Kfz-Steuer

Kfz-Steuer: Alles, was du wissen musst

Du willst die Kfz-Steuer für dein Diesel- oder Benziner-Auto selbst berechnen? Wir verraten, wie!

Kfz-Steuer: Was ist das genau? Wir erklären dir, was die Kfz-Steuer kostet, wie sie bezahlt wird, wer von der Kfz-Steuer befreit ist und was passiert, wenn du die Kfz-Steuer nicht gezahlt hast.

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Die Höhe der Kfz-Steuer kann beim Autokauf ein Argument für oder gegen ein bestimmtes Modell sein. Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen rund um die Kfz-Steuer.

Allgemeine Fragen zur Kfz-Steuer

  • Was ist die Kfz-Steuer und warum gibt es sie?
  • Wer muss die Kfz-Steuer zahlen?
  • Wer ist von der Kfz-Steuer befreit?

Kfz-Steuer berechnen

  • Wie setzt sich die Kfz-Steuer zusammen?
  • Wie berechne ich die Kfz-Steuer?

Kfz-Steuer bezahlen

  • Wer zieht die Kfz-Steuer ein?
  • Wann muss ich die Kfz-Steuer wie zahlen?
  • Was, wenn ich die Kfz-Steuer nicht bezahlt habe?
  • Fahrzeug abgemeldet: Wann wird die Kfz-Steuer zurückgezahlt?
  • Wie kann ich Kfz-Steuern sparen?

Allgemeine Fragen zur Kfz-Steuer 

In Deutschland gibt es über 60 Millionen zugelassene Fahrzeuge. Daraus ergibt sich eine große Summe an Steuergeldern. Wie die Kfz-Steuer funktioniert, erfährst du hier.

Was ist die Kfz-Steuer und warum gibt es sie?

Die Kfz-Steuer ist eine Bundessteuer, die alle Halter von Kraftfahrzeugen jährlich zahlen müssen. Die Einnahmen finanzieren unter anderem den Straßenbau. Hintergrund ist das Verursacherprinzip:  Die Fahrzeughalter werden verpflichtet, für die Schäden an Straßen und Umwelt aufzukommen, die sie verursacht haben.

Wer muss die Kfz-Steuer zahlen?

Alle Halter von Kraftfahrzeugen, die in Deutschland betrieben werden, müssen die Kfz-Steuer zahlen. Im Einzelnen gilt das für:

  • Halter von inländischen Fahrzeugen
  • Halter von ausländischen Fahrzeugen in Deutschland
  • Die widerrechtliche Nutzung von Fahrzeugen (zum Beispiel, wenn Sie mit einem nicht zugelassenen Wagen auf einer öffentlichen Straße fahren)
  • Alle Fahrzeuge mit rotem Kennzeichen (Händlerkennzeichen) und Oldtimer-Kennzeichen (angemeldete Prüffahrten sind ausgenommen)

Normalerweise muss der Halter des Fahrzeugs die Steuer zahlen. Auf dem Steuerformular kannst du aber einen anderen Zahler festlegen. Aus Versicherungsgründen sind zum Beispiel oft Eltern als Fahrzeughalter eingetragen. Wirklich genutzt wird das Fahrzeug aber vom Kind. In so einem Fall kann das Kind als Kfz-Steuerzahler bestimmt werden.

Wer ist von der Kfz-Steuer befreit?

Schwerbehinderte Personen sind von der Kfz-Steuer befreit oder erhalten eine Steuerermäßigung von 50 Prozent. Mehr erfährst du hier. Auch Halter von Elektrofahrzeugen, die bis zum 31.12.2020 zugelassen werden, sind 5 Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.

Taschenrechner Kfz-Steuer
Wer die Kfz-Steuer nicht per Hand ausrechen will, für den gibt es einen kostenlosen Rechner im Internet. © iStock/Photobuay

Kfz-Steuer berechnen 

Für jedes Fahrzeug wird die Kfz-Steuer individuell berechnet. Das soll eine gerechte Besteuerung garantieren.

Wie setzt sich die Kfz-Steuer zusammen?

Die Höhe der Kfz-Steuer ist zweckgebunden. Das bedeutet: Fahrzeuge, die mehr Schadstoffe ausstoßen, werden höher besteuert. Für Dieselfahrzeuge müssen Halter beispielweise eine höhere Kfz-Steuer zahlen. 

