Bezahlung beim Autokauf

Bezahlung beim Autokauf

Damit die Bezahlung beim Autokauf sicher ist, solltest du einige Punkte bei der Übergabe beachten.

Das ist wichtig, denn meist geht es beim Kauf eines Autos um eine Menge Geld. Hier erfährst du, welche Zahlungsmöglichkeiten du hast, welche davon die sicherste ist und worauf du noch achten musst, wenn du dein Auto ohne Betrugs-Risiko bezahlen willst.

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Der Autokauf ist für die meisten Menschen eine gut überlegte Entscheidung, denn normalerweise zahlt man dabei viel Geld. Immer wieder kommt es deshalb auch zu Betrugsfällen. Hier erklären wir dir, worauf du bei der Bezahlung deines Autos achten solltest und wie du sicher bezahlen kannst:

  • Wie funktioniert die Bezahlung beim Autokauf?
  • Wann muss ich zahlen?
  • Muss ich eine Anzahlung leisten?
  • Wie kann ich beim Autokauf bezahlen?
  • Barzahlung
  • Bundesbank-Scheck
  • Überweisung
  • Bargeldtransfer
  • PayPal
  • Bezahlung mit Handy-App: sicherbezahlen
  • Treuhandservice, Reederei & Spedition
  • Verdacht auf Betrug: Was tun?

Wie funktioniert die Bezahlung beim Autokauf?

Bevor es an die Bezahlung für ein neues oder gebrauchtes Auto geht, solltest du das Auto immer zuerst mit eigenen Augen prüfen. Das ist vor allem bei Angeboten aus dem Internet wichtig. Nur durch eine Besichtigung vor Ort kannst du sicher gehen, dass das Auto tatsächlich existiert und dass du nicht auf einen Betrug hereinfällst.

Um das Auto wirklich gut untersuchen zu können, empfehlen wir dir außerdem, eine Probefahrt mit dem Wagen zu machen. Dabei kannst du das Auto auf Mängel prüfen und testen, wie sich das Fahrzeug fahren lässt.

Tipp: Nimm zur Probefahrt am besten auch eine andere Person als Begleitung mit, die sich gut mit Autos und dem Autokauf auskennt. Sie kann dir helfen, versteckte Mängel am Auto zu entdecken oder Fälschungen an den Papieren zu erkennen, wenn sie vorhanden sind.

Übergabe der Autoschlüssel während dem Bezahlen beim Autokauf
Die Schlüsselübergabe sollte beim Autokauf immer nur im Gegenzug zur Bezahlung erfolgen. © gettyimages/Jay_Zynism

Erst nach der Testfahrt solltest du dich entscheiden, ob du das Auto tatsächlich kaufen willst. Dabei hilft dir auch unsere Checkliste für die Probefahrt. Bist du dir mit dem Autokauf sicher, solltest du mit dem Verkäufer festlegen, wie du das Auto bezahlen willst.

Vor allem bei privaten Autokäufen kann es häufig zu Betrugsfällen kommen. Die Initiative Sicherer Autokauf (ein Zusammenschluss von ADAC, autoscout24.de, mobile.de und der Kriminalprävention der Polizei) empfiehlt grundsätzlich die Bezahlung mit Bargeld. Die Zahlungsart gilt als sehr sicher.

Dabei sollte die Bezahlung am besten Teil des sogenannten Zug-um-Zug-Verfahrens sein. Das bedeutet: Im ersten Schritt unterschreiben beide Parteien den Kaufvertrag, erst danach zahlt der Käufer. Die wichtigen Dokumente, Auto und Schlüssel werden dann nach und nach zwischen Käufer und Verkäufer übergeben.

Welche Dokumente beim Autokauf wichtig sind, erfährst du weiter unten in unserem Ratgeber. Die gesamte Übergabe dauert normalerweise nicht lange. Du solltest dir aber auf jeden Fall genug Zeit nehmen, um alle wichtigen Dokumente und das Auto zu prüfen.

