Ölwechsel am Auto

Ölwechsel am Auto: Das musst du beachten

Der regelmäßige Ölwechsel ist Pflicht. Denn das Motoröl ist der Lebenssaft des Motors.

Wir erklären dir, wann der Ölwechsel nötig ist, wie lange er dauert, wie viel er kostet und warum du das Motoröl regelmäßig wechseln musst. Unsere Anleitung zeigt, wie du den Ölwechsel selber machen kannst.

  • Warum ist der Ölwechsel wichtig?
  • Wann und wie oft muss ich den Ölwechsel vornehmen?
  • Was kostet der Ölwechsel?
  • Wie lange dauert der Ölwechsel?
  • Welches Motoröl soll ich verwenden?
  • Wie kann ich einen Ölwechsel selber machen?

Warum ist der Ölwechsel wichtig?

Der Motor besteht aus vielen beweglichen Teilen. Reiben sie direkt aneinander, kann es zu Motorschäden wie Überhitzung kommen. Das Motoröl sorgt dafür, dass die Teile nicht aneinander reiben und die Wärme sich gleichmäßig verteilt.

Das Motoröl dient auch als Reinigungsmittel: Während der Motor arbeitet, können Metallspäne entstehen. Das Öl bindet diese Schmutzpartikel und filtert sie über den Ölfilter heraus. Öl und Filter nutzen sich mit der Zeit ab. Sie müssen regelmäßig erneuert werden.

In den ersten Lebensjahren deines Autos wird der Ölwechsel meist in der Werkstatt gemacht. Das erfolgt im Rahmen der Inspektion. Bei älteren Fahrzeugen kannst du den Ölwechsel selbst machen. Der Wert des Fahrzeugs sinkt normalerweise nicht.

Mechaniker wechselt Öl
Du kannst den Ölwechsel selbst machen, solltest dich aber vorher informieren. © iStock/Antonio_Diaz

Wann und wie oft muss ich den Ölwechsel vornehmen?

Du solltest das Motoröl nach etwa 15.000 bis 30.000 Kilometern wechseln. Bei einem durchschnittlichen Fahrverhalten ist das alle 12 bis 18 Monate.

Fahrzeuge, die nur kürzere Strecken fahren, brauchen öfter einen Ölwechsel, als Langstreckenfahrer. Das unterscheidet sich aber je nach Fahrzeugtyp. Die genauen Angaben findest du im Serviceheft. Normalerweise informiert dich auch dein Autodisplay, wenn ein Ölwechsel ansteht.

Manchmal musst du das Motoröl außerhalb der Zeiträume wechseln. Zum Beispiel, wenn es Verschmutzungen (Ruß, Schwefeloxide, Wasser) aufweist. Das erkennen Experten an einer sehr dunklen Farbe.

Bei Diesel- und Ottomotoren kann das Öl durch Ruß verdicken und in der kalten Jahreszeit zu Startschwierigkeiten führen. Wenn du Verschmutzungen vermutest, fahre in eine Werkstatt.

Fährst du unter extremen Bedingungen, wie beim Offroad oder Motorsport, musst du das Motoröl öfter wechseln. Der Motor arbeitet schneller, es entstehen hohe Temperaturen. In der Formel 1 wird beispielweise nach jedem Rennen das Öl gewechselt.

Was kostet der Ölwechsel?

Ein Ölwechsel in der Werkstatt kostet zwischen 25 und 90 Euro. Der Preis ist stark von der benötigten Ölsorte abhängig. Die Literpreise liegen zwischen 5 und 70 Euro. Es ist oft billiger, wenn du das Öl vorher selbst besorgst. Lässt du auch den Ölfilter wechseln, kostet der gesamte Ölwechsel etwas mehr. Der Filter ist mit Preisen zwischen 15 und 20 Euro verhältnismäßig günstig, insgesamt sind es dann zwischen 30 und 110 Euro.

