Hund im Auto transportieren

Hund im Auto transportieren: So geht's

Willst du deinen Hund sicher im Auto transportieren, musst du einige Dinge beachten.

Egal, ob du ihn im Kofferraum oder auf der Rücksitzbank mitnimmst. Wir erklären, wie du deinen Hund Schritt für Schritt ans Autofahren gewöhnst und zeigen, wie du deinen Hund im Auto richtig anschnallst.

Knapp 7,9 Millionen Haustierbesitzer in Deutschland haben einen Hund. Circa 1,2 Millionen Deutsche halten sogar zwei Hunde. Wir erklären dir, was du beim Autofahren mit Hund beachten musst und wie du deinen Vierbeiner am sichersten transportierst:

  • Wie gewöhne ich meinen Hund ans Autofahren?
  • Was muss ich bei Autoreisen mit Hund beachten?
  • Wo kann ich meinen Hund im Auto sicher transportieren?
  • Darf ich meinen Hund alleine im Auto lassen?
  • Was passiert, wenn ich meinen Hund bei der Fahrt nicht sichere?
  • Wie verhalte ich mich bei einem Unfall?

Wie gewöhne ich meinen Hund ans Autofahren? 

Wir erklären dir, wie du deinen Hund richtig ans Autofahren gewöhnst. Eine gute Vorbereitung zahlt sich normalerweise ab der ersten Fahrt aus.

Die Vorbereitung

Grundsätzlich sollte dein Tier immer auf demselben Platz mitfahren. So wird das Autofahren zur alltäglichen Routine. Merkst du, dass deinem Hund auf der Rückbank schlecht wird, solltest du eine andere Möglichkeit ausprobieren.

Mache deinen Hund vor der ersten Autofahrt mit dem Fahrzeug vertraut. Zeige ihm seinen Platz und ermuntere ihn einzusteigen. Du kannst deinen Hund auch vorsichtig hineinheben.

Will dein Hund nicht ins Auto springen, kannst du deinen Vierbeiner mit einem Leckerli in das Auto locken. Oder du stellst einen Napf mit Futter in den Kofferraum beziehungsweise auf die Rückbank. Fordere deinen Hund in diesem Fall erst zum Warten auf. Das steigert die Neugier. Viele Hunde überwinden so die erste Scheu und steigen von selbst in das Fahrzeug.

Ist dein Hund im Auto, gebe ihm Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Lasse ihn schnüffeln und lobe ihn, wenn dein Vierbeiner sich ruhig und gelassen verhält. Merkst du, dass dein Tier nervös wird, spreche leise und beruhigend. Du solltest deinen Hund aber nicht zwingen im Auto zu bleiben. Will er aussteigen, lasse es zu und beginne nochmal von vorne.

Meistert dein Hund die Situation entspannt, kannst du den Motor anmachen. So gewöhnt er sich an das Geräusch. Lobe oder belohne deinen Vierbeiner mit einem Leckerli, wenn er brav mitmacht. Klappt die Übung gut, kannst du mit der ersten Fahrt starten.

Hund liegt am Strand
Um deinen Hund mit in den Urlaub zu nehmen, solltest du ihn so früh wie möglich ans Autofahren gewöhnen. © iStock.com/Rike_

Die erste Fahrt

Für die erste Autofahrt ist es sinnvoll, eine Begleitperson mitzunehmen. Du solltest noch keine weite Strecke fahren. Achte darauf, dass dein Hund gut gesichert an seinem Platz sitzt oder liegt.

Wird das Tier nervös, spreche mit ruhiger und leiser Stimme. Benutze bekannte Kommandos wie „sitz“ oder „bleib“. Fängt dein Hund an zu bellen oder zu jaulen, solltest du ihm mit den gelernten Signalen sagen, dass du das nicht möchtest. Sei konsequent, aber bleibe ruhig.

Merkst du, dass das Tier panisch wird und sich nicht beruhigen lässt, solltest du die Autofahrt beenden. Starte in den nächsten Tagen in Ruhe einen neuen Versuch.

Das solltest du wissen: Tiere lernen vor allem durch Wiederholung. Die meisten Hunde brauchen drei bis zehn Fahrten, um sich an das Autofahren zu gewöhnen. Auch das Ein- und Aussteigen musst du deinem Hund einige Male zeigen. Wichtig ist, beim Training einen Schritt nach dem anderen zu machen.