Die Initiative rät außerdem: Bezahle nie im Voraus über Bargeldtransfer oder einen Online-Überweisungsservice. Es könnte sich dabei um einen Betrug handeln.

Mann bezahlt bei Autokauf mit Kreditkarte
Zahle immer nur Zug um Zug gegen das Auto, alle wichtigen Unterlagen und die Autoschlüssel. © gettyimages/GeorgeRudy

Wann muss ich zahlen?

Grundsätzlich gilt: Du solltest immer erst zahlen, nachdem beide (Käufer und Verkäufer) den schriftlichen Kaufvertrag unterzeichnet haben. Bezahle auf keinen Fall, bevor du das Auto gesehen und begutachtet hast.

Führe die Bezahlung am besten immer nur im Gegenzug gegen die vollständige Übergabe des Autos, aller wichtigen Dokumente und der Autoschlüssel durch. Zu den wichtigen Dokumenten zählen:

  • Unterschriebener Kaufvertrag mit Veräußerungsanzeige für die Zulassungsstelle und Versicherung
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und Teil II (Fahrzeugbrief)
  • Bescheinigung der letzten Hauptuntersuchung (HU) und der Abgasuntersuchung (AU)
  • Bedienungsanleitung
  • Scheckheft (= Serviceheft), falls vorhanden
  • Wartungs- und Reparaturrechnungen, falls vorhanden
  • Bilder und Gutachten bei Unfallschäden, falls vorhanden
  • Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Zubehör und Anbauteile, falls vorhanden
  • Baugenehmigungen und Teilgutachten für Zubehör und Anbauteile, falls vorhanden
  • Kopie des Verkäufer-Ausweises (nur zur Absicherung)
  • Verkaufsvollmacht, falls Verkäufer und Eigentümer  nicht identisch sind.

Muss ich eine Anzahlung leisten?

Anzahlungen oder andere Formen der Vorkasse (Zahlung im Voraus, zum Beispiel per Überweisung) sind beim Autokauf grundsätzlich nicht üblich. Das gilt auch für den Fahrzeughandel über das Internet. Wirst du bei einem privaten Autokauf zu einer Vorauszahlung aufgefordert, solltest du das Auto lieber nicht kaufen. Besonders vorsichtig solltest du sein, wenn du das Auto noch nicht mit eigenen Augen gesehen hast. Denn es kann sein, dass es das Auto gar nicht gibt.

Es gilt: Verlangt der Käufer eine Vorauszahlung, könnte es sich um einen Betrug handeln. Hier ist zur Vorsicht geraten.

Erschrockene Frau im Auto als Symbolbild für Betrug beim Autokauf
Beim Autokauf kommt es immer wieder zu Betrugsfällen. © gettyimages/BraunS

Beispiel für eine Betrugsmethode: Handelt es sich um einen Betrüger, verlangt der Verkäufer häufig erst einmal eine Anzahlung. Dafür lässt er sich einen Vorwand einfallen: Er behauptet zum Beispiel, dass er einen Nachweis für deine Zahlungsfähigkeit benötigt (Nachweis, dass du genug Geld hast, um das Auto bezahlen zu können) . Oder er behauptet, dass er die Frachtkosten nach Deutschland (bei Kauf aus dem Ausland) mit deiner Anzahlung finanzieren muss. Häufig sollst du das Geld dafür über einen Bargeldtransferdienst wie Moneygram oder Western Union an den Verkäufer schicken.

Hat der Verkäufer das Geld erhalten, bricht er normalerweise sofort den Kontakt ab. Dann sieht es für dich schlecht aus: Dein Geld ist weg, du wirst das Auto aber höchstwahrscheinlich niemals zu Gesicht bekommen. Denn mit der Nutzung eines Bargeldtransferservices wie Western Union kannst du dein gezahltes Geld nicht mehr zurückbekommen, sobald es abgehoben wurde. Der Betrüger hat es dann normalerweise schon lange mit einem gefälschten Ausweis abgeholt und ist damit untergetaucht. Auch die Polizei kann in dem Fall nichts mehr tun. Das Auto hat in Wirklichkeit meistens gar nicht existiert.