Um Ihre Kfz-Steuer zu berechnen, brauchst du die folgenden Daten. Sie stehen in deiner Zulassungsbescheinigung Teil I oder in deinem Fahrzeugschein:

  • CO2-Emmission: Das steht im Fahrzeugschein unter V.7. (im alten Fahrzeugschein gibt es darüber keine Angaben).
  • Motorart: Das steht im Fahrzeugschein unter P.3 (Punkt 5 beim alten Fahrzeugschein).
  • Größe des Hubraums: Das steht in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I unter P.1 (Punkt 8 im alten Fahrzeugschein).
  • Erstzulassungsdatum: Das steht in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I unter Punkt B (Punkt 32 im alten Fahrzeugschein).
Infografik Kfz-Steuer
Im Fahrzeugschein findest du die Daten, die du benötigst. © Allianz Direct

Wichtig sind auch die Schadstoffklassen: Sie ordnen ein, ob ein Auto schadstoffarm ist oder nicht.

• Schadstoffarme Fahrzeuge werden in die Schadstoffklassen Euro 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 unterteilt. Euro 6 hat den niedrigsten Schadstoffausstoß und Euro 1 den höchsten.

• Nicht schadstoffarme Fahrzeuge (Euro 0) werden unterteilt, ob die Nutzung bei einem Ozonalarm erlaubt oder verboten ist.

Diese Kosten gelten für die einzelnen Schadstoffklassen:

  • Euro 3 und besser (Grenzwerte bis 2,5 t): 6,75 Euro für Benziner, 15,44 Euro für Diesel
  • Euro 2: 7,36 Euro für Benziner, 16,05 Euro für Diesel
  • Euro 1: 15,13 Euro für Benziner, 27,35 Euro für Diesel
  • Euro 0 (ohne Ozonfahrverbot): 21,07 Euro für Benziner, 33,29 Euro für Diesel
  • Euro 0 (übrige): 25,36 Euro für Benziner, 37,58 Euro für Diesel

Wie viel Kfz-Steuer du zahlen musst, ergibt sich aus zwei Teilen:

  • Teil 1 setzt sich aus der Motorart und der Größe des Hubraums zusammen: Pro angefangene 100 cm³ Hubraum zahlen Benziner 2 Euro, Dieselautos 9,50 Euro.
  • Teil 2 betrachtet den Schadstoffausstoß. Das Erstzulassungsdatum ist wichtig. Autos, die vor dem 1. Januar 2012 zugelassen wurden, dürfen etwas mehr Schadstoffe ausstoßen. Der aktuelle Grenzwert für Neuzulassungen liegt seit 2014 bei 95 Gramm pro Kilometer. Jedes zusätzliche Gramm kostet den Halter bei der Kfz-Steuer zwei Euro mehr.

Ein Beispiel: Du bist Halter eines Dieselfahrzeugs mit einem Hubraum von 1.968 cm³. Nach Faktor 1 musst du für Dieselautos 9,50 Euro pro 100 cm³ angefangenen Hubraum zahlen. In deinem Fall also 20 mal 9,50 Euro. Das sind 190 Euro Kfz-Steuer nach Faktor 1.

Es fehlt noch Faktor 2: Ihr Fahrzeug wurde 2010 zugelassen. Damals lag der Grenzwert für den Schadstoffausstoß bei 120 g/km Kohlendioxid. Ihr Fahrzeug stößt aber 154 g/km (34 Gramm zu viel) aus. Du musst für jedes zusätzliche Gramm 2 Euro mehr zahlen. Aus Faktor 2 ergeben sich Kosten von 68 Euro.

Die Kfz-Steuer für dein Auto beträgt 190 Euro plus 68 Euro: 258 Euro pro Jahr.

Wie berechne ich die Kfz-Steuer?

Mit dem unserem Kfz-Steuerrechner kannst du die Höhe deiner Kfz-Steuer für Diesel- und Benzinerfahrzeuge berechnen. Für Elektrofahrzeuge, Motorräder, Leichtfahrzeuge, Nutzfahrzeuge, Oldtimer und Wohnmobile kannst du den Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums verwenden.

Kfz-Steuer für Motorrad

Für die Kfz-Steuer bei Motorrädern ist nur der Hubraum wichtig. Pro angefangene 25 cm³ werden 1,84 Euro berechnet. Leichtkrafträder mit einem Hubraum unter 125 cm³, deren Leistung unter 11 kW liegt, sind von der Kfz-Steuer befreit.

Kfz-Steuer für Lkw

Lkws, die ein Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen haben, werden nach zulässigem Gesamtgewicht besteuert. Je angefangen 200 kg Gesamtgewicht wird eine Gebühr fällig:

  • Bis 2000 kg Anteil an der Gesamtmasse: 11,25 € Steuer pro 200 kg Gesamtgewicht
  • 2000 bis 3000 kg Anteil an der Gesamtmasse: 12,02 € Steuer pro 200 kg Gesamtgewicht
  • 3000 bis 5000 kg Anteil an der Gesamtmasse: 12,78 € Steuer pro 200 kg Gesamtgewicht

Alle Lkws über 3,5 Tonnen müssen weitere Aufschläge zahlen, die sich nach Emissions- und Fahrgeräuschklassen richten.