Was muss ich bei Autoreisen mit Hund beachten? 

Willst du mit deinem Hund verreisen oder steht eine längere Autofahrt an, solltest du diese Punkte beachten:

  • Gewöhnung: Bringe deinem Hund rechtzeitig in kleinen Schritten das Autofahren bei. Es macht keinen Sinn, das Tier am Abreisetag das erste Mal im Auto mitzunehmen. Das kann zu Überforderung und Abwehrreaktionen führen.
  • Fütterung: Füttere deinen Hund nicht während der Autofahrt, sondern mindestens zwei Stunden vorher. Ist dein Vierbeiner nervös, kann es sein, dass er sich übergeben muss. Gegen zwei oder drei Leckerlis zur Belohnung ist nichts einzuwenden.
  • Kuscheldecke/Spielzeug: Dein Hund wird weniger nervös sein, wenn er bekannte Gegenstände bei sich hat. Nehme auf Autofahrten die vertraute Kuscheldecke und das Lieblingsspielzeug mit.
  • Pausen: Bist du mit deinem Vierbeiner länger unterwegs, solltest du mindestens alle 1,5 Stunden eine Pause machen. Biete deinem Tier Wasser an und sorge für etwas Auslauf. Das baut Stress ab.
  • Temperatur: Beobachte die Temperatur im Auto und schalte im Sommer die Klimaanlage ein. So kannst du einem Hitzeschlag gezielt entgegenwirken. Denn Hunde schwitzen nicht.

Bist du mit deinem Hund, deiner Katze oder deinem Frettchen in der EU unterwegs, solltest du den Heimtierausweis nicht vergessen. Damit kannst du nachweisen, dass dein Tier einen wirksamen Impfschutz gegen Tollwut hat. Der Ausweis wird normalerweise vom Tierarzt ausgestellt. Dein Vierbeiner muss entweder einen Chip oder eine Tätowierung mit einer Nummer haben. Sie ist im Heimtierausweis eingetragen. So kann dein Vierbeiner eindeutig identifiziert werden.

Wo kann ich meinen Hund im Auto sicher transportieren? 

Das Wichtigste beim Transport ist, dass sich das Tier nicht frei im Auto bewegen und den Fahrer ablenken kann. Der Vierbeiner muss so gesichert sein, dass er bei einem Zusammenstoß nicht durchs Fahrzeug geschleudert wird.

Auf der Rücksitzbank

Auf der Rücksitzbank deines Autos solltest du deinen Hund nur transportieren, wenn du ein speziell für Hunde hergestelltes und sicherheitsgeprüftes Brustgeschirr besitzt. Auf keinen Fall darfst du deinen Hund am Halsband anschnallen. Das kann zu schlimmen Halsverletzungen oder Würgen führen.

Das Brustgeschirr muss stabil sein und eng anliegen. Es darf aber nicht einschneiden oder das Tier drücken. Das Transportgeschirr wird über ein Zwischenstück am Sicherheitsgurt oder am Gurtschloss deines Autos festgemacht. Stelle das Zwischenstück kurz ein. Der Hund sollte nicht vom Rücksitz springen können.

Vorsicht: Ein Geschirr, das du zum Gassigehen verwendest, reißt normalerweise bei einem Aufprall von circa 50 km/h. Dein Vierbeiner ist damit beim Autofahren nicht ausreichend gesichert.

Hund hinten im Auto
Willst du deinen Hund auf der Rücksitzbank mitnehmen, sollte der Vierbeiner immer mit einem Transportgeschirr gesichert sein. © iStock.com/AndreyPopov

Im Hunde-Autositz

Kleine Hunde kannst du im Hunde-Autositz transportieren. Er lässt sich mit einem einfachen System entweder auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank festmachen. Du kannst den Hunde-Autositz mit einer Schlaufe am Sicherheitsgurt befestigen. Außerdem gibt es meist einen Riemen zur Sicherung an der Kopfstütze.

Im Hunde-Autositz muss dein Vierbeiner zusätzlich an einem Sicherheitshaken angeschnallt werden. Dafür brauchst du normalerweise ein spezielles Transportgeschirr. Auch hier gilt: Stelle das Verbindungsstück zum Geschirr kurz ein, damit dein Hund nicht vom Sitz springen oder sich darin verwickeln kann.

