Carsharing: Wichtig zu Versicherung & Co

Carsharing: Wichtig zu Versicherung & Co

Carsharing hat sich in den letzten Jahren zu einem interessanten Geschäftsmodell entwickelt.

Wir erklären dir, worauf du bei der Versicherung achten musst, welche Vorteile und Nachteile es gibt und wie privates Carsharing funktioniert.

Meinen Beitrag berechnen

Wenn du künftig auf Carsharing setzen möchtest, findest du hier alles, was du dazu wissen musst:

  • Carsharing: Was ist bei der Kfz-Versicherung wichtig?
  • Wie funktioniert Carsharing?
  • Was kostet Carsharing?

Carsharing: Was ist bei der Kfz-Versicherung wichtig?

Ein Unfall mit einem fremden Auto ist immer eine unangenehme Sache. Wir erklären dir, wann welche Versicherung bei Carsharing zahlt und worauf Mieter und Vermieter grundsätzlich achten sollten.

Welche Versicherung zahlt bei einem Schaden?

Welche Versicherung einen Unfallschaden bei Carsharing übernimmt, hängt immer vom bestehenden Versicherungsschutz ab. Deshalb solltest du als Mieter sowohl bei kommerziellen Anbietern als auch bei Privatpersonen vorher immer genau nachfragen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen durchsehen.

Bei kommerziellem Carsharing

Für Mieter: Wenn du dein eigenes Auto verkaufen willst und dich für das Modell Carsharing bei einem kommerziellen Verleih entschieden hast, musst du dir über die Kfz-Versicherung normalerweise keine Sorgen machen.

Denn die zur Verfügung gestellten Autos sind in der Regel über den Anbieter versichert (Kfz-Haftpflichtversicherung, Vollkaskoversicherung). Meistens wird bei einem Schaden aber eine Selbstbeteiligung (zwischen 500 bis 1.500 Euro) fällig. Wie hoch die Summe ist, hängt immer vom jeweiligen Fahrzeugverleih ab. Wirf deshalb vorher einen Blick in die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Übrigens: Durch eine jährliche Pauschale oder mit einem speziellen Sicherheitspaket von circa 40 bis 100 Euro, das einige kommerzielle Vermieter anbieten, kannst du die Selbstbeteiligung senken (auf 200 bis 300 Euro).

Mann und Frau sehen sich Unfallschaden an.
Die Fahrzeuge von kommerziellen Anbietern sind normalerweise immer haftpflicht- und vollkaskoversichert. Bei einem Unfall müssen Mieter also nur die festgelegte Selbstbeteiligung bezahlen. © gettyimages/AndreyPopov

Bei privatem Carsharing

Für Vermieter: Bei privatem Carsharing ist es besonders wichtig, dass du dir über die Kfz-Versicherung Gedanken machst. Denn nun nehmen auch andere Personen mit deinem Fahrzeug am Straßenverkehr teil.

Möchtest du dein eigenes Fahrzeug vermieten, hast du zwei Möglichkeiten:

  • Neben einer Kfz-Haftpflichtversicherung solltest du auch eine Vollkaskoversicherung für dein Auto abschließen. Außerdem ist es wichtig, dass du den Fahrerkreis offenhältst. Das bedeutet, dein Auto darf dann nicht mehr nur von festgelegten Personen (zum Beispiel deinem Ehepartner oder deinen Kindern) gefahren werden. In dem Fall wird sich aber normalerweise auch der Preis der Kfz-Versicherung erhöhen, weil so ein größeres Unfallrisiko besteht.
  • Alternativ kannst du dein Fahrzeug aber auch direkt über die jeweilige Plattform versichern und eine spezielle Carsharing-Versicherung abschließen. Bei vielen Anbietern ist das sogar Pflicht und sie verlangen zur Registrierung eine spezielle Zusatzversicherung (Haftpflicht- und Kaskoschutz). In manchen Fällen schränkt der Versicherer der Plattform aber den Personenkreis ein, der das Auto nutzen darf: Oft müssen Mieter mindestens drei Jahre einen Führerschein besitzen, mindestens 23 Jahre und nicht älter als 69 Jahre sein.

