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Blitzer Buß­geld

Wie hoch die Strafen sind und wann es Fahrverbote gibt.

Immer wieder werden die Bußgelder für zu schnelles Fahren erhöht. Erfahre bei uns, was sich beim Bußgeldkatalog für Blitzer ändert und mit welchen Strafen du als Fahranfänger in der 30er Zone oder beim Überfahren einer roten Ampel rechnen musst.

[Stand 09/2020]

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Bußgeldkatalog sieht bei Blitzern härtere Strafen vor. Schon ab 21 km/h zu viel innerhalb geschlossener Ortschaften gibt es in Zukunft nicht nur ein Blitzer Bußgeld, sondern auch einen Punkt und einen Monat Fahrverbot. 

Die Blitzer-Strafe für das Überfahren einer roten Ampel beträgt 90 Euro und einen Punkt, wenn niemand gefährdet wurde und kein Schaden entstanden ist. Ein qualifizierter Verstoß, also das Überfahren einer Ampel, die schon länger als eine Sekunde Rot zeigt, kostet dagegen 200 Euro und zieht außerdem ein Fahrverbot nach sich.

Neben einem Bußgeld für Blitzer drohen Fahranfängern noch weitere Konsequenzen. Je nach Schwere des Verstoßes kann es zu einer Verlängerung der Probezeit oder sogar zu einem verpflichtenden Aufbauseminar oder einer verkehrspsychologischen Überprüfung kommen.

Gegen ein Blitzer-Bußgeld kann innerhalb von zwei Wochen Einspruch eingelegt werden. Viele Bescheide sind formal fehlerhaft und viele Messungen technisch inkorrekt. Ein professioneller Rechtsbeistand ist dabei aber dringend anzuraten. Gibt es nach einem Verstoß drei Monate lang keine Post von der Bußgeldstelle, gilt der Verstoß als verjährt.

Diese Blitzer-Strafen gibt es

Wer wegen einem Blitzer ein Bußgeld auferlegt bekommt, ist in der Regel zu schnell unterwegs gewesen oder hat eine rote Ampel überfahren. Je nach Schwere der Geschwindigkeitsübertretung werden dann entweder nur eine Geldstrafe oder auch Punkte in Flensburg fällig. In manchen Fällen kann sogar ein Fahrverbot verhängt werden.

Die genauen Bußgelder richten sich nach der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) und dem angehängten Bußgeldkatalog für Blitzer und viele andere Ordnungswidrigkeiten. Der Katalog behandelt vor allem die verschiedenen Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen innerorts und außerorts.

Schon gewusst: Obwohl man von einer Blitzer-Strafe spricht, ist es rein gesetzlich keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Trotzdem spricht man von einer Verkehrsstrafe, wenn jemand gegen das Verkehrsrecht verstößt.

Bußgeldkatalog für Blitzer

Das Bußgeld für Blitzer-Fotos basiert auf dem Bußgeldkatalog, der Anfang 2020 überarbeitet wurde. Im neuen Blitzer-Katalog sind deutlich empfindlichere Strafen für Blitzer wegen Geschwindigkeitsübertretung vorgesehen. Wirst du innerorts geblitzt, gibt es schon ab 21 km/h Übertretung einen Punkt. Die neuen Blitzer-Bußgelder sind wie folgt:

Bußgeldkatalog innerorts geblitzt
Dieses Bußgeld zahlst du, wenn du innerorts geblitzt wirst. © Allianz Direct
Bußgeld außerorts - Übersicht
Dieses Bußgeld zahlst du außerorts bei Tempoüberschreitungen © Allianz Direct

Wirst du in einer 30er-Zone geblitzt, hat das dieselben Auswirkungen wie in einer 50er Zone. Auch dann gelten die Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen innerorts. Fährst du also 50 km/h in einer 30er-Zone, kostet das nach dem neuen Katalog 70 Euro.

Bei Rot geblitzt: Kosten und Strafen

Wer ein Bußgeld wegen eines Blitzers erhält, muss nicht zwingend zu schnell unterwegs gewesen sein. Es gibt auch eine Blitzer-Strafe für das Überfahren von roten Ampeln. Wer wegen des Überfahrens einer roten Ampel geblitzt wird, muss grundsätzlich mit einem Punkt und 90 Euro Bußgeld rechnen.

