Mutter und Kind mit Auto

Gewährleistung beim Autokauf

Mängel bei einem gerade gekauften Auto festzustellen ist ärgerlich.

Zum Glück gibt es die Autokauf Gewährleistung. Dank einer gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistung beim Autokauf bleibst du nicht auf dem Schaden sitzen – wir zeigen dir, was gilt!

Inhaltsverzeichnis

  1. Gewährleistung beim Autokauf – Was bedeutet das?
  2. Verschleiß oder Mangel? Probleme bei der Autokauf Gewährleistung
  3. Deine Rechte zur Gewährleistung beim Autokauf
  4. Der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung
  5. Häufige Fragen zum Thema Autokauf Gewährleistung

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Autokauf Gewährleistung ist eine gesetzliche Pflicht, die gewerbliche Autohändler dazu verpflichtet, Sachmängel an verkauften Autos zu beheben. Die Gewährleistung beim Autokauf hat immer eine Laufzeit von mindestens zwei Jahren, das gilt für Neu- und Gebrauchtwagen und kann nicht ausgeschlossen werden.

Eine Autokauf Gewährleistung sichert dich aber nur gegen Sachmängel ab, nicht gegen normalen Verschleiß der Bauteile. Ob ein Sachmangel vorliegt, kann oft nur ein Gutachter entscheiden. Mängel durch Verschleißerscheinungen müssen nicht im Rahmen der Gewährleistung behoben werden.

Liegt ein Sachmangel vor, hat der Händler die Möglichkeit, dir Ersatz zu liefern oder den Mangel zu beheben – tut er das nicht, kannst du vom Kaufvertrag zurücktreten oder eine Kaufpreisminderung verlangen. In bestimmten Fällen ist sogar eine Schadensersatzforderung zulässig.

Eine Gewährleistung beim Autokauf ist nicht zu verwechseln mit einer Garantie – diese kann dir der Händler freiwillig gegen Entgelt geben. Die Gewährleistung hingegen ist ein gesetzlich verbrieftes Recht für jeden Autokäufer. Sie gilt aber nicht bei einem Autokauf von Privatpersonen.

Gewährleistung beim Autokauf – Was bedeutet das?

Mängel am Auto sind nicht nur aus Gründen der Verkehrssicherheit bedenklich. Waren die Mängel schon beim Kauf vorhanden, sind aber nicht aufgefallen, besteht unter Umständen ein Anspruch aus der gesetzlichen Autokauf Gewährleistung. Ein Verkäufer schuldet dir nämlich immer eine einwandfreie Ware – das gilt auch bei Fahrzeugen.

Das Hauptproblem besteht aber darin, die jeweiligen Mängel am Auto rechtzeitig zu erkennen und von typischen Verschleißerscheinungen zu trennen. Nur bei einem echten Mangel greift die Gewährleistung beim Autokauf – und auch nur dann, wenn nicht schon zwei Jahre verstrichen sind.

Auch bei Gebrauchtwagenkauf Gewährleistung

Die Autokauf Gewährleistung macht grundsätzlich keinen Unterschied zwischen einem Neu- oder Gebrauchtwagenkauf. Das gilt aber nur bei gewerblichen Verkäufern. Ein privater Verkäufer kann die Gewährleistung beim Autokauf ausschließen – meist wird das dann im Kaufvertrag so vermerkt.

Gewerbliche Händler müssen eine zweijährige Autokauf Gewährleistung zusichern. Das Alter und der Wert des Autos sind dabei nicht wichtig. Bei Privatkäufen kann manchmal von Vorteil sein, eine zusätzliche Gebrauchtwagenversicherung abzuschließen. Die Versicherung sichert dich gegen viele Mängel ab und federt das Fehlen einer echten Gewährleistung beim Autokauf ab.

Gültigkeit und Verjährung der Gewährleistung

Obwohl viele Händler versuchen, die Autokauf Gewährleistung in ihren AGBs zu verkürzen, gilt stets eine Verjährungsfrist von zwei Jahren. Du hast also zwei Jahre Zeit, einen möglichen Mangel zu entdecken und ihn pünktlich beim Händler anzuzeigen – nur bei einer arglistigen Täuschung erhöht sich die Frist auf 30 Jahre.