Das sollten Mieter wissen: Möchtest du dir über ein Carsharing-Portal ein privates Auto ausleihen, schließt du normalerweise automatisch einen Haftpflicht- und Kaskoschutz ab. Bei einem Unfall musst du dann nur die vereinbarte Selbstbeteiligung bezahlen. Prüfe aber vorsichtshalber immer nochmal die Vertragsbedingungen.

Was passiert mit meinem Schadenfreiheitsrabatt?

Für Mieter: Wenn du dich gegen dein eigenes Auto und für Carsharing entscheidest, bleibt dein Schadenfreiheitsrabatt normalerweise sieben bis zehn Jahre erhalten. Danach verfällt der Rabatt. Am besten du informierst dich direkt bei deiner Versicherung und lässt dir bei der Kündigung deine aktuelle Schadenfreiheitsklasse schriftlich bestätigen.

Wenn du dir innerhalb der festgelegten Zeit wieder ein Auto anschaffst, wirst du in der Regel bei den meisten Versicherern in dieselbe Schadenfreiheitsklasse wie vorher eingestuft.

Beispiel: Bevor du vor neun Jahren dein Auto verkauft hast, hast du 15 schadenfreie Jahre angesammelt. Jetzt möchtest du aber doch wieder ein eigenes Auto anschaffen. Bei den meisten Versicherungen bekommst du deine vorherige Schadenfreiheitsklasse und kannst wieder mit 15 schadenfreien Jahren einsteigen.

Das sollten Mieter wissen: Bei einer Unterbrechung von mehr als zehn Jahren (je nach Versicherer auch schon bei mehr als sieben Jahren) wirst du wieder als Neueinsteiger (meist mit der SF-Klasse ½) eingestuft.

Wie funktioniert Carsharing?

Carsharing ist ein mittlerweile vor allem in Großstädten sehr beliebtes Geschäftsmodell. Dabei können Privatpersonen entweder ihr eigenes Auto mit anderen über einen Vermittler teilen (privates Carsharing) oder die Fahrzeuge von örtlichen Anbietern nutzen (kommerzielles Carsharing).

Was bedeutet Carsharing?

Bei Carsharing unterscheidet man normalerweise zuerst einmal ganz grundsätzlich zwischen kommerziellem Carsharing und privatem Carsharing.

Privates Carsharing

Für Vermieter: Wenn du dein eigenes Auto kaum nutzt, es aber dennoch für einige regelmäßige Fahrten behalten möchtest, kannst du dein Fahrzeug auf seriösen Internetplattformen (zum Beispiel drivy.de) anderen Personen zur Verfügung stellen. Das Konzept wird auch Peer-to-Peer-Carsharing genannt.

Dabei hast du die Möglichkeit, dein Auto im Portal einzutragen, Zeiten für den Verleih anzugeben und den Mietpreis festzulegen. Die Übergabe findet dann normalerweise zwischen dir und dem Mieter statt.

Möchtest du dein Fahrzeug über privates Carsharing anbieten, solltest du mit dem Mieter immer auch einen entsprechenden Vertrag mit den relevanten Konditionen (Mietbedingungen, Versicherungsschutz) abschließen. Außerdem ist es sinnvoll, wenn du den Zustand des Fahrzeugs und den aktuellen Kilometerstand notierst. Üblich ist es normalerweise auch, dass du dein Auto mit dem gleichen Tankstand wie zuvor zurückbekommst.

Wenn du dein Auto über eine Carsharing-Plattform anbietest, lassen sich zum Beispiel die monatlichen Kosten für dein Privatauto senken und du kannst trotzdem mobil bleiben. Vergiss aber nicht, dass deine Einnahmen normalerweise auch versteuert werden müssen. Dafür solltest du dich im Zweifel an einen Steuerberater wenden.

