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Tempomat

Wie ein Tempomat funktioniert und ob sich die Nachrüstung des Fahrerassistenzsystems lohnt.

Sicher unterwegs auf langen Fahrstrecken: Ein Tempomat kann konstant die Geschwindigkeit halten und den Fahrer entlasten. Erfahre hier, wie ein Tempomat funktioniert und warum das Autofahren mit Geschwindigkeitsregelanlage komfortabel ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Tempomat?
  2. Tempomat: Funktion & Nutzen
  3. Welche Zusatzfunktionen hat ein Tempomat?
  4. Was unterscheidet ein Tempomat vom Geschwindigkeitsbegrenzer?
  5. Tempomat nachrüsten – so geht’s
  6. In welchen Fahrzeugen ist ein Tempomat verfügbar?
  7. Häufige Fragen zum Thema Tempomat

Das Wichtigste zusammengefasst

Ein Tempomat kann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs konstant halten und entlastet so den Autofahrer. Auf langen Strecken und für Vielfahrer ist ein Tempomat ein hilfreiches Fahrerassistenzsystem. Ein Tempomat ist aber kein Geschwindigkeitsbegrenzer (= Cruise Control).

Mit einem Tempomat im Auto muss der Fahrer nicht ständig das Gaspedal betätigen. Der Spritverbrauch sinkt dadurch, weil das System automatisch den benötigten Kraftstoff zuführt. Über den elektrischen Lenkradregler wird ein Tempomat aktiviert, durch das Bremsen oder Beschleunigen deaktiviert.

Nicht alle Fahrzeuge haben einen Tempomat, die Nachrüstung der Geschwindigkeitsregelanlage ist meist problemlos möglich. Die Kosten für einen Tempomat sind in Fahrzeugen mit elektronischem Gaspedal häufig günstiger.

Was ist ein Tempomat?

Zugegeben – selbst für erfahrene Autofahrer sind lange Strecken anstrengend und ermüdend. Die Konzentration lässt nach, was zu Unachtsamkeit beim Fahren führt. Eine zu hohe Geschwindigkeit und ein zu geringer Abstand zum Vordermann steigern das Unfallrisiko. Ein Tempomat unterstützt beim Halten der Geschwindigkeit und entlastet so den Fahrer.

Ist ein Tempomat eingestellt, fährt das Auto konstant die von dir voreingestellte Geschwindigkeit. Der Vorteil: Du musst nicht ständig aufs Gaspedal treten und hältst das eingestellte Tempo. Moderne Systeme in Neuwagen werden auch Adaptive Cruise Control (= Abstandsregeltempomat) genannt. Ein Abstandsregeltempomat hält die Geschwindigkeit und gleichzeitig den Abstand zum vorderen Fahrzeug.

Schon gewusst: Geblitzt trotz Tempomaten – wer haftet? Ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln sagt es eindeutig: Fahrerassistenten wie ein Tempomat sind nur Hilfsmittel. Als Autofahrer bist du jederzeit verpflichtet, deine Fahrweise und die Verkehrsregeln zu beachten.

Tempomat: Funktion & Nutzen

 Tempomaten unterstützen dich beim Autofahren und haben eine simple Funktionsweise: Über den elektrischen Regler am Lenkrad kannst du den Tempomat aktivieren. So kann das System das Drehmoment des Autos regulieren und eine konstante Geschwindigkeit halten. Ein Tempomat wird normalerweise automatisch deaktiviert, wenn du auf die Bremse oder das Gaspedal trittst.

Der größte Vorteil eines Tempomaten ist der Fahrkomfort auf langen Autofahrten. Dank der automatischen Geschwindigkeitsregelung musst du nicht ständig das Gaspedal betätigen. Dadurch überschreitest du auf Strecken mit gleichbleibendem Tempolimit nicht die Höchstgeschwindigkeit. Auch der Spritverbrauch ist geringer, wenn du mit konstanter Geschwindigkeit unterwegs bist.