Kommt es außerdem zu einer Gefährdung oder Sachbeschädigung, erhöht sich das Bußgeld auf bis zu 240 Euro und es gibt einen Monat Fahrverbot. Noch schlimmer ist es, wenn ein sogenannter qualifizierter Rotlichtverstoß vorliegt. Das ist dann der Fall, wenn die Ampel schon länger als eine Sekunde auf Rot stand und trotzdem ignoriert wurde. Die Strafen im Einzelnen:

Rote Ampel Blitzer Strafen
Diese Strafen erwarten dich, wenn du an einer roten Ampel geblitzt wirst. © Allianz Direct

Auf der Autobahn geblitzt: Die Konsequenzen

Der Blitzer-Katalog kennt keine grundsätzliche Unterscheidung zwischen einer Landstraße und einer Autobahn, wenn es um das Bußgeld für Blitzer geht. Die Blitzer-Strafe für eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn ist also die selbe wie auf der Landstraße.

Wer auf der Autobahn geblitzt wird, ist aber in der Regel schneller unterwegs und erreicht dadurch auch eher höhere Geschwindigkeiten – vor allem an Stellen, an denen vorher noch keine Begrenzung galt. Der Bußgeldkatalog für Blitzer außerorts sieht bei einer Geschwindigkeitsübertretung von 30 km/h schon 80 Euro Bußgeld, einen Punkt und einen Monat Fahrverbot vor.

Höhere Strafen in besonderen Situationen

In manchen Verkehrssituationen ist die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen besonders wichtig. Deswegen steigt bei Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung in solchen Situationen auch das Bußgeld beim Blitzer. Das gilt zum Beispiel für einen Bahnübergang oder eine Baustelle. Außerdem spielen auch immer das Wetter und die Sichtweite eine Rolle. Beträgt die Sicht weniger als 50 Meter, darfst du nur 50 km/h fahren – unabhängig von dem, was die Schilder vorgeben.

Schon gewusst? Obwohl die Zahl der schweren Unfälle glücklicherweise seit Jahren zurück geht, ist zu schnelles Fahren immer noch die Hauptursache für Verkehrsunfälle mit Todesfolge. 2019 starben 921 Menschen durch Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit.

In der Probezeit geblitzt: Das sind die Folgen

Fahranfänger befinden sich bekanntlich zwei Jahre lang in der  Probezeit. Autofahrer die in der Probezeit geblitzt werden, können unterschiedliche Folgen erwarten. Zum einen gibt es die eigentliche Blitzer-Strafe nach dem Blitzer-Katalog. Je nach Art des Verstoßes kann Fahranfänger aber auch die Verlängerung der Führerschein-Probezeit und die Pflicht zum Besuch eines Aufbauseminars oder einer verkehrspsychologischen Beratung erwarten.

Der Bußgeldkatalog für Blitzer unterscheidet bei Fahranfängern nach der Schwere des Verstoßes. Ein sogenannter B-Verstoß in der Probezeit bleibt zuerst ohne Folgen und führt erst bei Wiederholung zu einer Verlängerung der Probezeit. Wirst du zum Beispiel in der Probezeit mit weniger als 20 km/h zu viel geblitzt, handelt es sich nur um einen B-Verstoß. Das kostet nur das Blitzer-Bußgeld.

Ein A-Verstoß in der Probezeit führt schon bei der ersten Verfehlung zur Probezeitverlängerung und bei mehrmaliger Wiederholung sogar zum Führerscheinentzug. Das Bußgeld für den Blitzer ist dann das geringste Problem. Wer eine rote Ampel überfährt oder mehr als 20 km/h zu schnell ist, begeht einen A-Verstoß in der Probezeit.

Du wurdest geblitzt? Erfahre alles Wichtige zum Thema in unserem Ratgeber: Geblitzt in der Probezeit

Toleranzabzug beim Blitzer

Das Bußgeld bei Blitzern wegen zu schnellem Fahren hängt eng mit der gemessenen Geschwindigkeit zusammen. Für die zur Anwendung kommende Blitzer-Strafe laut Bußgeldkatalog macht es einen großen Unterschied, ob du 20 oder 21 km/h zu schnell unterwegs warst. Innerorts gibt es für 21 km/h zu schnell nämlich schon einen Monat Fahrverbot.

Aus technischen Gründen gibt es einen Toleranzabzug für Blitzer-Messungen. Bei Blitzern beträgt der Toleranzabzug 3 km/h oder 3 Prozent der Geschwindigkeit, wenn sie über 100 km/h liegt. Bei Videonachfahrsystemen ist die Toleranz sogar noch höher.

Schon gewusst? Auch Ampelblitzer haben einen Toleranzabzug. Er beträgt zwar nur 0,4 Sekunden, wenn es drauf ankommt kann das aber den Unterschied ausmachen zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Rotlichtverstoß. Qualifizierte Rotlichtverstöße werden wesentlich härter bestraft und auch das Blitzer-Bußgeld ist weitaus höher.