Der Vorteil: Du benötigst keine Transportdecke, um dein Auto vor Tierhaaren oder Schmutz zu schützen. Außerdem kannst du den Hunde-Autositz auch als Reisebettchen für deinen Vierbeiner verwenden.

Hund im Reisebettchen
Ein Reisebettchen gibt deinem Hund Sicherheit und sorgt für Wohlbefinden beim Autofahren. © iStock.com/Jodi Jacobson

In der Transportbox

Eine stabile Transportbox ist das sicherste Transportmittel für Hunde. Denn es gilt: Je kleiner und enger der Raum, desto besser ist das Tier beim Autofahren geschützt. Außerdem fühlen sich die meisten Vierbeiner dort schnell wohl. Die Transportbox vermittelt dem Tier das Gefühl einer sicheren Höhle.

Dein Hund muss aber während der Fahrt in der Box stehen und sich bewegen können. Transportboxen für Tiere sind normalerweise vom TÜV unfallgetestet.

Grundsätzlich solltest du beachten, wo du die Box im Auto platzierst. Größere Transportboxen müssen im Kofferraum fixiert werden, kleinere kannst du in den Fußraum hinter den Vordersitz stellen. Transportboxen aus Kunststoff solltest du niemals auf der Rücksitzbank deines Fahrzeugs anschnallen. Bei einem Crashtest hat der ADAC herausgefunden, dass die Boxen bei einem Unfall in Einzelteile zerbrechen können.

Wenn du die Transportbox im Kofferraum deines Autos fixieren möchtest, schiebe sie nah an die Rücksitzbank. Sie sollte so aufgestellt sein, dass sie bei geschlossenem Kofferraum nicht verrutschen kann. Wenn möglich, solltest du die Box quer zur Fahrtrichtung stellen. Die Position belastet das Tier bei einem Unfall am wenigsten.

Boxen aus Aluminium müssen oft zusätzlich mit einem Spanngurt befestigt werden. Solche Transportboxen haben dafür spezielle Ringe an den Seiten. Im Kofferraum eines Fahrzeugs sind außerdem sogenannte Zurrösen zur Sicherung einer Ladung vorhanden. Du kannst hier einfach den Gurt durchziehen.

Ein Trenngitter zwischen Fahrzeug- und Kofferraum sorgt zusätzlich für mehr Sicherheit. So wird dein Hund bei einem Unfall oder einer Vollbremsung nicht zum Geschoss.

Für Katzenbesitzer: Deine Katze kannst du im Auto problemlos in einer Transportbox im Fußraum hinter den Vordersitzen mitnehmen.

Hunde in der Transportbox
In einer Transportbox im Kofferraum sind Hunde beim Autofahren am besten gesichert. © iStock.com/ROMAOSLO

Darf ich meinen Hund alleine im Auto lassen? 

Vor allem im Hochsommer solltest du deinen Hund nie alleine im Auto lassen. Du bringst das Tier in Lebensgefahr und verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Stirbt dein Hund dabei, musst du mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren wegen Tierquälerei rechnen. Es könnte auch ein Hundehaltungsverbot ausgesprochen werden. Liegt keine Tierquälerei vor, musst du wegen einer Ordnungswidrigkeit eine Strafe von bis zu 25.000 Euro zahlen.

Was tun im Notfall: Fällt dir ein Tier in einem geschlossenen Fahrzeug auf, solltest du als erstes versuchen, den Fahrer ausfindig zu machen. Du kannst ihn zum Beispiel im Supermarkt ausrufen lassen. Hast du keinen Erfolg, solltest du die Polizei oder die Feuerwehr verständigen.

Ist der Fall so kritisch, dass Polizei oder Feuerwehr nicht rechtzeitig eintreffen würden, darfst du den Hund selbst befreien. Musst du bei der Rettung die Scheibe einschlagen, solltest du das mit Fotos dokumentieren. Außerdem solltest du dir Zeugen suchen.

Was passiert, wenn ich meinen Hund bei der Fahrt nicht sichere? 

Es gibt keine speziellen Vorschriften für den Transport von Tieren. Im Verkehrsrecht gilt ein Haustier als Ladung, die nach § 22 StVO gesichert werden muss. Sonst kann die Kaskoversicherung bei einem Unfall die Zahlung verweigern.

Wann fällt ein Bußgeld an?