Auch mit einem Tempomaten im Auto musst du dich auf den Straßenverkehr konzentrieren: Ein häufiger Grund für Verkehrsunfälle ist ein zu geringer Abstand zum vorderen Fahrzeug. Das Fahrerassistenzsystem kann nicht die Aufmerksamkeit des Fahrers ersetzen. Deswegen solltest du nie übermüdet Auto fahren und auf langen Strecken regelmäßige Pausen einlegen. Sollte es trotzdem mal zu einem Unfall kommen, bist du mit der Kfz-Versicherung abgesichert.

Vorsicht: Nicht überall sind Tempomaten erlaubt, in Belgien sind nahe Großstädten Geschwindigkeitsregelanlagen verboten. Ein Verkehrsschild mit einem durchgestrichenen „Cruise Control“-Symbol weist Autofahrer auf das Verbot hin.

 Welche Zusatzfunktionen hat ein Tempomat?

 Tempomaten mit ACC-System (= Adaptive Cruise Control) können noch mehr als die Geschwindigkeit halten. Abstandsregeltempomaten sind seit 1990 serienmäßig in vielen neuen Fahrzeugen verfügbar. Der Fahrerassistent hält das Tempo und den vorgegebenen Sicherheitsabstand zum Vordermann. Ein Sensor misst den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und hält ihn konstant ein. Wenn sich die Geschwindigkeit des anderen Fahrzeugs ändert, erfolgt eine akustische Warnung.

Noch mehr Verkehrssicherheit bietet dir ein sogenanntes Active Cruise Control-System: Bei dem Fahrerassistenzsystem handelt es sich um einen aktiven Geschwindigkeits- und Abstandsregler. Das System kann ins Geschehen eingreifen, wenn du als Fahrer nicht auf Warnungen reagierst. Bei zu geringem Sicherheitsabstand zum Vordermann kann ein Active Cruise Control-System eine Notbremsung einleiten.

Abstandsregeltempomaten sind hilfreich für Vielfahrer (z. B. Geschäftsreisende) und eine Entlastung auf langen Fahrstrecken. Beim Stop-and-go-Verkehr oder im Stau kann das System automatisch abbremsen und wieder anfahren. Auch wenn Abstandsregler in vielen Fahrschulautos vorhanden sind, sollten Fahrschüler die übliche Lernweise anwenden. Wer die Zwei-Sekunden-Abstandsregel beherrscht, kann das ACC-System ausprobieren.

Übrigens: Tempomaten und Adaptive Cruise Control-Systeme sind unterstützende Fahrerassistenzsysteme. Bist du als Fahrer unaufmerksam, kann es trotz Abstandsregeltempomat zu einem Auffahrunfall kommen.

Was unterscheidet ein Tempomat vom Geschwindigkeitsbegrenzer?

 Auch wenn ein Tempomat die Geschwindigkeit hält, handelt es sich nicht um einen Geschwindigkeitsbegrenzer. Aber die Geschwindigkeitsbegrenzung ist bei einigen Herstellern als Zusatzfunktion bei Tempomaten verfügbar. Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer sind zwei verschiedene Fahrerassistenzsysteme, die sich wie folgt unterscheiden:

Ein Tempomat hilft dir, die voreingestellte Geschwindigkeit konstant zu halten. Sobald du auf die Bremse oder das Gas trittst, schaltet sich das System automatisch ab. Ein Geschwindigkeitsbegrenzer dient dazu, dass die voreingestellte Geschwindigkeit nicht überschritten wird. Einige Autohersteller bieten Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer als Kombiassistent an.

Die neusten Geschwindigkeitsbegrenzer können aktuelle Temposchilder erkennen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit einhalten. Geschwindigkeitsbegrenzer sind für Lkws über 3,5 Tonnen verpflichtend, in Pkw besteht keine Pflicht.

Aber: neu zugelassene Fahrzeuge in der EU benötigen ab 2022 eine Tempobremse. Tempobremsen (=Intelligent Speed Assistance) können Temposchilder erfassen und die Geschwindigkeit automatisch drosseln.

Gut zu wissen: Der Geschwindigkeitsbegrenzer kam 1945 als „Cruise Control“ auf den Markt. Der blinde Ingenieur Ralph Teetor hat das Fahrerassistenzsystem erfunden. Der Grund war eine Autofahrt mit einem Anwalt, der dauernd beschleunigte und bremste.