Wichtig: Die Beweislast für einen Mangel am Auto kehrt sich nach sechs Monaten um. In den ersten sechs Monaten muss der Verkäufer beweisen, dass es den gemeldeten Mangel gar nicht gibt. Ab dem siebten Monat aber musst du als Käufer beweisen, dass tatsächlich ein Mangel vorliegt und es sich nicht nur um einen Verschleißschaden handelt.

Risiko bei Autokauf von privat

Privatpersonen müssen sich als Verkäufer nicht zwingend an die Autokauf Gewährleistung halten. Sie können die Gewährleistung beim Autokauf im Kaufvertrag ausschließen. Das bedeutet also, dass Privatverkäufer für unbekannte Mängel nicht haften – das gilt aber nicht bei Sachmängeln, die schon bekannt waren.

Die Beweislage ist in der Praxis oft sehr schwierig – ein privater Verkäufer darf dir zum Beispiel nicht verschweigen, dass das zum Verkauf stehende Fahrzeug ein Unfallwagen ist. Doch ob es das war, musst du erst einmal herausfinden und schlussendlich auch beweisen können.

Mangel oder Verschleiß? Probleme bei der Autokauf Gewährleistung

Eine Gewährleistung beim Autokauf greift nur bei echten Sachmängeln, also wenn Teile des Fahrzeugs schon beim Kauf kaputt waren, das aber nicht vom Verkäufer mitgeteilt worden ist. Das gilt natürlich auch, wenn der Verkäufer davon gar nichts wusste – er schuldet dir trotzdem ein einwandfreies Auto.

Bei Streitigkeiten um das Thema Autokauf Gewährleistung geht es fast immer um die Frage, was denn überhaupt ein Sachmangel ist und was nicht. Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand, der an vielen Teilen einem deutlichen Verschleiß unterliegt – dadurch ist eine Abgrenzung zwischen Sachmangel und Verschleiß so schwierig auszumachen.

Sachmangel und erweiterte Sachmängelhaftung

Jeder Autokäufer sollte wissen, was ein Sachmangel überhaupt ist. Laut §434 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist eine Sache dann frei von Sachmängeln, wenn sie so beschaffen ist wie vereinbart und wenn sie sich zur gewohnten Verwendung eignet. Ein Sachmangel kann aber auch vorliegen, wenn:

  • Die Sache nicht die Eigenschaften aufweist, die durch Werbung oder öffentliche Aussagen angekündigt wurden.
  • Die Montage nicht fachgerecht vorgenommen wurde oder die Montageanleitung mangelhaft war.
  • Der Verkäufer eine andere Sache oder Menge als die eigentlich vereinbarte liefert.

Bei der Autokauf Gewährleistung unterliegt der gewerbliche Verkäufer der sogenannten Sachmängelhaftung. Er schuldet dem Käufer also Reparatur, Ersatz, die Rückerstattung des Kaufpreises oder sogar Schadensersatz, wenn ein Sachmangel vorliegt. Der Schwerpunkt liegt also dabei, so einen Sachmangel richtig erkennen und einordnen zu können.

Eine erweiterte Sachmängelhaftung ergibt sich aus der sogenannten Zusicherung bestimmter Eigenschaften, die ein Händler macht – dazu gehören Alter und Laufleistung. Wenn der Händler dir also sagt, das Auto sei fünf Jahre alt und es ist in Wahrheit sieben Jahre alt, ist das ein Sachmangel, der deine Kaufentscheidung beeinflusst hat - auch wenn das Auto an sich völlig in Ordnung ist.

Die entscheidende Frage: Mangel oder Verschleiß?

Ob es sich im Zuge einer Gewährleistung beim Autokauf um einen wirklichen Sachmangel handelt, kann im Zweifelsfall nur ein unabhängiger Gutachter entscheiden. So ein Gutachten kostet aber nicht wenig Geld, das du als Geschädigter erst einmal aufbringen musst. Die Frage nach dem Sachmangel ist also mit einem gewissen Kostenrisiko verbunden.