Achtung: Auch bei Autohändlern solltest du lieber keine Anzahlungen leisten. Dort besteht auch die Gefahr, das Geld am Ende zu verlieren: zum Beispiel, wenn der Autohändler Insolvenz anmeldet, bevor das Auto ausgeliefert wurde. Du bleibst dann auf dem Schaden sitzen. Du kannst dein Geld dann nicht mehr zurückverlangen.

Frau unterzeichnet Kaufvertrag für neues Auto
Du solltest beim Autokauf immer erst zahlen, nachdem beide Parteien den Kaufvertrag unterschrieben haben. © gettyimages/SeventyFour

Wie kann ich beim Autokauf bezahlen?

Die empfohlene und sicherste Methode der Bezahlung beim Autokauf ist die Barzahlung. Es gibt aber noch andere Zahlungsmethoden. Hier erklären wir dir alles Wichtige dazu und geben dir Tipps, worauf du jeweils achten musst.

Barzahlung

Eine beliebte Möglichkeit für die Bezahlung beim Autokauf ist die Barzahlung. Das ist grundsätzlich auch die sicherste Zahlungsmöglichkeit beim Autokauf. Zu den meisten privaten Autokäufen kommt es deshalb auch in Form einer Bargeldzahlung.

Dabei bringt der Käufer dem Verkäufer beim Autokauf das Geld in bar mit. Damit auch dabei kein Risiko entsteht, solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Beide Parteien (Käufer und Verkäufer) sollten zuerst den schriftlichen Kaufvertrag unterschreiben.
  • Dann sollten das Geld, das Fahrzeug, Fahrzeugschlüssel und Fahrzeugpapiere Zug um Zug zwischen Verkäufer und Käufer übergeben werden.
  • Normalerweise hast du beim Autokauf eine hohe Summe Geld dabei. Achten deshalb darauf, dich an einem belebten Ort (zum Beispiel einem öffentlichen Parkplatz vor dem Supermarkt) und bei Tageslicht zu treffen. Bringe am besten auch eine Begleitperson zur Übergabe mit.

Tipp: Triff dich zur Fahrzeug- und Geldübergabe am besten tagsüber bei Licht auf dem Parkplatz vor einer Bank. So kannst du gemeinsam in die Bank gehen, um das Geld abzuheben. Der Käufer geht so kein Risiko ein, bestohlen zu werden. Der Verkäufer kann sich darauf verlassen, dass er kein Falschgeld erhält.

Wichtig: Denke unbedingt daran, höhere Geldsummen bei der Bank vorzubestellen oder für den Tag freischalten zu lassen. Denn normalerweise kannst du bei jeder Bank mit der EC-Karte pro Tag nur eine begrenzte Summe Geld abheben. Um heute mehr als 10.000 Euro Bargeld abheben zu können, musst du außerdem laut Gesetz deinen Ausweis bei der Bank vorzeigen. Achte deshalb auch auf die aktuellen Öffnungszeiten deiner Bank.

Übrigens: In unserem Ratgeber zum Autokauf mit Checkliste (inklusive Muster-Kaufvertrag) erhältst du zusätzlich wichtige Informationen und Tipps, worauf du beim Fahrzeugcheck, der Preisverhandlung und dem Kaufvertrag beim Autokauf achten solltest.

Mann beim Geldabheben für Autokauf
Die sicherste Bezahlungsmethode beim Autokauf ist Bargeld. © gettyimages/Nastasic

Bundesbank-Scheck

Als Alternative zur Barzahlung kannst du auch einen Bundesbank-Scheck zur Zahlung des Autos verwenden. Beim Bundesbank-Scheck wird der Betrag direkt vom Konto des Käufers abgebucht und zwischenzeitlich auf einem Konto der Bundesbank abgelegt.

Der Verkäufer hat damit die Sicherheit, dass der Scheck sofort eingelöst werden kann und das Konto gedeckt ist. Der Käufer muss so nicht das Bargeld mit sich herumtragen. Wie bei der Bargeldzahlung wird der Bundesbank-Scheck direkt bei der Fahrzeugübergabe an den Verkäufer oder Händler überreicht.