Das sollten Mieter wissen: Bei der Fahrzeugübernahme und -übergabe musst du einige wichtige Punkte beachten. In unserer Checkliste (PDF) zum Abhaken haben wir alle relevanten Informationen für dich zusammengestellt.

schluessel-austauschen
Beim privaten Carsharing findet die Übergabe normalerweise persönlich zwischen Vermieter und Mieter statt. © gettyimages/Minerva Studio

Kommerzielles Carsharing

Für Mieter: Vor allem in Großstädten gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter für kommerzielles Carsharing. Dort kannst du auch stundenweise ein Auto mieten, denn normalerweise rechnet der Fahrzeugverleih minutengenau und nicht den ganzen Tag ab.

Auch wenn du einmal spontan eine Einkaufstour oder einen Kurztrip machen möchtest, ist dieses Carsharing-Modell vermutlich die bessere Option. Denn: bei den meisten kommerziellen Anbietern kannst du dir auch ohne große Planung im Voraus ein Auto ausleihen.

Beim kommerziellen Carsharing unterscheidet man zwei unterschiedliche Varianten:

  • Stationsgebundes Carsharing: Hier musst du das Auto an einer festen Station abholen und dorthin auch wieder zurückbringen.
  • Free-Floating Carsharing: Hier findest du die frei in der Stadt verteilten Autos über das Internet oder eine Smartphone-App. Mit deiner Chip-Karte kannst du das Fahrzeug öffnen. Später musst du das Auto nicht mehr an den Abholort zurückbringen, sondern du darfst es auf einem Parkplatz deiner Wahl abstellen.
Mit Smartphone Autos für Carsharing finden
Beim Free-Floating Carsharing findest du die Autos in deiner Nähe über eine Smartphone-App. © gettyimages/Tero Vesalainen

Wann lohnt sich Carsharing und wann nicht?

Die Unterhaltskosten für ein eigenes Auto sind nicht zu unterschätzen und auch die Spritpreise steigen stetig an. Für Fahrer, die unter 10.000 Kilometer im Jahr fahren, ihr Auto nicht täglich für den Arbeitsweg brauchen und auf eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgreifen können, ist Carsharing eine interessante Alternative.

Carsharing: Vorteile

Egal ob privat oder kommerziell hat Carsharing viele Vorteile:

  • Umweltbewusstsein: Carsharing wirkt sich positiv auf den CO2-Ausstoß aus und steigert das Umweltbewusstsein, weil Autos gezielt genutzt und weniger Fahrzeuge gekauft werden. Wie sich Carsharing langfristig auf die Ökobilanz auswirkt, wird sich aber erst in ein paar Jahren zeigen. In welcher Form sich das Verhalten der Nutzer schon jetzt verändert hat, kannst du detailliert beim Bundesverband CarSharing e.V. nachlesen.
  • Neueste Technik: Die Autos kommerzieller Carsharing-Anbieter sind normalerweise immer auf dem neusten Stand der Technik. So haben Mieter den Vorteil, immer mit einem verhältnismäßig neuen Fahrzeug (meist nicht älter als ein Jahr) zu fahren.
  • Verschiedene Automodelle: Möchten sich Mieter über Carsharing ein Auto ausleihen, können sie zwischen verschiedenen Fahrzeugmodellen wählen. Steht am Wochenende ein Tagesausflug ins Grüne an, können sie die Fahrt im Cabrio genießen. Und wenn man zum Beispiel in die Berge zum Skifahren möchte, lässt sich das Gepäck am besten in einem Kombi unterbringen.
  • Geringere Fixkosten: Nutzen Mieter zum Beispiel kommerzielle Carsharing-Angebote, fallen ihnen keine Anschaffungskosten für ein Fahrzeug an. Stellen Vermieter ihr privates Auto über einen Vermittler zur Verfügung, können sie die Unterhaltskosten mit ihren Einnahmen senken.
Spielzeugauto vor aufgetürmten Geldmünzen
Nutzen Vermieter privates Carsharing, können sie Unterhaltskosten für ihr Auto senken. © gettyimages/ AndreyPopov