Sicherst du deinen Hund im Auto nicht richtig, musst du mit einem Bußgeld und Punkten in Flensburg rechnen. Das gilt auch, wenn er dir aus dem Auto ausbricht. Das solltest du dazu wissen:

  • Sicherst du deinen Hund nicht, musst du 35 Euro Strafe zahlen.
  • Gefährdest du dadurch den Straßenverkehr, musst du 60 Euro bezahlen und bekommst einen Punkt in Flensburg.
  • Wenn du deinen Hund nicht gesichert hast und es zu einer Sachbeschädigung kommt, musst du 75 Euro Strafe zahlen und bekommst einen Punkt in Flensburg.
  • Ist dein Hund ohne Begleitung auf der Straße unterwegs und gefährdet den Verkehr, musst du eine Strafe in Höhe von 5 Euro bezahlen. Kommt es zu einer Sachbeschädigung, musst du 10 Euro zahlen.

Wann zahlt die Versicherung nicht?

Hast du deinen Hund nicht richtig gesichert und es kommt zu einem Unfall, gilt das als grobe Fahrlässigkeit. Die Kaskoversicherung übernimmt normalerweise nur einen Teil des Schadens oder zahlt gar nicht.

Ein Beispiel: Wenn du deinen Hund im Fußraum des Beifahrersitzes ohne Fixierung mitnimmst, ist er nicht richtig gesichert. Dasselbe gilt, wenn dein Vierbeiner im Kofferraum ohne Transportbox oder Trenngitter mitfährt. Bei einem Aufprall wird das Tier zum Geschoss im Fahrzeug. Der Fahrer kann lebensgefährlich verletzt werden. Die Kaskoversicherung muss den Schaden an deinem Auto nur teilweise oder gar nicht bezahlen.

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Hund im Fussraum
Im Fußraum des Beifahrersitzes ist dein Hund nicht ausreichend gesichert. In solchen Fällen muss die Kaskoversicherung nicht zahlen. © iStock.com/fjdelvalle

Wie verhalte ich mich bei einem Unfall? 

Der Deutsche Tierschutzbund hat für den Notfall lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen veröffentlicht. Wir haben das Wichtigste für dich kurz zusammengefasst:

  • Ruhe bewahren: Bewahre Ruhe und sichere die Unfallstelle ab. Danach solltest du das Tier vorsichtig auf eine ausgebreitete Decke auf die rechte Seite legen.
  • Ist das Tier bei Bewusstsein: Halte es an der Nackenhaut mit einer Hand fest. Der Nackengriff sorgt dafür, dass das Tier nicht panisch wird. Lege die andere Hand unter das Tier.
  • Ist das Tier bewusstlos: Platziere eine Hand unter dem Tier und stütze mit der anderen den Kopf. Öffne das Maul und lege die Zunge vorsichtig raus. Entferne notfalls Fremdkörper aus dem Maul.
  • Herzdruckmassage: Kannst du keinen Atem mehr spüren, beginne mit der Herzdruckmassage. Dafür solltest du zehn bis fünfzehn Mal kurz auf den Brustkorb des Tieres drücken. Bei Welpen nimmst du dafür zwei Finger, bei kleineren Hunden eine Hand und bei größeren Hunden beide Hände. Danach musst du das Tier zweimal beatmen (Mund-zu-Nase-Beatmung).
  • Polizei verständigen: Informiere die Polizei unter der Nummer 110 und lasse dir die Telefonnummer eines Tierarztes oder einer Tierklinik geben.
  • Tierarzt anrufen: Rufe bei einem Tierarzt oder einer Tierklink an und bringe das verletzte Tier vorbei. In vielen Fällen übernimmt die Polizei diese Aufgabe.

Sicherheit geht vor! 

Wenn du deinen Hund im Auto transportieren möchtest, gilt der Grundsatz: Sicherheit geht vor! Das ist wichtig, egal ob du deinen Hund im Kofferraum oder auf der Rücksitzbank mitnimmst. Sorge dafür, dass dein Hund seinen Platz im Auto kennt und richtig angeschnallt ist. Außerdem solltest du so früh wie möglich mit dem Training beginnen und deinen Hund Schritt für Schritt ans Autofahren gewöhnen. Und: Du solltest deinen Hund natürlich niemals alleine im Auto lassen!

Wir wünschen dir allzeit gute Fahrt! Deine Allianz Direct

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