Du kannst Bundesbank-Schecks bei der Bundesbank, aber auch bei einigen Direktbanken bekommen, zum Beispiel bei der DKB. Wichtig: Für das Ausstellen des Bundesbank-Schecks wird eine Gebühr erhoben. Bei der DKB beträgt sie beispielweise rund 30 Euro pro Bundesbank-Scheck.

Überweisung

Weil auch die Barzahlung nicht komplett risikofrei ist (zum Beispiel wegen Falschgeld), bieten manche Verkäufer die Zahlung per Überweisung an.

Das Problem: Eine Überweisung musst du normalerweise im Voraus tätigen, bevor der Verkäufer dir das Auto übergibt. Häufig wird die Zahlungsart deshalb bei Betrugsfällen gezielt genutzt: Denn du weißt als Autokäufer nie, ob du das Auto nach der Überweisung tatsächlich bekommst und wenn doch, in welchem Zustand es ist. Dann ist es schwer, den überwiesenen Betrag zurückzubekommen. Für den Autokauf solltest du deshalb besser keine Überweisung als Zahlungsart nutzen.

Bargeldtransfer

Überweisungen sind auch über sogenannte Bargeldtransferdienste möglich. Sie sind zum Beispiel bei Western Union, MoneyGram oder ähnlichen Anbietern möglich.

Ein Bargeldtransfer ist normalerweise für Überweisungen ins Ausland an bekannte Personen wie Familienangehörige oder Freunde gedacht. Der Bargeldtransfer eignet sich für den Fahrzeugkauf deshalb grundsätzlich nicht. Die Zahlungsart nutzen häufig Betrüger.

In einem solchen Fall geben sie sich als Verkäufer aus und verlangen das Geld vom Käufer oft als Sicherheit, häufig auch in Form einer Anzahlung. Zusätzlich senden sie Nachweise wie Kopien von Ausweisen, um das Vertrauen des Käufers zu gewinnen. Hier ist Vorsicht geboten. Denn auch solche Dokumente lassen sich heute leicht fälschen.

Fordert dich ein Verkäufer auf, eine Zahlung über Bargeldtransfer zu leisten, solltest du vom Kauf also lieber absehen.

Frau holt Bargeld für Autokauf aus Geldbeutel
Fordert der Verkäufer das Geld über einen Bargeldtransferdienst an, handelt es sich in vielen Fällen um einen Betrüger. © gettyimages/Dragana911

PayPal

PayPal ist inzwischen eine beliebte Zahlungsmethode, die beim Kauf und Verkauf von Artikeln normalerweise problemlos funktioniert. Der Zahlungsdienst eignet sich aber nicht für den Autokauf oder -verkauf. Beim Autokauf solltest du daher lieber eine andere Form der Bezahlung wählen.

Denn: PayPal selbst schließt die Zahlung für Fahrzeuge mit Motor explizit aus. Für solche Zahlungen besteht weder für Verkäufer noch für Käufer Schutz.

Auch hierbei kommt es außerdem häufig zu Betrugsversuchen von Seiten der Käufer, weil sich Zahlungen über PayPal auch zurückziehen lassen.

So funktioniert die Betrugsmasche: Die Betrüger behaupten gegenüber dem Verkäufer vorab, die Bezahlung für den Autokauf nur über PayPal machen zu können. Nachdem sie das Auto erhalten haben, behaupten sie gegenüber PayPal, dass sie das Auto nicht bekommen haben und ziehen die Zahlung wieder zurück. Der Verkäufer hat das Auto dann schon verkauft, kommt aber nicht mehr an sein Geld.