Es gibt eine Reihe von Listen mit einschlägigen Gerichtsurteilen, die bei der Abgrenzung zwischen Sachmangel und Verschleißmangel helfen. So sind Abnutzungen an Bremsteilen meist als Verschleiß deklariert. Getriebeschäden aber gelten in vielen Fällen als Mangel und unterliegen dann der Autokauf Gewährleistung.

Hinweis: Auch die Gerichtsurteile in den genannten Listen sind keine Garantie, dass ein Schaden als Sachmangel akzeptiert wird – es ist stets der Einzelfall zu betrachten.

Deine Rechte zur Gewährleistung beim Autokauf

Die Gewährleistung beim Autokauf ist ein Kriterium, das du bei deinen Überlegungen zum Autokauf bedenken solltest. Liegt nämlich tatsächlich ein Sachmangel vor, kannst du von deinem Recht auf Inanspruchnahme der Autokauf Gewährleistung Gebrauch machen.

Dann hat der Verkäufer erst einmal das Recht auf Nachbesserung oder eine Ersatzlieferung. Er muss also in angemessenem Zeitraum versuchen, den Mangel zu beheben oder dir gleichwertigen Ersatz liefern – erst, wenn er dies nach zweimaliger Aufforderung nicht tut, kannst du weitere Schritte einleiten.

Kaufpreisminderung und Rücktritt vom Kaufvertrag

Möchtest du das Auto behalten, kannst du mit dem Verkäufer eine Kaufpreisminderung vereinbaren. Die Kaufpreisminderung sollte sich an den Reparaturkosten für den Mangel orientieren. Im Zweifelsfall muss ein Sachverständiger entscheiden, wie weit sich der Wert des Wagens gemindert hat.

Kann der Schaden nicht behoben werden oder repariert der Händler das Auto auch nach zweimaliger Aufforderung nicht, kannst du vom Kaufvertrag zurücktreten. Du musst dann den Wagen zurückgeben und erhältst den vollen Kaufpreis zurück.

Wichtiges Urteil: Nach einem BGH-Urteil von 2006 zur Gewährleistung beim Autokauf ist ein Unfallwagen, der nicht als solcher deklariert wurde, nicht zu reparieren. Selbst wenn es technisch möglich ist, kann der Wagen nie wieder unfallfrei werden und es liegt ein irreparabler Sachmangel vor, wenn dir das Fahrzeug als unfallfrei verkauft worden ist.

Bei geringfügigen Mängeln ist übrigens ein Rücktritt vom Kaufvertrag nicht möglich. Ein geringfügiger Mangel liegt dann vor, wenn die Beseitigung des Mangels nicht mehr als 4,5% des Kaufpreises kosten würde. In einem solchen Fall kann nur der Kaufpreis gemindert werden.

Kostenübernahme und Schadensersatz bei Autokauf Gewährleistung

Unter Umständen kannst du beim Verkäufer Schadensersatz wegen Nichterfüllung des Kaufvertrags einfordern. Das geht aber nur, wenn der Sachmangel nicht behoben wurde, obwohl du den Händler zweimal dazu aufgefordert hast. Du kannst den Schaden aber nicht gleich selbst reparieren lassen, sondern musst zuerst dem Händler die Möglichkeit zur Nachbesserung geben.

Im Rahmen einer Autokauf Gewährleistung muss der Händler nicht nur die Reparatur bezahlen, sondern auch zusammenhängende Kosten tragen. Das können zum Beispiel Abschleppkosten oder Fahrtkosten zur Werkstatt sein. Mietwagenkosten oder Nutzungsausfälle muss der Händler nur dann zahlen, wenn der Sachmangel nachweisbar vom Händler verschuldet wurde.

Die Verkürzung der Verjährungsfrist bei der Autokauf Gewährleistung

Lange Zeit versuchten Händler und sogar der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes, die gesetzliche Autokauf Gewährleistung zu verkürzen. Die AGBs der Kaufverträge enthielten entsprechende Klauseln, die zuweilen von deutschen Gerichten als unzulässig deklariert wurden.