Kfz-Steuer für Anhänger

Auch die Kfz-Steuer für Anhänger orientiert sich an dem zulässigen Gesamtgewicht. Je 200 kg werden 7,46 Euro berechnet. Es gibt aber eine Höchstgrenze von 373 Euro. Es können nur zulassungspflichtige Anhänger besteuert werden.

Kfz-Steuer für Wohnmobil

Bei Wohnmobilen wird die Kfz-Steuer nach dem zulässigen Gesamtgewicht und nach den speziellen S-Schadstoffklassen erhoben.

Taschenrechner für Kfz-Steuer
Für jedes Fahrzeug wird eine individuelle Kfz-Steuer berechnet. © iStock/wutwhanfoto

Kfz-Steuer bezahlen 

Du kannst entscheiden, ob deine Kfz-Steuer abgebucht werden soll oder ob du sie jährlich selbst überweisen willst.

Wer zieht die Kfz-Steuer ein?

Seit Februar 2014 wird die Kfz-Steuer vom Zoll eingezogen. Vorher war das örtliche Finanzamt dafür zuständig.

Wann muss ich die Kfz-Steuer wie zahlen?

Wenn du dein Auto zugelassen hast, erhältst du nach etwa zwei Wochen per Post einmalig einen Steuerbescheid. Hebe ihn gut auf. Früher hat man jedes Jahr einen Bescheid erhalten, das gibt es nicht mehr.

Die Kfz-Steuer musst du ein Jahr im Voraus zahlen. Melde dein Auto beispielweise im September an, musst du immer im September deine Kfz-Steuer bezahlen.

Du kannst bei der Zulassung angeben, ob deine Kfz-Steuer automatisch eingezogen werden soll. Du hinterlegst deine Kontodaten und stimmst einem SEPA-Lastschriftmandat zu. Der Betrag wird jährlich von deinem Konto abgebucht. Hast du ein Auto mit Saisonzulassung, wird dir die Steuer nur für diesen Zeitraum abgebucht.

Hast du nicht angegeben, dass die Steuer automatisch abgebucht werden soll, musst du darauf achten, dass du das Geld pünktlich überweist. Beachte, dass der Zoll keine Erinnerungsschreiben mehr verschickt.

Was, wenn ich die Kfz-Steuer nicht bezahlt habe?

Du erhältst einen Mahnbescheid vom Zoll. Das kann passieren, wenn du zu wenig Geld auf dem Konto hast und der Betrag nicht abgebucht werden konnte oder wenn du ihn noch nicht überwiesen hast. Manchmal können Kosten entstehen. Hast du das Geld nach der zweiten Mahnung immer noch nicht überwiesen, wird das Ordnungsamt eingeschaltet.

Das Ordnungsamt droht dir, das Fahrzeug stillzulegen. Reagiere nicht, entfernen die Beamten die gültigen Plaketten vom Fahrzeug. Dein Auto ist nicht mehr für die Nutzung auf öffentlichen Straßen zugelassen. Solange du keine Kfz-Steuer für dein Auto gezahlt hast, kannst du keinen neuen Wagen anmelden.

Fahrzeug abgemeldet: Wann wird die Kfz-Steuer zurückgezahlt?

Wenn du dein Fahrzeug abmeldest, erhältst du nach etwa drei Wochen die im Voraus gezahlte Kfz-Steuer vom Zoll zurück. Sende für den Antrag ein Formular an dein zuständiges Hauptzollamt.

Wie kann ich Kfz-Steuern sparen?

Um bei der Kfz-Steuer zu sparen, lohnt es sich auf ein abgasärmeres Auto umzusteigen. Benzinfahrzeuge sind günstiger als Dieselautos. Es gibt auch die Möglichkeit, dein Fahrzeug so umzurüsten, dass es weniger Schadstoffe ausstößt. Du solltest aber prüfen, ob sich das finanziell lohnt.

Unterhaltskosten senken durch günstige Versicherung 

Wie viel kostet nun deine Kfz-Steuer? Du kannst die Kfz-Steuer für dein Diesel- oder Benzin-Fahrzeug ganz leicht selbst berechnen. Ist sie dir zu teuer, kannst du über eine Umrüstung oder ein neues Auto nachdenken. Vielleicht erhältst du sogar eine neue Umweltplakette.

Weniger aufwendig ist aber der Wechsel zu einer günstigeren Kfz -Versicherung! Welche Unterhaltskosten du bei deinem Auto auch beachten musst, erfährst du in unserem Ratgeber.

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