Bezahlung mit Handy-App: sicherbezahlen

Mit der App „sicherbezahlen“ (früher „Easy Car Pay“) kannst du das Geld für deinen neuen Gebrauchtwagen auch über dein Smartphone an den Verkäufer übermitteln. Die App wurde speziell dafür entwickelt, dass Käufer beim Autokauf einfach und bargeldlos bezahlen können. Mit dem Dienst kannst du seit Anfang 2018 zum Beispiel auch Boote, Schmuck, Pferde oder Maschinen ab einem Preis von 100 Euro kaufen.

So funktioniert das Zahlen mit der App:

Käufer und Verkäufer müssen die App beide auf ihrem Smartphone installieren und sich registrieren. Du kannst die App kostenlos im App-Store downloaden. Dabei wird die Identität jeder registrierten Person durch ein Identifikationsverfahren über Video auf dem Smartphone oder am Computer überprüft. Der Verkäufer muss außerdem seine Bankdaten hinterlegen.

  1. Der Käufer oder der Verkäufer erstellt dann ein individuelles Zahlungsangebot für den Gebrauchtwagen. Der jeweils andere erhält es automatisch per E-Mail.
  2. Sind sich beide Parteien einig, überweist der Käufer die vereinbarte Summe auf ein Referenzkonto der Partnerbank von sicherbezahlen. Das geht per Online-Überweisung, Giropay oder SEPA-Sofortüberweisung. Ist das Geld dort eingegangen, erhält der Verkäufer eine Benachrichtigung per SMS und E-Mail. Beide können sich dann zur Besichtigung oder Übergabe des Autos treffen. Der Preis lässt sich noch bis zur Freigabe des Kaufpreises anpassen.
  3. Der Käufer kann das Auto dann vor Ort überprüfen und eine Probefahrt machen. Entschließt er sich endgültig zum Kauf, fordert er via Smartphone oder PC eine mobile TAN-Nummer (mTAN) von der App an, um den Gebrauchtwagen zu bezahlen.
  4. Solange der Käufer die mTAN nicht eingegeben hat, kann der Verkäufer den Preis noch senken. Das ist zum Beispiel bei einer Preisverhandlung vor der Übergabe möglich.
  5. Das Eingeben der mTAN löst die Auszahlung der festgelegten Summe an den Verkäufer aus. Beide Parteien erhalten eine SMS und eine E-Mail mit der Zahlungsbestätigung. Jetzt werden Fahrzeug und Papiere übergeben. Mit der Zahlungsbestätigung fällt auch eine Servicegebühr an. Die Gebühr hängt normalerweise von der Höhe des Verkaufspreises ab. Kostet das Auto unter 1.000 Euro, fallen 10 Euro Gebühren an. Für Autos bis 10.000 Euro musst du 30 Euro für den Service zahlen. Bis 40.000 Euro Verkaufspreis sind es 50 Euro und für teurere Autos zahlst du 100 Euro. Du kannst dabei selbst bestimmen, wer die Kosten übernimmt (Käufer oder Verkäufer) oder ihr könnt euch die Kosten teilen (Stand: 18.01.2019).
Beim Autokauf mit dem Handy bezahlen
Mit der App sicherbezahlen können Sie das Geld auch mit Ihrem Handy überweisen. © gettyimages/Virojt

Treuhandservice, Reederei & Spedition

Bei manchen Autokäufen ist eine Zahlung über eine Reederei (Schifffahrtsunternehmen), eine Spedition (Transportunternehmen) oder einen Treuhandservice möglich. Treuhandservice ist der rechtliche Begriff für ein unabhängiges drittes Unternehmen, das die Bezahlung stellvertretend für beide Parteien übernimmt. Die Unternehmen sollen das Geld erst einmal sicher verwahren, bis der Käufer das Auto erhalten hat. Erst mit der Übergabe sollen sie das Geld dann an den Verkäufer weiterleiten.

Auch hier kommt es häufig zu Betrugsversuchen: Denn in vielen Fällen gibt es die Firmen (zum Beispiel den Treuhandservice) gar nicht, an die der Käufer das Geld senden soll. Das kann sogar vorkommen, wenn die Webseite und der E-Mail-Verkehr mit der Firma sehr seriös wirken. Sobald die Firma das Geld erhalten hat, brechen sie den Kontakt ab und das Geld ist weg.