2017 machte ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs Schluss mit den Versuchen einer Verkürzung der Verjährungsfrist bei der Autokauf Gewährleistung. Sämtliche Klauseln sind ein Verstoß gegen die europäische Verkaufsgüterrichtlinie und die Gewährleistung beim Autokauf muss immer mindestens zwei Jahre betragen.

Haftung bei Arglist

Ein gewerblicher und auch ein privater Verkäufer haftet für Sachmängel, von denen er Kenntnis hatte, sie aber verschwiegen oder vertuscht hat. Oft ist das in der Praxis aber schwer nachzuweisen. Grundsätzlich muss ein Verkäufer aber auf schwere Mängel hinweisen – auch wenn er nicht explizit danach gefragt wurde.

Der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung

Zusätzlich zur gesetzlichen Autokauf Gewährleistung kannst du dich mit einer Gebrauchtwagengarantie absichern. Im Schadensfall überlagert die Garantie aber nicht die Gewährleistung beim Autokauf – deine Rechte aus der Gewährleistung sind weiterhin wirksam, auch wenn viele Autohändler das abstreiten.

Eine Gebrauchtwagengarantie ist freiwillig und oft mit Zusatzkosten verbunden. Außerdem decken Garantien oft nicht alle Mängel ab oder enthalten eine Selbstbeteiligung des Käufers. Bei einem Sachmangel ist es deswegen oft klüger, zu prüfen, ob der Sachmangel nicht unter die Autokauf Gewährleistung fällt.

Die Produkthaftung

Anders als eine Autokauf Gewährleistung oder eine Garantie gilt die Produkthaftung des Herstellers für Gefahren durch fehlerhafte Produkte. Basis ist dabei das Produkthaftungsgesetz – ist also ein Bauteil schon beim Einbau defekt oder fehlerhaft, haftet der Hersteller für daraus folgende Schäden.

Wann ein Mangel wirklich eine Produkthaftung des Herstellers oder doch eine Autokauf Gewährleistung des Händlers nach sich zieht, ist dieser Umstand in der Praxis oft schwierig durchzusetzen. Meist kann das nur ein unabhängiger Gutachter oder sogar ein Gericht beurteilen.

FAQ zur Gewährleistung beim Autokauf

Antworten auf die wichtigsten Fragen bekommst du hier.

  • Wie lange ist die Gewährleistung bei Autokauf?

    Laut einem wegweisenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs muss die Autokauf Gewährleistung EU-weit mindestens zwei Jahre betragen. Klauseln in den AGBs oder Kaufverträgen, die versuchen, diese Zeit zu verringern, sind ungültig. Bei arglistiger Täuschung durch den Händler verlängert sich die Frist sogar auf 30 Jahre.

  • Was ist Gewährleistung beim Autokauf?

    Wer bei einem gewerblichen Händler ein Auto kauft – egal ob Neuwagen oder Gebrauchtwagen – hat Anspruch auf eine zweijährige gesetzliche Autokauf Gewährleistung. Sämtliche Mängel, die beim Kauf bestanden, aber nicht bekannt waren, werden dadurch abgedeckt. Der Händler muss diese dann auf eigene Kosten beheben oder für Ersatz sorgen – tut er das nicht, kann der Kunde vom Kaufvertrag zurücktreten oder sogar Schadenersatz geltend machen.

  • Gilt die Gewährleistung auch bei Verschleißerscheinungen?

    Nein – es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Verschleiß und Sachmängeln, wobei nur Sachmängel von der Autokauf Gewährleistung abgedeckt werden. Was ein Sachmangel ist und was nur Verschleiß, stellt im Zweifel ein unabhängiger Gutachter fest.

  • Gilt die Gewährleistung auch beim Kauf eines Gebrauchtwagens?

    Ja – das Alter und der Preis sind unwichtig, wenn es um die Gültigkeit der Gewährleistung beim Autokauf geht. Es ist aber wichtig zu wissen, dass nur gewerbliche Autohändler dieser Regelung unterliegen – ein privater Verkäufer kann die Autokauf Gewährleistung im Kaufvertrag rechtsgültig ausschließen.

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