist kein zweiter Helfer am Unfallort, sollten du den Helm alleine abnehmen. Grundsätzlich gehst du dabei genauso vor. In diesem Fall kann die Halswirbelsäule des Verletzten nicht zusätzlich stabilisiert werden.

Was muss man zu einem Erste-Hilfe-Kurs mitbringen? 

Zu einem Erste-Hilfe-Kurs solltest du wetterfeste Kleidung mitbringen, weil praktische Übungen auch im Freien stattfinden können. Außerdem werden robuste Anziehsachen und rutschfeste Schuhe empfohlen. Denn: Wenn du an einem Erste-Hilfe-Kurs teilnimmst, musst du die lebensrettenden Sofortmaßnahmen auch aktiv in der Praxis machen.

Das musst du bei einem Erste-Hilfe-Kurs noch dabeihaben:

  • Schreibunterlagen
  • Personalausweis
  • Kursgebühr in bar

Wie lange dauert ein Erste-Hilfe-Kurs? 

Du kannst den Erste-Hilfe-Kurs nach der neuen Regelung an einem Tag machen. Vorgeschrieben sind neun Unterrichtseinheiten mit jeweils 45 Minuten.

Wenn du dich intensiver informieren möchtest, gibt es Anbieter, die zusätzlich Erste-Hilfe-Kurse mit 16 Unterrichtseinheiten im Programm haben. Einige bieten auch kürzere Auffrischungskurse zu bestimmten Themen an.

Bei diesen professionellen Anbietern kannst du Erste-Hilfe-Kurse machen:

  • Johanniter
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Malteser
  • ADAC

Was kostet ein Erste-Hilfe-Kurs? 

Die Kosten für einen Erste-Hilfe-Kurs liegen im Schnitt normalerweise zwischen 20 und 40 Euro.

Was passiert, wenn man den Erste-Hilfe-Kurs nicht besteht? 

Durch den Erste-Hilfe-Kurs kannst du grundsätzlich nicht durchfallen. Du musst nur an allen vorgeschriebenen Stunden teilnehmen. Am Ende musst du keine Prüfung machen, du bekommst nur eine Teilnahmebestätigung.

Muss man den Erste-Hilfe-Kurs auffrischen? 

Einige Anbieter haben auch freiwillige Auffrischungskurse im Programm. Die Kurse sind für Personen, bei denen der Erste-Hilfe-Kurs schon länger her ist. Hier können normalerweise einzelne Themen (Verhalten nach einem Verkehrsunfall, Herz-Lungen-Wiederbelebung) gebucht werden. Für Interessierte gibt es auch spezielle Kurse zur ersten Hilfe am Kind, bei Sportlern oder Senioren. Die Kurse eignen sich vor allem für Personen, die in dem Bereich arbeiten.

Grundsätzlich gilt: Für den Führerschein musst du einen Erste-Hilfe-Kurs nur einmal besuchen. Der Kurs bleibt immer gültig und muss auch nicht wiederholt werden. Auto- und Motorradfahrern wird aber empfohlen, die Erste-Hilfe-Maßnahmen regelmäßig nach zwei bis drei Jahren zu wiederholen. Als Betriebsersthelfer musst du alle zwei Jahre deine Bescheinigung auffrischen und eine Fortbildung machen.

Ein Erste-Hilfe-Kurs rettet Leben 

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist nicht nur für den Führerschein wichtig. Jeder sollte im Notfall schnell handeln und lebensrettende Sofortmaßnahmen einsetzen können. Die Kosten und die Dauer eines Erste-Hilfe-Kurses sind überschaubar. Wenn du eine Auffrischung deines Erste-Hilfe-Kurses machen willst, können du das bei den meisten Anbietern buchen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei den Johannitern für die anschaulichen Fotos und Grafiken bedanken!

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