Seriöse Autoportale und Verkäufer bieten deshalb normalerweise keinen solchen Dienst an. Eine Ausnahme ist laut der Initiative „Sicherer Autokauf“ der Treuhandservice von eBay Motors.

Verdacht auf Betrug: Was tun?

Es gibt einige Möglichkeiten, um Betrüger zu erkennen. Wichtige Hinweise und Informationen, worauf du beim Kauf oder Verkauf eines Gebrauchtwagens achten und was du bei einem Betrugsverdacht tun solltest, haben wir hier für dich zusammengefasst:

  • Verdächtiges Inserat: Ein Hinweis auf ein verdächtiges Inserat ist ein sehr niedriger Kaufpreis. Auch, wenn sich eine andere Person als angegeben unter der Telefonnummer meldet, solltest du Verdacht schöpfen. In dem Fall wendest du dich am besten direkt an die Online-Autobörse oder kontaktierst deinen Automobilclub, die das Angebot überprüfen können.
  • Verweis auf Trauhandservice, Reederei oder Spedition: Seriöse Onlinebörsen bieten keine solchen Dienste an. Eine Ausnahme stellt der Trauhandservice von eBay Motors dar.
  • Bestätigung des Fahrzeugmarkts: Erhältst du vom Fahrzeugmarkt eine E-Mail, in der die Rechtmäßigkeit des Fahrzeugs und die Seriosität des Verkäufers bestätigt wird, solltest du Verdacht schöpfen. Denn kein Internet-Fahrzeugmarkt bietet die Bestätigung der Daten seiner Nutzer an. Brich den Kontakt mit dem Verkäufer ab und lass dich nicht auf einen Kauf mit ihm ein.
  • Verdächtiger Verkäufer: Möchte der Verkäufer nur per E-Mail mit dir kommunizieren oder ist er nicht unter der angegebenen Telefonnummer erreichbar, ist das verdächtig. Auch wenn er dir eine Probefahrt verweigert oder eine Anzahlung von dir fordert, solltest du vom Angebot Abstand nehmen. Geh dann lieber kein Risiko ein.
  • Verdächtiger Käufer: Bietet dir eine Firma die Vermittlung eines Kaufinteressenten an oder fordert dich dazu auf, deine Daten zu übermitteln, solltest du den Kontakt sofort abbrechen. Auch wenn dir ein Käufer Geld nur über PayPal zahlen möchte, solltest du das Angebot lieber ablehnen.
  • Geld bereits überwiesen: Ist dein Geld schon von deinem Konto per Überweisung oder Nutzung eines Bargeldtransfers abgebucht worden, gehst du so vor: Wende dich sofort an die Online-Autobörse, damit sie das Inserat von der Seite nehmen kann. Dann solltest du sofort Anzeige bei der Polizei erstatten. E-Mails und andere Kontaktverläufe mit dem Verkäufer bewahrst du auf und übermittelst sie an die Polizei. Mitglieder von Automobilclubs können normalerweise eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen, die ihnen Tipps für das weitere Vorgehen geben kann.

Schütze dich vor Betrügern!

Jetzt weißt du, wie du die Bezahlung beim Autokauf sicher gestalten kannst. Am besten eignet sich beim Autokauf oder -verkauf die Bezahlung mit Bargeld. Achte darauf, dass die Übergabe bei Tageslicht und an einem viel besuchten Ort stattfindet. Am besten ist es, wenn Verkäufer und Käufer gemeinsam in eine Bank gehen, um das Geld dort abzuheben. So sind beide auf der sicheren Seite.

Solltest du Verdacht schöpfen, dass es sich bei dem Verkäufer oder Käufer um einen Betrüger handelt, solltest du lieber kein Risiko eingehen. Kontaktiere die Autobörse oder deinen Automobilclub und schalte, wenn nötig, auch die Polizei ein.

Wir wünschen dir viel Erfolg beim Kauf oder Verkauf deines Autos und allzeit gute Fahrt! Deine Allianz Direct

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