Carsharing: Nachteile

Es gibt aber auch ein paar Nachteile, die du immer realistisch betrachten sollten:

  • Flexibilität: Beim Carsharing können Mieter mit ihrem Auto nicht einfach losfahren, sondern müssen das Fahrzeug an der nächsten Station abholen. Außerdem müssen sie auch je nach Carsharing-Modell immer einen passenden Parkplatz finden.
  • Verfügbarkeit: Möchten Mieter, wie oben beschrieben, eine Spritztour ins Grüne mit einem Cabrio machen oder in den Skiurlaub in die Berge fahren und ihr Gepäck bequem in einem Kombi verstauen, gibt es keine Garantie, dass ein solches Auto zum gewünschten Zeitpunkt in der Nähe verfügbar ist.
  • Keine Alternative für Berufspendler: Für Gelegenheitsfahrer ist Carsharing ein interessantes Modell. Für Vielfahrer und Berufspendler macht es aber wenig Sinn, sich ein Auto zu mieten. Denn bei der minutengenauen Abrechnung wird auch die Parkzeit (zum Beispiel während der Arbeit) in Rechnung gestellt.
  • Weniger Angebote in ländlichen Regionen: Vor allem auf dem Land ist die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel oft schlecht. Anwohner sind deshalb meist auf ein Auto angewiesen. Das Modell Carsharing ist hier aber nur eingeschränkt nutzbar, weil es bisher nur wenige Anbieter in ländlichen Regionen gibt.
  • Zustand des Fahrzeugs: Vor allem bei kommerziellen Carsharing-Angeboten ist der aktuelle Zustand des Autos immer vom Vormieter abhängig. Auf die bisherige Nutzung des Fahrzeugs haben Mieter auch keinen Einfluss.

Was kostet Carsharing?

Die Kosten für Carsharing unterscheiden sich normalerweise stark. Den Preis bestimmen in der Regel verschiedene Punkte wie zum Beispiel Anbieter, Fahrzeugtyp, Uhrzeit, Abrechnungsmodell und Bundesland. In vielen Fällen kommen auch eine einmalige Aufnahmegebühr, eine Kaution und ein monatlich anfallender Mitgliedsbeitrag dazu.

Einige Anbieter berechnen die Kosten dann darüber, wie lange Mieter das Fahrzeug ausgeliehen haben und wie viele Kilometer sie gefahren sind. Andere rechnen wiederum pro Minute ab. In folgendem Video kannst du dir einen detaillierten Überblick über die anfallenden Kosten bei drei größeren Anbietern verschaffen:

Zum Video

So finden Mieter den passenden Anbieter!

Um den passenden Carsharing-Anbieter zu finden, solltest du dir zuerst einmal Gedanken machen, welches Auto zu deinem Vorhaben passt. Benötigst du viel Platz, macht vermutlich ein Kombi oder sogar ein Kleinbus Sinn. Bei einer Spritztour hast du dagegen sicher Spaß mit einem Cabrio.

Um herauszufinden, welche Carsharing-Möglichkeiten es in deiner Nähe gibt, kannst du die App Free2Move nutzen. Hier kannst du kostenlos auf einer Karte prüfen, welche Fahrzeuge in deiner Nähe zu welchen Preisen zur Verfügung stehen. Gebucht wird dann direkt über die App bei dem von dir ausgewählten Anbieter.

Wir wünschen dir allzeit gute Fahrt! Deine Allianz Direct

Kfz-Versicherung

Wechseln lohnt sich: Hole dir jetzt die günstige Allianz Direct Kfz-Versicherung.

Zur Kfz-Versicherung
Mann mit Notebook