Bußgeldverfahren: Der Ablauf

Wenn du ein Bußgeld wegen eines Blitzers erwartest, bekommst du zuerst einen schriftlichen Anhörungsbogen mit der Post. In einem Zeugenfragebogen kannst du deine Sicht der Dinge schildern. Gegen die im Bescheid aufgeführte Blitzer-Strafe kannst du innerhalb von zwei Wochen schriftlich Einspruch einlegen. 

Bei mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen kommt es oft vor, dass die Polizei den Übeltäter direkt herauswinkt und damit die schriftliche Anhörung ersetzt wird. Dann folgt direkt der Bußgeldbescheid auf Basis der Strafen, die der Blitzer Katalog vorsieht.

Geblitzt: Strafe verjährt schnell

Das Bußgeld wegen eines Blitzers ist nicht besonders günstig. Umso erleichternder ist es, wenn dann doch kein Bußgeldbescheid eingeht. Schon nach drei Monaten gilt der Verstoß als verjährt und kann nicht mehr bestraft werden. Wirst du also am 10. März geblitzt und es kommt bis zum einschließlich 9. Juni kein Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid, kannst du aufatmen.

Einspruch gegen ein Bußgeldverfahren einlegen

Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft oder die Beweismittel ungültig. Gibt es berechtigte Zweifel an der Blitzer-Strafe, kannst du innerhalb von zwei Wochen schriftlich Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen. Auf jeden Fall solltest du aber rechtliche Beratung suchen, bevor du gegen ein Blitzer-Bußgeld Einspruch einlegst. 

Schon gewusst? Laut einer Studie des 51. Verkehrsgerichtstags sind rund ein Drittel aller Bußgeldverfahren zum Straßenverkehr fehlerhaft. Die Ursache sind oft formelle Fehler im Bescheid selbst oder technische Fehler bei der Messung.

Die Kosten für den Einspruch gegen ein Blitzer Bußgeld trägt zunächst der Betroffene selbst oder aber seine Rechtsschutzversicherung. Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, können die Kosten schnell mehrere hundert Euro betragen. Nur wenn du gewinnst, trägt der Staat alle Kosten für Anwälte und Gerichte.

In unserem Ratgeber zum Thema Einspruch Bußgeldbescheid erfährst du mehr zum Thema.

FAQ zu Blitzer Bußgeld

Antworten auf die wichtigsten Fragen bekommst du hier.

  • Gibt es einen Unterschied zu außerorts und Autobahn?

    Nein. Das Bußgeld für Blitzer unterscheidet sich nur nach Geschwindigkeitsverstößen, die innerhalb oder außerhalb geschlossener Ortschaften geschehen. Auch eine Autobahn gilt als Straße außerorts und wird entsprechend so im Bußgeldkatalog für Blitzer behandelt.

  • Gibt es spezielle Bußgelder für Tempo-30-Zonen?

    Nein. Eine 30er-Zone wird grundsätzlich nicht anders behandelt als jede andere Straße innerorts. Diese speziellen Bereiche werden aber sehr oft mit Blitzern versehen oder per Radarkontrolle überwacht. Dadurch steigt in einer 30er-Zone die Wahrscheinlichkeit, geblitzt zu werden und ein Blitzer-Bußgeld zu erhalten.

  • Fällt das Bußgeld in der Probezeit höher aus?

    Das Bußgeld für Blitzer beträgt in der Probezeit gleich viel wie für erfahrenere Autofahrer. Es gibt aber eine weitere Konsequenz für Fahrer in der Probezeit. Schon ein einzelner A-Verstoß kann nämlich die Probezeit um zwei Jahre verlängern. Ein A-Verstoß ist beispielsweise eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 20 km/h.

  • Wie viel kosten 20 km/h zu schnell?

    Innerorts beträgt das Blitzer-Bußgeld für eine Geschwindigkeitsübertretung von 20 km/h stolze 70 Euro. Außerorts kostet dasselbe Vergehen immerhin noch 60 Euro. Bei noch mehr auf dem Tacho gibt es dann schon einen Punkt und innerorts einen Monat Fahrverbot.

  • Wie viel kosten 5 km/h zu schnell?

    Auch geringe Verstöße gegen die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind bestrafbar. Eine Bagatellgrenze kennt der Blitzer-Katalog nicht. Wer weniger als 10 km/h zu schnell fährt, zahlt innerorts immer noch 30 Euro und außerorts 20 Euro.

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