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Notbrems­assistent

Wie ein Notbremsassistent funktioniert und warum sich mit dem System Unfälle vermeiden lassen.

Wie ein Notbremsassistent funktioniert und warum sich mit dem System Unfälle vermeiden lassen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Notbremsassistent: Die Funktionen
  2. Notbremsassistenten: Die verschiedenen Ausführungen
  3. Vorteile eines Notbremsassistenten
  4. Hersteller von Notbremsassistenten
  5. Notbremsassistent im Lkw
  6. Häufige Fragen zum Thema Notbremsassistent

Das Wichtigste zusammengefasst

Ein Notbremsassistent ist ein wichtiger Begleiter, weil er dich vor Unfällen mit Zusammenstößen schützen und das Unfallrisiko mindern kann. Das gilt gerade im dichten Stadtverkehr, weil dort häufiger Auffahrunfälle geschehen können.

Viele Fahrer bremsen von selbst zu spät oder zu sanft. Der Notbremsassistent erkennt durch Multifunktionskameras und Sensoren die Umgebung und den Abstand zu anderen Fahrzeugen. Er berechnet den Bremsweg und kann so den nötigen Bremsdruck anpassen.

In vielen Lkws gilt schon eine Pflicht für Notbremsassistenten. Für normale PKWs ist der City-Notbremsassistent europaweit von 2022 an Vorschrift für Neuwagen. Ein nachträglicher Einbau des Fahrerassistenzsystems in alte Fahrzeuge ist nicht erforderlich.

Notbremsassistent: Die Funktionen

Kurz abgelenkt und es kracht: Unachtsamkeit, geringer Abstand oder schwaches Bremsen sind häufige Gründe für Auffahrunfälle. Ein Notbremsassistent wird in diesen Notsituationen aktiv. Das System warnt dich vor oder leitet bei fehlender Reaktion eine automatische Bremsung ein. Durch die Bremsunterstützung lassen sich Zusammenstöße vermeiden oder Unfallfolgen verringern.

So funktioniert ein Notbremsassistent:

  • Der Computer ermittelt den Abstand und den Geschwindigkeitsunterschied zu anderen Fahrzeugen. Das System erkennt auch, wenn andere Fahrzeuge schneller oder langsamer werden.
  • Mit zusätzlichen Daten deines Fahrzeugs (Geschwindigkeit, Lenkwinkel, Gaspedalstellung) berechnet der Computer den nötigen Bremsweg.
  • Am Fahrzeug angebrachte Multifunktionskameras und Sensoren überwachen die Umgebung. Dadurch erkennt der Assistent Verkehrsteilnehmer und kritische Situationen.
  • Sieht der Notbremsassistent eine mögliche Kollision, wirst du mit optischen und akustischen Signalen gewarnt. Folgt trotz Warnung keine Reaktion, macht sich der Computer mit einem kurzen Bremsdruck bemerkbar.

Solltest du dann auf die Bremse treten, wird der erforderliche Bremsdruck aufgebaut. Die automatische Vollbremsung ist eine wichtige Notbremsassistenz-Funktion: Reagierst du nicht auf Warnungen und ist ein Zusammenstoß nicht mehr vermeidbar, erfolgt eine maximale Abbremsung. Notbremsassistenten in Lkws beispielsweise müssen das Tempo beim Bremsen um 20 Stundenkilometer verringern. Manche Fahrer bremsen von allein nicht stark genug – auch hier hilft der Assistent.

Ein Notbremsassistent kann auch die Verletzungsgefahr reduzieren. Verfügt dein Fahrzeug über ein Insassenschutzsystem, bereitet es sich auf die Kollision vor: Airbags, Kopfstützen und Sicherheitsgurte stellen sich auf den Aufprall ein – dadurch können Leben gerettet werden. Weil dieses Fahrerassistenzsystem so wichtig ist, soll es für das Abschalten in Lkws zukünftig sogar Bußgelder geben.

Gut zu wissen: Nicht nur Schnee, Regen oder Vogelkot auf den Kameras und Sensoren können den Notbremsassistenten beeinträchtigen. Auch abgefahrene Reifen können sich wegen zu geringer Profiltiefe negativ auf die Bremsfunktion auswirken. Achte deswegen darauf, regelmäßig und nach Bedarf deine Reifen wechseln zu lassen.

Notbremsassistenten: Die verschiedenen Ausführungen

 Es gibt verschiedene Ausführungen von Notbremsassistenten. Der City-Notbremsassistent im Stadtverkehr erkennt und reagiert auf Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger und Kreuzungen. Eine Verknüpfung mit einem Bremskraftverstärker (BAS) bietet eine stärkere Bremsung mit gleicher Kraft. In Neuwagen soll von 2022 an eine Pflicht für City-Notbremsassistenten in Europa gelten.