Machst du den Ölwechsel selbst, musst du Werkzeug, Öl und Filter zahlen. In einer Selbsthilfewerkstatt kannst du das Werkzeug auch leihen. Eine Stunde kostet dort meist 10 bis 20 Euro.

Utensilien für den Ölwechsel
Die Werkzeuge für einen Ölwechsel bekommst du im Fachhandel. © iStock/fcafotodigital

Wie lange dauert ein Ölwechsel?

Ein Ölwechsel in der Werkstatt dauert 15 bis 30 Minuten. Wenn du das Öl selbst wechselst musst du mit mehr Zeit rechnen. Es kommt auf deine Erfahrung an. Du musst auch die Zeit zum Be- und Entsorgen des Öls und der Werkzeuge bedenken.

Welches Motoröl soll ich verwenden?

Es gibt viele unterschiedliche Motoren. Das Motoröl muss zu hundert Prozent geeignet sein. Halte dich an die Angaben deines Autoherstellers. Im Handbuch steht, welches Öl du brauchst. Normalerweise hinterlassen Werkstätten auch einen Zettel mit Ölwechsel-Datum und Ölsorte im Motorraum.

Unterschiede zwischen Mineralöl und Synthetiköl

Es wird zwischen Mineralöl und Synthetiköl unterschieden. Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und ist günstiger. Die Herstellung von Synthetiköl ist teurer. Das Öl ist aber hochwertiger und besser für den Motor. Es muss seltener gewechselt werden.

Öl für das ganze Jahr: Mehrbereichsöle

Jahreszeitenabhängige Öle müssen im Sommer und Winter ausgetauscht werden. Mehrbereichsöle kannst du das ganze Jahr verwenden. Sie sind am vorgestellten „W“ erkennbar, das steht für „wintertauglich“.

Besonders häufig sind diese Mehrbereichsöle: 5W 30, 0W 40, 15W 40, 5W 40, 5W 50, 10W 60. Die Zahl vor dem W gibt die Zähflüssigkeit des Öls bei Minusgraden an. Je niedriger die Zahl desto schneller fließt das Öl bei kalten Temperaturen.

Wie kann ich einen Ölwechsel selber machen?

Ein eigener Ölwechsel kann Kosten sparen. Er lohnt sich meist nur bei älteren Autos. Sonst kann der Wert deines Fahrzeugs sinken.

Motorölwechsel: Das musst du beachten

Verwende das vorgeschriebene Öl und achte auf die fachgerechte Entsorgung des Altöls. Du brauchst dafür eine verschließbare Ölauffangschale. Motoröl und Ölfilter kannst du beim Kfz-Fachhändler oder im Baumarkt kaufen.

Eine Hebebühne oder Auffahrtsrampe erleichtert den Ölwechsel. Selbsthilfewerkstätten eignen sich gut. Das kostet 10 bis 20 Euro pro Stunde. Bei Fragen kannst du dich an das Fachpersonal wenden und das Werkzeug mitbenutzen.

Ölwechsel-Anleitung: Der Ölwechsel am Beispiel eines VW Polos

Das brauchst du:

  • Das vom Hersteller empfohlene Motoröl
  • Ölablasswanne
  • Ablassschraube
  • ½ Zoll Ratsche mit 36er und 19er Stecknuss
  • Ölfilter
  • Trichter

Die Anleitung zeigt den Ölwechsel am VW Polo. Hast du spezielle Fragen zu deinem Fahrzeug, informiere dich vorher bei deinem Hersteller: Video ansehen.

Demontage

Ölstab
Den Ölstab herausziehen. © iStock/MG_54
  • Entferne die Motorabdeckung.
  • Ziehe den Ölmessstab heraus. Dann kann das Öl später leichter abfließen.
  • Löse den Deckel des Ölfiltergehäuses. Hat sich der Deckel mit der Zeit festgesaugt, ist das kraftaufwändig. Nutze die Ratsche. Wichtig: Löse den Deckel nur, ziehe ihn nicht komplett heraus. Das Gehäuse steht unter Druck, es kann sonst Öl herausspritzen.