Tempomat nachrüsten – so geht’s

Einen Tempomaten nachrüsten ist in fast allen Autos problemlos möglich. In Fahrzeugen mit elektronischem Gaspedal zahlst du für die Nachrüstung 100 bis 200 Euro. Die Nachrüstungskosten eines Tempomats in Autos ohne elektronisches Gaspedal liegen bei rund 600 Euro. Meist lohnt sich der nachträgliche Einbau eines Tempomats nur bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe. Denn eine Geschwindigkeitsregelanlage in Autos mit Gangschaltung weist Schwächen bei Steigungen auf.

Das Nachrüsten eines Tempomats sollte immer vom Fachmann erfolgen. Meist wird nur der Lenkstockhebel ausgetauscht, je nach Fahrzeugalter sind auch Lenkradaustausch oder Neuverkabelung erforderlich. Weil bei dem Austausch der Airbag entfernt werden muss, gilt: Finger weg! Airbags werden mithilfe eines pyrotechnischen Treibsatzes ausgelöst und fallen unter das Sprengstoffgesetz. Eine Neuverkabelung und das Anlernen des Steuergeräts sind ebenso Aufgaben für den Fachmann.

Aufgepasst: Bitte niemals selbstständig ein Tempomat nachrüsten, weil das Entfernen des Airbags lebensgefährlich ist! Als Laie kann man auch die Fahrzeugtechnik beschädigen und benötigt spezielle Werkzeuge und Software.

In welchen Fahrzeugen ist ein Tempomat verfügbar?

Tempomaten sind nicht in allen Fahrzeugen standardmäßig verfügbar, sondern gehören häufig zur Sonderausstattung. Auch die Bezeichnung des Tempomats kann je nach Hersteller unterschiedlich sein: Die Daimler AG nutzt den Namen Tempomat, bei Porsche heißt das System Tempostat. Der Tempomat von Volkswagen wird automatische Distanzregelung (=Active Cruise Control) genannt.

Grundsätzlich funktionieren Tempomaten ähnlich: Tempomaten von VW erkennen Verkehrsschilder und können automatisch bremsen und beschleunigen. Der Mercedes-Tempomat hält die Geschwindigkeit, der Tempostat von Porsche bremst, beschleunigt und spart Sprit. Tempomaten von Audi und BMW können die Geschwindigkeit und den Sicherheitsabstand einhalten. Bei Tesla gibt es Tempomaten mit verschiedenen Funktionen.

FAQ zum Tempomaten

Antworten auf die wichtigsten Fragen bekommst du hier.

  • Was macht ein Tempomat?

    Ein Tempomat reguliert die Drehzahl des Autos und kann so die Geschwindigkeit halten. Neuere Systeme werden als Abstandsregeltempomat bezeichnet und halten zusätzlich den Sicherheitsabstand zum Vordermann. Eine Zusatzfunktion des Tempomaten ist der Geschwindigkeitsbegrenzer, der das Tempolimit einhält.

  • Welche Autos haben einen Tempomaten?

    Nicht alle Fahrzeuge haben einen Tempomat, meist verfügen Autos mit Automatikgetriebe über eine Geschwindigkeitsregelanlage. Ein Tempomat lässt sich aber fast immer problemlos nachrüsten.

  • Was ist ein Adaptive Cruise Control?

    Bei einem Adaptive Cruise Control-System handelt es sich um einen Abstandsregeltempomaten. Die modernere Version des Tempomaten kann Geschwindigkeit und Sicherheitsabstand halten. Noch mehr können Active Cruise Control-Systeme, die selbstständig bremsen und beschleunigen.

  • Wie lässt sich ein Tempomat nachrüsten?

    Die Nachrüstung eines Tempomaten sollte immer ein Fachmann in der Werkstatt übernehmen. Beim Austausch von Lenkstockhebel oder Lenkrad wird der Airbag entfernt und das System angelernt. Neben Fachkenntnissen sind beim Tempomat nachrüsten spezielle Werkzeuge und Software nötig.

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