Weniger für den dichten Stadtverkehr geeignet sind einfache Notbremsassistenten, weil sie erst ab einer Mindestgeschwindigkeit von 30 km/h reagieren. Genauso gibt es Notbremssysteme, die nur bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h funktionieren. Bei schnellerem Tempo werden Daten aus Stereokameras und Radarsystemen benötigt.

Ein autonomer Notbremsassistent ist in vielen Neuwagen verfügbar. Die leistungsstarken Sensoren erkennen den Abstand und die Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug. In kritischen Situationen erhältst du eine visuelle oder akustische Warnung. Reagierst du nicht darauf, löst der Notbremsassistent eine Teilbremsung und bei unvermeidbarem Zusammenstoß sogar eine Vollbremsung.

Eine Erweiterung zum Notbremsassistenten ist das Insassenschutzsystem, das die Verletzungsgefahr der Beifahrer verringert. Sinnvoll ist auch der Linksabbiegeassistent: Bei Blinker-Betätigung und geringer Geschwindigkeit überwacht das System den Gegenverkehr. Wenn beim Linksabbiegen eine Gefahr droht, wirst du gewarnt oder das System bremst automatisch.

Schon gewusst: In Deutschland und Europa werden Fahrerassistenzsysteme immer beliebter. Parkassistent (Platz 1) und Notbremsassistent (Platz 2) sind wichtiger Begleiter für Autofahrer, gefolgt vom Müdigkeitswarner (Platz 3) und Spurwechselassistent (Platz 4).

Vorteile eines Notbremsassistenten 

 Notbremsassistenten bringen viele Vorteile mit sich. Der wichtigste Vorteil eines Notbremsassistenten ist die vorausschauende Kollisionswarnung. Mit den Systemfunktionen lässt sich der nötige Bremsweg berechnen. Außerdem überwacht der Computer deine eigene Geschwindigkeit und den Abstand zu Fahrzeugen oder Hindernissen. Dadurch können Notbremsassistenten mit Kameras, Sensoren und Parameter schwere Unfälle verhindern:

  1. Hindernisse vor oder neben dem Fahrzeug werden von Radarsensoren erkannt. Dadurch sind andere Fahrzeuge, Radfahrer oder Fußgänger rechtzeitig sichtbar.
  2. Die Umgebung des Fahrzeugs und drohende Gefahren können mithilfe von Multifunktionskameras in 3-D erfasst werden.
  3. Lenkwinkel und Pedalstellung werden von Sensoren überwacht. Die Daten zum Fahrverhalten werden anschließend an den Computer geliefert und analysiert.

Ein Auffahrunfall kann übrigens nicht nur passieren, weil der Vordermann unvorhergesehen bremst, sondern auch, weil der Fahrer die Bremse nicht stark genug durchtritt. Hier unterstützt dich der Notbremsassistent zuverlässig.

Diese neuen Techniken ermöglichen den Fahrerassistenzsystemen das automatische Eingreifen, wenn der Fahrer nicht (ausreichend) reagiert. Ein autonomer Notbremsassistent verringert die Geschwindigkeit und leitete eine Teil- oder Vollbremsung ein. Zusammenstöße lassen sich so zwar nicht immer verhindern, aber die Bremsunterstützung kann die Aufprallstärke verringern.

Nicht alle Fahrzeuge sind mit einem Notbremsassistenten ausgestattet. Die Nachrüstung in älteren Modellen ist nur selten möglich und sehr teuer. In neuen Fahrzeugen sind die Fahrerassistenzsysteme meist schon verbaut.

Schon gewusst: Der Notbremsassistent ist kein Ersatz für die manuelle Bremsung. Deswegen gibt es einige Assistenten mit einer beschränkten Anzahl an Bremsungen. Hast du das Kontingent verbraucht, musst du das System in einer Werkstatt konfigurieren lassen.

Hersteller von Notbremsassistenten 

Der erste Notbremsassistent wurde 2003 in Deutschland eingeführt. Mittlerweile ist das wichtige Fahrerassistenzsystem bei allen bekannten Automobilherstellern verfügbar. Im ADAC-Ranking (2020) haben es zwei Kleinwagen an die Spitze geschafft: Der Notbremsassistent vom VW T-Cross schafft einen Erfüllungsgrad von 95,3 Prozent und belegt den ersten Platz. Auf dem zweiten Platz ist der Nissan Juke mit 95,1 Prozent.

Das zeigt: Ein guter Notbremsassistent ist nicht nur in teuren Fahrzeugen zu finden. In vielen Neuwagen gehört das Sicherheitssystem zum Serienumfang. Oft sind Notbremsassistenten auch in Fahrerassistenzpaketen enthalten – meist für wenige hundert Euro.

Die Bezeichnungen für Notbremsassistenten sind je nach Hersteller unterschiedlich. Auch der Umfang des Systems kann variieren. Bei einigen Anbietern gehört ein Notbremsassistent serienmäßig zur Grundausstattung dazu (zum Beispiel Notbremsassistent VW). Andere Automobilhersteller bieten Assistenzpakete mit Notbremsassistenten, Spurhaltesystem und Speedlimiter an (zum Beispiel Tesla Model 3).