Altes Öl ablassen

Mann lässt Öl ab
Altes Öl ablassen. © iStock/chickiBam
  • Bocke das Auto auf, um die Ölablassschraube zu erreichen. Hast du keine Hebebühne, kannst du einen mobilen Wagenheber nutzen. Wichtig ist, dass das Fahrzeug gerade angehoben wird. Dann kann das Öl komplett ablaufen und du erhältst beim Einfüllen die richtigen Messwerte.
  • Stelle dich mit der Ölablasswanne unter den Motor und löse die Ölablassschraube. Lasse das Öl in die Wanne laufen.
  • Wichtig: Entsorge das alte Öl fachgerecht bei dem Händler, der dir das neue Öl verkauft hat. Er ist verpflichtet das alte zurückzunehmen.
  • Tausche die alte Ölablassschraube gegen eine neue. Achte darauf, dass die neue Schraube etwas größer als die alte ist. Nur so ist sie wirklich dicht. Ziehe die neue Schraube mit einem Ratschenschlüssel fest. Öltropfen kannst du mit einem Tuch entfernen.
  • Bocke das Auto wieder ab.

Ölfilter wechseln

Ölfilter
Ölfilter wechseln. © iStock/DuxX
  • Tausche den Ölfilter. Er befindet sich im Deckel, den du vorher gelöst hast. Nehme den Deckel samt Filter vorsichtig heraus und ziehe den alten Ölfilter ab.
  • Löse den alten Dichtgummi und tausche ihn durch einen neuen aus. Wichtig ist, dass der Dichtgummi richtig platziert wird: nicht auf oder neben dem Gewinde.
  • Setze den neuen Filter auf.
  • Schraube Ölfilter und Deckel wieder ans Gehäuse und ziehe es fest, bis es knackt.
  • Entsorge die alten Teile fachgerecht bei deinem Händler.

Neues Öl einfüllen

Öl wird nachgefüllt
Neues Öl nachfüllen. © iStock/npdesignde
  • Stecke den Ölmessstab wieder rein. Dann kannst du später prüfen, wie viel Öl du eingefüllt hast.
  • Fülle das neue Öl ein. Lies vorher im Handbuch, wie viel du brauchst und kippe etwa einen halben Liter weniger ein. Mit dem Trichter ist es einfacher.
  • Prüfe immer wieder den Ölstand, bis er zwischen Minimum und Maximum steht. Ziehe zum Ablesen den Messstab heraus.
  • Starte dein Auto neu. So kann sich das Öl im Filter und Motor verteilen. Zehn Sekunden reichen meist aus. Am Anfang hörst du ein klackerndes Geräusch. Hat es aufgehört, kannst du den Motor ausmachen.
  • Das Öl muss sich erst in der Ölwanne sammeln. Warte 10 Minuten und lies mit dem Ölmessstab den neuen Wert ab. Fülle wieder Öl nach, bis der mittlere Wert erreicht ist.
  • Bringe Deckel und Verkleidung wieder an.

Nach dem Ölwechsel

Nach jedem Ölwechsel an deinem Auto solltest du dir den Kilometerstand notieren. Dann kannst du den nächsten Ölwechsel zur richtigen Zeit machen. Ob du ihn selber machst, bleibt dir überlassen. Du sparst Kosten, musst aber auch die längere Dauer und den Mehraufwand beachten.

Nicht nur der regelmäßige Ölwechsel ist wichtig, um dein Auto richtig zu warten. Erfahre, was du sonst bei der Autopflege beachten solltest. Blinkt noch eine andere Kontrollleuchte als die Ölkanne auf, hilft dir unser Artikel zu den wichtigsten Kontrollleuchten weiter.

Wir wünschen dir einen erfolgreichen Ölwechsel und allzeit gute Fahrt! Deine Allianz Direct

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