Notbremsassistenten bei bekannten Herstellern sind beispielsweise:

  • Notbremsassistent Ford: Active City Stop
  • Notbremsassistent Mercedes: Active Brake Assist
  • Audi Notbremsassistent: pre sense
  • BMW Notbremsassistent: iBrake/intelligent brake
  • Notbremsassistent Daimler: Pre-Safe-Bremse
  • Notbremsassistent Volvo: City Safety
  • Honda Notbremsassistent: Collision Mitigation Brake System
  • VW Notbremsassistent: Front Assist

Notbremsassistent im Lkw

Für Lkws gilt eine europaweite Pflicht für Notbremsassistenten. Alle ab 2015 zugelassenen Lkws mit über acht Tonnen Gewicht müssen einen Notbremsassistenten haben. Warum? Immer wieder kommt es zu schweren Auffahrunfällen durch Lkws am Ende eines Staus. Auch im Stadtverkehr enden viele Lkw-Unfälle mit Radfahrern oder Fußgängern tödlich.

Ein Notbremsassistent im Lkw dient der Sicherheit des Fahrers und anderer Verkehrsteilnehmer. Das System gehört zur Pflichtausstattung und wird in fast allen neuen Lkws verbaut. Dabei gilt: Notbremsassistenten in Lkws müssen die gefahrene Geschwindigkeit um 20 Stundenkilometer verringern können. Die Bremsunterstützung in Notsituationen soll schwere Unfälle mit Todesfolgen reduzieren.

Einige Berufskraftfahrer sehen das System als Gefahr, weil sich nicht alle Verkehrsteilnehmer an die Abstandsregel halten. Beispiel: Nach einem Überholvorgang scherst du zu dicht vor einen Lkw ein. Der Notbremsassistent im Lkw wird aktiv und bremst ab. Das starke und plötzliche Abbremsen kann für das Fahrzeug hinter dem Lkw gefährlich sein.

Deswegen wird der Notbremsassistent häufig ausgeschaltet. Diese Handlung soll zukünftig aber mit einem Bußgeld bestraft werden. Das Bundesverkehrsministerium plant eine Strafe im Bußgeldkatalog, wenn Fahrer den Notbremsassistenten ausschalten. Mittlerweile gibt es auch Forderungen, dass Fahrerassistenzsysteme wie zum Beispiel Notbremsassistenten nicht abgeschaltet werden können.

Das Nachrüsten eines Notbremsassistenten in Lkws ist nicht so leicht. Der Aufwand und die Kosten sind hoch. Oft reicht die Technik in älteren Lastkraftwagen nicht aus. Denn nicht immer lassen sich Kameras und Sensoren einfach mit dem Bremssystem verbinden. Der nachträgliche Einbau von Fahrerassistenzsystemen sollte immer von einem Fachmann erfolgen.

FAQ zum Notbremsassistenten

Antworten auf die wichtigsten Fragen bekommst du hier.

  • Was macht ein Notbremsassistent?

    Notbremsassistenten warnen Autofahrer durch Warnsignale vor Zusammenstößen. Das Fahrerassistenzsystem kann den Bremsweg berechnen und den nötigen Bremsdruck aufbauen. Reagiert der Fahrer nicht auf Warnungen, kann ein Notbremsassistent eine Teil- oder Vollbremsung einleiten. Notbremsassistenten können Kollisionen mit schweren Unfallfolgen reduzieren.

  • Welche Autos haben einen Notbremsassistenten?

    Bei allen bekannten Herstellern sind Notbremsassistenten verfügbar. In vielen Modellen gehört das Fahrerassistenzsystem mit anderer Bezeichnung serienmäßig zur Grundausstattung. Eigennamen sind zum Beispiel Front Assist (VW Notbremsassistent) oder Active Brake Assist (Mercedes Notbremsassistent). Ab 2022 gilt in Europa eine Pflicht für den City-Notbremsassistenten.

  • Was ist ein autonomer Notbremsassistent?

    Ein autonomer Notbremsassistent arbeitet mit Sensoren und Kameras. Der Computer kann den Abstand und die Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug ermitteln. Droht ein Zusammenstoß, wird der Fahrer visuell oder akustisch gewarnt. Ist ein Unfall unvermeidbar, erfolgt eine automatische Vollbremsung.

  • Funktioniert der Notbremsassistent immer?

    Nein. Ein Notbremsassistent benötigt freie Sicht, um einwandfrei zu funktionieren. Regen, Schnee, Eis, Nebel, Vogelkot oder Schmutz auf Kameras und Sensoren beeinträchtigen die Notbremsassistent-Funktion. Auch abgefahrene Reifen behindern die Funktion des Assistenten.

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